Stellantis Aktie: Nordamerika-Absatz steigt um 38 Prozent
Stellantis verzeichnet dank starker Ram- und Jeep-Verkäufe ein deutliches Absatzplus in Nordamerika. Der Konzern treibt seine Sanierung voran, während Europa unter Druck bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Nordamerika-Absatz steigt um 38 Prozent
- Operatives Ergebnis verdreifacht sich
- Free2move-Verkauf an Mutares beschlossen
- Europa leidet unter chinesischer Konkurrenz
Massive Kursverluste seit Januar prägen das Bild, nun liefert das US-Geschäft einen Lichtblick. Stellantis stemmt sich gegen die Krise. Starke Auslieferungszahlen in Nordamerika geben der Aktie am Montag neuen Schwung.
Ram und Jeep treiben den Absatz
In den USA und Kanada kehrte die Nachfrage im zweiten Quartal 2026 zurück. Die Auslieferungen stiegen dort um 38 Prozent auf rund 445.000 Fahrzeuge. Besonders die margenstarken Marken Ram und Jeep befeuerten dieses Wachstum. Der Absatz des Jeep Grand Wagoneer kletterte parallel dazu um 43 Prozent.
Der Konzernumsatz legte um 13 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro zu. Das bereinigte operative Ergebnis verdreifachte sich im gleichen Zeitraum auf 773 Millionen Euro. Die operative Marge kletterte infolgedessen auf 1,8 Prozent.
Filosa setzt auf Qualität und Kostensenkung
CEO Antonio Filosa verfolgt eine milliardenschwere Sanierungsstrategie. Er will das Unternehmen durch eine höhere Marktabdeckung und geringere Industriekosten stabilisieren. Diese Maßnahmen brauchen Zeit. Filosa betont, dass die strukturellen Probleme nicht sofort verschwinden.
Der Konzern trennt sich ferner von Randbereichen. Stellantis verkauft seinen Carsharing-Dienst Free2move an die Beteiligungsgesellschaft Mutares. Das Management will das Kapital wieder stärker auf die Fahrzeugproduktion in Nordamerika fokussieren.
Harter Preiskampf in Europa
In Europa bleibt die Lage schwierig. Chinesische Konkurrenten wie BYD oder Chery drängen mit Macht auf den Markt. Der Umsatz in der Region stagnierte im zweiten Quartal weitgehend. Um Marktanteile zu verteidigen, senkte Stellantis die Preise.
Dieser Schritt belastet die Margen auf dem Heimatkontinent. Als Gegenmaßnahme nutzt der Konzern die Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor. Dessen Verkäufe in Europa stiegen im ersten Halbjahr um fast das Sechsfache.
An der Börse notierte das Papier zuletzt bei 5,09 Euro, was einem Plus von 1,62 Prozent entspricht. Trotz der aktuellen Erholung bleibt die Bilanz mit einem Minus von gut 46 Prozent seit Jahresbeginn schwach. Klarheit über die Nachhaltigkeit der Wende dürfte die weitere Umsetzung der Modelloffensive bringen.
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