Standard Lithium Aktie: Optionen im Fokus

Eine umfassende Branchenstudie prognostiziert steigende Lithiumpreise und ein Angebotsdefizit, was zu ungewöhnlich hoher Nachfrage nach Call-Optionen auf Standard Lithium führt.

Kurz zusammengefasst:
  • Ungewöhnlich hohes Handelsvolumen bei Call-Optionen
  • Scotiabank prognostiziert mehrjährigen Verknappungszyklus
  • Produktionsstart 2028 fällt mit Preishochs zusammen
  • Starke institutionelle Zuflüsse und positive Analystenmeinungen

Standard Lithium rückt zum Wochenstart stärker in den Vordergrund – nicht wegen einer plötzlichen Kursexplosion, sondern wegen auffällig hoher Aktivität am Optionsmarkt. Vor allem Call-Optionen werden in ungewöhnlichem Umfang gehandelt, parallel zu einer Stimmungsaufhellung im gesamten Lithiumsektor. Treiber ist eine optimistische Branchenstudie von Scotiabank, die ein mehrjähriges Angebotsdefizit und steigende Preise in Aussicht stellt.

Optionsmarkt sendet klares Signal

Zu Wochenbeginn wurden mehr als 17.600 Call-Optionen auf Standard Lithium gehandelt – ein Plus von rund 350 % gegenüber dem üblichen Tagesvolumen von etwa 4.000 Kontrakten. Solche Ausschläge sehen Marktbeobachter oft als Zeichen dafür, dass institutionelle und professionelle Anleger sich vor möglichen Kurskatalysatoren positionieren.

Standard Lithium

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Die Aktie selbst hat in den vergangenen sieben Tagen um gut 4 % zugelegt und notiert damit im oberen Bereich ihrer 52‑Wochen-Spanne. Mit einem Anstieg von über 200 % auf Zwölfmonatssicht und einem Kurs deutlich über dem 50‑ und 200‑Tage-Durchschnitt ist der Aufwärtstrend charttechnisch klar erkennbar, während der sehr niedrige RSI von 20,5 auf eine bereits überkaufte Situation hinweist.

Scotiabank treibt Lithium-Fantasie

Auslöser der neuen Dynamik im Sektor war eine ausführliche Studie von Scotiabank-Analyst Ben Isaacson vom 12. Januar. Er zeichnet darin das Bild eines „multi‑year tightening cycle“, also eines mehrjährigen Verknappungszyklus am Lithiummarkt.

Wichtige Eckpunkte der Prognose:

  • Lithiumcarbonatpreise sollen bis 2028 auf rund 20.000 US‑Dollar je Tonne steigen
  • Spodumen-Konzentrat wird bei etwa 2.150 US‑Dollar je Tonne veranschlagt
  • Die weltweite Lithium-Nachfrage könnte bis 2030 auf 2,8 Mio. Tonnen wachsen, was etwa 14 % jährliches Wachstum bedeutet

Isaacson sieht die jüngste Preiserholung – Lithiumpreise haben sich in den vergangenen drei Monaten in etwa verdoppelt – lediglich als erste Etappe eines längeren Aufschwungs. Seiner Einschätzung nach reichen die aktuellen Spotpreise nicht aus, um genügend neue Projekte (sogenannte Greenfield-Entwicklungen) für den Bedarf ab 2027 bis 2030 anzustoßen. Genau diese Angebotslücke dürfte den Preisauftrieb verstärken, selbst wenn das Wachstum bei E-Auto-Verkäufen etwas hinter optimistischen Erwartungen zurückbleibt.

Die Studie geht so weit, Albemarle auf „Sector Outperform“ hochzustufen und ein Kursziel von 200 US‑Dollar auszugeben – rund 135 % über dem damaligen Niveau. Das kräftigt das Vertrauen in die gesamte Branche, wovon auch Standard Lithium profitiert.

