Stadler Rail Aktie: Sardinien-Zug startet Testfahrten
Neben den Wasserstofftests meldet Stadler ausgelieferte Flotten und zehn zusätzliche Intercity-Züge für Saudi Arabia Railways.
Kurz zusammengefasst
- Wasserstoffzug für Sardinien in Erprobung
- Sechs elektrische FLIRT-Züge fürs Aostatal übergeben
- SBB erhielt alle 60 Doppelstockzüge
- Saudi Arabia Railways bestellte zehn weitere Züge
Stadler Rail hat am Freitag die Erprobung seines für Sardinien gebauten Wasserstoffzugs auf einer neuen Schmalspur-Teststrecke aufgenommen. Damit steht die technische Umsetzung eines bestehenden Fahrzeugprojekts im Mittelpunkt. Zusammen mit den jüngsten Auslieferungen zeigt der Schritt, wie Stadler unterschiedliche Zugprojekte von der Erprobung bis zur Übergabe an Kunden voranbringt.
Wasserstoffzug startet ins Testprogramm
Die neu gebaute Strecke liegt zwischen Hemishofen und Ramsen. Sie ist knapp vier Kilometer lang und hat eine Spurweite von 950 Millimetern. Nach Angaben von Stadler ist der für Sardinien bestimmte Wasserstoffzug das erste Fahrzeug, das dort erprobt wird.
Für Anleger ist dabei die Unterscheidung zwischen Entwicklungsfortschritt und abgeschlossenem Geschäft wichtig: Die aufgenommenen Testfahrten markieren einen Erprobungsschritt. Sie sind nicht mit einer Auslieferung oder der Aufnahme des Fahrgastbetriebs gleichzusetzen. Die Nachricht betrifft damit zunächst die technische Umsetzung des Projekts und nicht einen zusätzlichen Auftrag.
Stadler verbindet in seinen jüngsten Meldungen unterschiedliche Antriebskonzepte mit verschiedenen Projektphasen. Während der Wasserstoffzug getestet wird, hat das Unternehmen bei elektrischen Fahrzeugen bereits vollständige Flotten übergeben.
Elektrische Flotten bereits ausgeliefert
Am 7. Oktober meldete Stadler die Auslieferung und Präsentation aller sechs elektrischen FLIRT-Züge für das Aostatal. Nach Unternehmensangaben können die Elektrifizierung der Strecke Turin–Aosta und der Einsatz dieser Züge jährlich mehr als 500.000 Liter Diesel einsparen.
Diese Einsparung ordnet Stadler ausdrücklich dem Zusammenspiel von elektrifizierter Infrastruktur und neuen Fahrzeugen zu. Sie ist deshalb nicht allein als Wirkung der gelieferten Züge zu verstehen.
Bereits am 2. Oktober übergab Stadler der SBB den letzten von insgesamt 60 Doppelstock-Interregiozügen des Typs RABe 512. Laut Unternehmen erfolgte die Auslieferung der gesamten Flotte planmäßig.
Zusatzauftrag ergänzt die Projektfortschritte
Neben der Umsetzung bestehender Projekte steht ein neuer Bestellabruf. Saudi Arabia Railways bestellte am 9. Oktober zehn zusätzliche Intercity-Züge. Der Auftragswert beträgt über 300 Millionen Franken.
Der Kunde nutzte dafür eine vertraglich vereinbarte Option. Zugleich wird der bestehende Wartungsvertrag auf die zusätzlichen Fahrzeuge ausgeweitet. Damit umfasst die Vereinbarung sowohl die Lieferung als auch die Wartung der erweiterten Flotte.
Die Zahl der bestellten Züge verdoppelt sich dadurch auf 20. Für die Einordnung der jüngsten Stadler-Nachrichten sind somit unterschiedliche Fortschritte entscheidend: Der Saudi-Arabien-Auftrag erweitert das vereinbarte Geschäft, die Flottenübergaben dokumentieren dessen Umsetzung. Die am Freitag gestarteten Wasserstofftests stehen dagegen für die technische Erprobung eines weiteren Fahrzeugprojekts.
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