Stadler Rail Aktie: Übergibt letzten RABe-512-Zug
Der Schweizer Hersteller schloss die Zuglieferung ab und meldete neue Aufträge sowie einen für Januar 2027 geplanten CEO-Wechsel.
Kurz zusammengefasst
- 60 Interregio-Doppelstockzüge termingerecht übergeben
- Philipp Brunner ab Januar 2027 Konzernchef
- MVR bestellt zwei Hybrid-Zahnradlokomotiven
- 21 Wasserstoffzüge für süditalienische Betreiber
Stadler Rail hat am Freitag den letzten von insgesamt 60 RABe-512-Interregio-Doppelstockzügen an die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) übergeben. Nach Angaben des Unternehmens erfolgte die Auslieferung sämtlicher Fahrzeuge fristgerecht. An den Börsen verzeichnete die Aktie am Freitag ein Plus von 2,4 Prozent auf 33,02 Euro.
Ein unmittelbarer Auslöser für den Kursgewinn am letzten Handelstag der Vorwoche wurde nicht bekannt. Mit diesem Schlussstand notiert der Titel 2,1 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die termintreue Fertigstellung des Auftrags beendet ein zentrales Flottenprojekt für den Schweizer Nah- und Fernverkehr.
Führungswechsel und neue Aufträge
Parallel zur Auslieferung regelte der Schienenfahrzeugbauer die künftige Konzernleitung. Der Verwaltungsrat ernannte am 29. September Philipp Brunner mit Wirkung zum 1. Januar 2027 zum Group CEO. Er folgt auf Markus Bernsteiner, der sich künftig auf Aufgaben im Verwaltungsrat konzentrieren möchte.
Gleichzeitig sicherte sich das Unternehmen neue Aufträge für Spezialanwendungen. Am Donnerstag bestellte die MVR AG zwei Hybrid-Zahnradlokomotiven für den Unterhalt der Schieneninfrastruktur auf der Strecke zwischen Montreux und Les Rochers-de-Naye. Die Inbetriebnahme der beiden Fahrzeuge ist für das Jahr 2029 vorgesehen.
Flottenprojekte und alternative Antriebe
Zuvor standen auf der Fachmesse InnoTrans mehrere Produktpremieren im Mittelpunkt. Am 24. September präsentierte Stadler gemeinsam mit drei süditalienischen Partnern den weltweit ersten Schmalspur-Wasserstoffzug. Das Unternehmen fertigt insgesamt 21 Wasserstoffzüge für ARST, FdC und FCE. Nach Unternehmensangaben sparen zehn dieser Einheiten jährlich über 2.100 Tonnen Kohlendioxid im Vergleich zu Dieselzügen ein.
Für den Güterverkehr stellten Stadler und SBB Cargo am 23. September die erste EURO DuFour vor. Die SBB Cargo hatte 36 Elektrolokomotiven geordert und hält Optionen auf insgesamt bis zu 129 Einheiten. Am selben Tag zeigte Stadler gemeinsam mit Norske tog den FLIRT Nordic Express für den norwegischen Fernverkehr.
Automatisierung und US-Premiere
Im Bereich der digitalen Bahninfrastruktur vereinbarte Stadler Signalling Deutschland am 25. September eine Kooperation. Mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, um automatisierte Abläufe im Betriebshof zu entwickeln und zu testen. Das Vorhaben konzentriert sich zunächst auf das automatisierte Rangieren von Fahrzeugen.
Am heutigen Montag folgt ein weiterer Termin in den USA: Auf der Branchenmesse APTA EXPO präsentiert Stadler gemeinsam mit dem Verkehrsbetrieb Metra den ersten batterieelektrischen FLIRT-Triebzug für den amerikanischen Markt. Metra hatte acht dieser Zuggarnituren beim Schweizer Hersteller in Auftrag gegeben.
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