Institutionelle Unterstützung und Finanzierung

Parallel zur starken Optionsaktivität zeigt sich auch im Aktionariat ein klarer Trend: In den vergangenen zwölf Monaten lagen die Nettozuflüsse institutioneller Investoren bei mehr als 68 Mio. US‑Dollar. Etwa 16,7 % der ausstehenden Aktien befinden sich inzwischen in Händen größerer Adressen.

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Auch die Analystenseite bleibt konstruktiv:

  • Canaccord Genuity sieht das Kursziel bei 7,50 US‑Dollar
  • BMO Capital Markets stuft die Aktie mit „Outperform“ ein
  • Das durchschnittliche Konsenskursziel liegt um 5,25 US‑Dollar

Auf der Finanzierungsseite meldete das Unternehmen am 10. Januar, dass im vierten Quartal 2025 rund 8,54 Mio. US‑Dollar über ein At-the-Market-Programm hereingenommen wurden. Dafür wurden 1,88 Mio. neue Aktien zu durchschnittlich 4,54 US‑Dollar ausgegeben. Diese eher routinemäßige Kapitalmaßnahme wurde vom Markt ohne spürbaren Druck auf den Kurs aufgenommen – der Blick der Anleger bleibt auf die Sektorstory und die Projektentwicklung gerichtet.

Projekt-Timing trifft Preisprognose

Strategisch interessant ist für Standard Lithium vor allem die zeitliche Überschneidung zwischen dem eigenen Ausbauplan und den von Scotiabank erwarteten Höchstpreisen. Das zentrale South West Arkansas Projekt, das über das Smackover Lithium Joint Venture gemeinsam mit Equinor entwickelt wird, peilt den Produktionsstart für 2028 an – genau den Zeitraum, in dem Scotiabank die Lithiumpreise auf einem besonders hohen Niveau sieht.

Die im September 2025 veröffentlichte endgültige Machbarkeitsstudie (Definitive Feasibility Study) liefert dabei solide Kennzahlen:

  • Geplante Produktionskapazität von 22.500 Tonnen Lithiumcarbonat pro Jahr
  • Unlevered Pre-Tax NPV von 1,7 Mrd. US‑Dollar auf Basis eines Lithiumpreises von 22.400 US‑Dollar je Tonne
  • Vorsteuer-IRR von 20,2 %
  • Durchschnittliche Cash-Kosten von 4.516 US‑Dollar pro Tonne

Im Dezember 2025 gingen zudem Finanzierungsbekundungen (Indications of Interest) von mehr als 1 Mrd. US‑Dollar für das Projekt ein. Das deutet darauf hin, dass Kreditgeber das Chance-Risiko-Profil unter den aktuellen Marktannahmen als attraktiv einstufen. Für Optionshändler ist gerade diese Kombination aus robustem Projektprofil und potenziell engem Marktumfeld ein wesentlicher Grund, frühzeitig auf steigende Kurse zu setzen.

Ausblick: Wichtige Termine und Trigger

Kurzfristig richtet sich der Blick nun auf mehrere konkrete Katalysatoren. Der nächste Quartalsbericht von Standard Lithium ist für den 25. Februar 2026 angekündigt. Bis dahin stehen vor allem drei Punkte im Fokus:

  • Die finale Investitionsentscheidung (FID) für das South West Arkansas Projekt, an die ein Baubeginn noch 2026 anknüpfen soll
  • Fortschritte bei der Projektfinanzierung, nachdem bereits Interesse über 1 Mrd. US‑Dollar signalisiert wurde
  • Weitere Entwicklungen beim East Texas Franklin Projekt, das die höchsten bislang gemeldeten Lithium-Solegrade in Nordamerika aufweist

Insgesamt ergibt sich damit ein Setup, bei dem ein bereits stark gelaufener Titel mit hoher Volatilität auf erwartete strukturelle Engpässe im Lithiummarkt trifft – eine Konstellation, die die auffällige Call-Nachfrage am Optionsmarkt plausibel erklärt und dem Papier in den kommenden Monaten zusätzliche Kurstreiber liefern kann.

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