Stellantis Aktie: Citroën 2CV als Gegenwehr
Chinesische Marken gewinnen in Europa Marktanteile; zugleich meldete Chrysler einen Rückruf, nach dem Stellantis-Aktie zeitweise nachgab.

Kurz zusammengefasst
- 20 chinesische Marken beim Pariser Autosalon
- Chinesische Anbieter erreichen 10,7 Prozent Marktanteil
- Citroën plant 2CV-Neuauflage für Paris
- Chrysler ruft über 265.000 Fahrzeuge zurück
Der Pariser Autosalon wird für Europas Hersteller zum Stimmungstest. Eine Rekordzahl chinesischer Marken reist an, Stellantis hält mit einem Retro-Klassiker dagegen. Zugleich belastet ein Rückruf in den USA die Aktie.
Chinesen in Paris
20 chinesische Marken stellen kommende Woche in Paris aus, doppelt so viele wie bei der letzten Messe 2024. Neben etablierten Namen wie BYD und Chery treten Newcomer wie Aito und Avatr an. Aito plant vier Premium-Elektro-SUVs für Europa und will den Auslandsanteil am Absatz binnen drei Jahren von unter einem Prozent auf 20 Prozent heben.
Der Druck ist messbar. Chinesische Marken kamen im zweiten Quartal auf 10,7 Prozent Marktanteil in Europa, nach 5,7 Prozent ein Jahr zuvor. Bei Plug-in-Hybriden liegen sie in Westeuropa inzwischen bei mehr als 26 Prozent. Die EU-Zölle auf rein elektrische Fahrzeuge umgehen sie damit weitgehend.
Stellantis zwischen Konkurrenz und Kooperation
Stellantis bringt die Neuauflage des Citroën 2CV nach Paris. Das Modell gilt als Testfall für neue Regeln, die abgespeckte Ausstattung erlauben, um günstigere E-Autos anzubieten. Genau dort greifen die chinesischen Anbieter an.
Gleichzeitig spielt der Konzern ein doppeltes Spiel, wie ein Gartner-Analyst es nennt. Stellantis ist eine Partnerschaft mit dem chinesischen Staatskonzern Dongfeng eingegangen. Europäische Hersteller verkaufen Chinesen freie Werkskapazitäten und nutzen deren Elektro-Technologie, während sie um dieselben Kunden konkurrieren.
Rückruf belastet die Aktie
Am Donnerstag meldete Chrysler einen Rückruf von mehr als 265.000 Fahrzeugen in den USA. Betroffen sind Ram-Promaster-Transporter der Modelljahre 2022 bis 2026 sowie Elektro-Modelle des Ram 3500. Wasser könnte in den Kabelbaum der elektrischen Servolenkung eindringen und die Lenkunterstützung ausfallen lassen. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA sieht dadurch ein erhöhtes Unfallrisiko.
Die Aktie gab in Amsterdam zeitweise 3,8 Prozent auf 3,9725 Euro nach. Am Freitagmorgen setzte sich die Schwäche fort: Im frühen Handel lag das Papier knapp 3 Prozent im Minus, auch Volkswagen und BMW gaben deutlich nach.
Der Salon beginnt kommende Woche. Dort entscheidet sich, ob der 2CV als günstiges E-Auto Käufer überzeugt, die sonst zu chinesischen Angeboten greifen würden.
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