Stellantis Aktie: Gewinn zurück, Kurs bricht ein
Stellantis überrascht mit Gewinn im zweiten Quartal, doch der Aktienkurs fällt. Grund ist ein sinkender bereinigter Gewinn je Aktie und die anhaltende Schwäche in Europa.

Kurz zusammengefasst
- Nettogewinn von 293 Millionen Euro
- Umsatz steigt um 13 Prozent
- Bereinigter Gewinn je Aktie sinkt
- Europa operativ weiter in Verlustzone
Stellantis meldet die Rückkehr in die Gewinnzone – und die Börse reagiert trotzdem mit einem deutlichen Kursrutsch. Die Aktie fiel an der Mailänder Börse um 7,24 Prozent auf 4,91 Euro. Ein Widerspruch, der sich erst beim Blick auf die Details auflöst.
Nordamerika trägt, Europa bremst
Im zweiten Quartal kehrte der Opel-Mutterkonzern mit einem Nettogewinn von 293 Millionen Euro in die schwarzen Zahlen zurück, nach einem Verlust von 1,87 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 43,48 Milliarden Euro. Treiber war vor allem das nordamerikanische Geschäft, während Europa operativ weiter rote Zahlen schreibt.
Das bereinigte operative Ergebnis mehr als verdreifachte sich auf 773 Millionen Euro und übertraf die Erwartungen der Analysten. Die Marge liegt bei 1,8 Prozent – ein Fortschritt, aber weiterhin dünn. Für das erste Halbjahr insgesamt weist Stellantis einen Umsatz von 81,61 Milliarden Euro aus, ein Plus von 10 Prozent, sowie einen Nettogewinn von 670 Millionen Euro nach einem Verlust von 2,26 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Warum die Zahlen trotzdem nicht überzeugen
Ein Blick auf die bereinigte Gewinn-je-Aktie-Kennziffer liefert eine Erklärung für die scharfe Kursreaktion: Sie sank von 0,15 auf 0,12 Euro, ein Rückgang von 20 Prozent. Trotz steigendem Umsatz und operativer Verbesserung schrumpft die operative Ertragskraft je Aktie – ein Signal, das Investoren offenbar schwerer wiegt als die reine Rückkehr in die Gewinnzone.
Hinzu kommt die anhaltende Schwäche in Europa, wo Stellantis operativ weiterhin Verluste einfährt. Die Kombination aus dünner Marge, sinkendem bereinigten Gewinn je Aktie und einem strukturell schwachen Heimatmarkt dürfte die Verunsicherung erklären, die sich im Kurs zeigt.
Konzernchef Antonio Filosa bestätigte die Jahresprognose für 2026 unverändert. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich für das Gesamtjahr. Ob sich die operative Erholung in den kommenden Quartalen auch in der Marge niederschlägt, bleibt die zentrale Messlatte für die zweite Jahreshälfte.
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