Stellantis Aktie: Massenrückruf wegen Brandgefahr
Stellantis muss rund 1,3 Millionen Jeep-Modelle weltweit wegen Überhitzungsgefahr in der Lenkung zurückrufen. Ein technischer Fix steht noch aus.
Kurz zusammengefasst
- Rückruf von über einer Million Fahrzeugen
- Brandgefahr durch defekte Lenkpumpenverkabelung
- Keine fertige Reparaturlösung verfügbar
- Stellantis startet Pilotprojekt für autonomes Fahren
Über eine Million Fahrzeuge zurückrufen — und gleichzeitig noch keine fertige Lösung parat haben. Das ist die Lage, in der sich Stellantis heute befindet.
Die US-Verkehrsbehörde NHTSA hat bestätigt: Der Konzern ruft rund 1,077 Millionen Fahrzeuge in den USA zurück. Betroffen sind Jeep Wrangler und Jeep Gladiator der Modelljahre 2021 bis 2025. Der Grund: Ein elektrischer Defekt in der Lenkpumpenverkabelung kann sich überhitzen und einen Fahrzeugbrand auslösen — auch wenn das Auto abgestellt und die Zündung ausgeschaltet ist. Stellantis rät Besitzern, ihre Fahrzeuge im Freien und mit Abstand zu Gebäuden oder anderen Autos zu parken.
Weltweit umfasst der Rückruf mehr als 1,3 Millionen Jeep-Modelle, darunter rund 106.000 in Kanada, 23.000 in Mexiko und weitere rund 125.000 in anderen Märkten.
Rückruf-Serie setzt sich fort
Dieser Fall ist kein Einzelereignis. Im Mai hatte Stellantis bereits über 419.000 Fahrzeuge wegen fehlerhafter Seitenairbag-Auslösung zurückgerufen. Ende 2025 wurden zudem Plug-in-Hybrid-Versionen des Wrangler und des Grand Cherokee wegen ähnlicher Brandrisiken erfasst. Das Plug-in-Hybrid-Programm hat Stellantis inzwischen vollständig eingestellt.
Getrennt davon läuft ein weiterer aktueller Rückruf: 17.277 US-Fahrzeuge sind wegen eines Defekts in der Batterie betroffen, der ebenfalls zu Bränden führen kann.
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Händler werden betroffene Komponenten prüfen und bei Bedarf kostenlos ersetzen. Einen fertigen technischen Fix für das Lenkpumpen-Problem gibt es nach aktuellem Stand noch nicht.
Autonomes Fahren als Gegenakzent
Abseits der Rückruf-Nachrichten vermeldete Stellantis einen Einstieg in ein Pilotprogramm für autonomes Fahren. Gemeinsam mit der estnischen Mobilitätsplattform Bolt und dem chinesischen Robotaxi-Betreiber Pony.ai will der Konzern in Luxemburg einen ersten Praxistest starten. Stellantis stellt dafür einen Kleintransporter auf Basis seiner L4-Ready-Plattform bereit. Ziel ist es, bis zum Programmende die Voraussetzungen für fahrerlosen Betrieb zu validieren.
Für die Kursentwicklung dürften die anhaltenden Qualitätsprobleme beim Jeep-Portfolio vorerst schwerer wiegen als der Luxemburger Testbetrieb. Wie schnell Stellantis eine technische Lösung für den Lenkpumpen-Defekt präsentieren kann, wird entscheidend dafür sein, ob der Rückruf zu einem reinen Kostenproblem bleibt oder das Markenimage des meistverkauften Modells weiter belastet.
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