Stellantis Aktie: Leerverkäufer unter Druck
Der Fehlbetrag sank gegenüber dem Vorjahr, während Stellantis die Jahresziele bekräftigte und im Industriegeschäft weiter Mittel abflossen.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsverlust auf 453 Millionen Euro gesunken
- Operatives Ergebnis auf 256 Millionen Euro gestiegen
- Rund vier Milliarden Euro Mittelabfluss
- Management bestätigt Jahresziele für 2026
Ein Quartalsverlust, und die Aktie legt trotzdem kräftig zu. Bei Stellantis liegt das an extrem niedrigen Erwartungen und an einer Prognose, die der Konzern als einer der wenigen in der Branche unverändert lässt.
Verlust schrumpft, Erwartungen übertroffen
Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Fehlbetrag von 453 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Sonderbelastungen noch einen etwa zehnmal so hohen Verlust verursacht. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 37,6 Milliarden Euro, obwohl die Verkäufe um ein Prozent auf knapp 1,3 Millionen Fahrzeuge sanken.
Das bereinigte operative Ergebnis erreichte 256 Millionen Euro, nach 90 Millionen im Vorjahresquartal. Die Marge liegt mit 0,7 Prozent allerdings weiterhin auf bescheidenem Niveau. Die Aktie gewann zur Mittagszeit in Paris rund 6 Prozent auf 3,39 Euro.
RBC-Branchenexperte Tom Narayan nannte das Quartal schwach, die Markterwartungen hätten aber noch deutlich tiefer gelegen. Jefferies-Analyst Philippe Houchois sieht Stellantis komfortabel innerhalb dieser niedrigen Erwartungen. Hinzu kommt der hohe Anteil an Leerverkäufen: Fallen Zahlen besser aus als befürchtet, müssen Shortseller womöglich Positionen eindecken. Das kann den Kursanstieg verstärken.
Cash-Abfluss bleibt das Problem
Der Kurs hat im laufenden Jahr dennoch weiterhin gut 58 Prozent verloren. Der Grund liegt im Geschäft selbst. Aus dem Industriegeschäft flossen im Quartal rund 4 Milliarden Euro an freien Mitteln ab. Im Schlussquartal soll sich dies teilweise umkehren.
Erst 2027 rechnet Konzernchef Antonio Filosa damit, dass das Autogeschäft auf Jahressicht wieder Geld abwirft. Belastend wirkt vor allem die Abkehr vom früheren Elektrokurs in den USA. Weggefallene Kaufanreize und veränderte Rahmenbedingungen machten das Umsteuern teuer, Stellantis schrieb bereits viele Milliarden auf Technik und Modelle ab.
Filosa verwies auf Fortschritte bei der Umsetzung des Plans FaSTLAne 2030: neue Produkte, Partnerschaften nach Zeitplan, bessere Fertigung und Qualität.
Prognose bleibt bestehen
Die Jahresziele hat das Management bestätigt. Vorgesehen sind ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine bereinigte operative Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das gibt dem Markt zumindest einen Anker nach einem Jahr voller Abschreibungen.
Der nächste greifbare Test ist das vierte Quartal: Dort muss Stellantis zeigen, dass sich der Mittelabfluss wie angekündigt zumindest teilweise zurückbildet.
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