Stellantis Aktie: Nordamerika zieht an
Stellantis verzeichnet im zweiten Quartal ein Absatzplus von zehn Prozent, angetrieben durch eine starke Erholung in den USA.

Kurz zusammengefasst
- Absatzplus von zehn Prozent im zweiten Quartal
- Nordamerika legt um 38 Prozent zu
- Neuer Chef setzt auf Verbrenner-SUVs
- Fokus auf Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat
Nach einem Verlustjahr mit Rekordabschreibungen meldet Stellantis wieder Wachstum – und zwar ausgerechnet dort, wo es zuletzt am schlimmsten brannte. Im zweiten Quartal legte der Fahrzeugabsatz des Opel-Mutterkonzerns kräftig zu, getrieben von einer überraschend starken Erholung in den USA.
Absatz zieht deutlich an
Der Konzern lieferte im zweiten Quartal insgesamt rund 1,6 Millionen Fahrzeuge aus, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum. Den größten Beitrag lieferte Nordamerika: Dort kletterten die Auslieferungen um 38 Prozent auf 445.000 Einheiten, nach 323.000 Fahrzeugen im Vorjahresquartal. Europa, gemessen an Stückzahlen weiterhin der größte Markt, wuchs moderater um 5 Prozent. Gebremst wurde die Entwicklung durch niedrigere Volumina im Nahen Osten und in Afrika, wo ein regionaler Konflikt die Geschäfte belastet.
Die Erholung kommt nicht von ungefähr. Stellantis war in den USA zuletzt in ernste Schwierigkeiten geraten – zu hohe Produktion, Preisverfall und die politische Kehrtwende der US-Regierung bei Elektroautos setzten dem Konzern zu. Das Ergebnis: ein Rekordverlust von 22,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, größtenteils durch Abschreibungen auf eingestellte Plattformen und Modelle.
Filosa setzt auf Verbrenner und Kernmarken
Der neue Vorstandschef Antonio Filosa reagiert mit einem klaren Kurswechsel. Statt weiter auf Elektroantriebe zu setzen, bringt er in den USA wieder verstärkt Verbrenner-SUVs und Pickups der Marken Ram und Jeep. Die Investitionen konzentrieren sich künftig auf die vier Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat, während die Europasparte insgesamt schrumpfen und Produktionskapazitäten gekürzt werden sollen.
Ein Beispiel für die neue Produktstrategie liefert Jeep: Die Marke bringt den Wrangler Laredo als Modell 2027 zurück, im Rahmen der laufenden „Twelve 4 Twelve“-Serie. Der geländewagentypische SUV orientiert sich optisch am amerikanischen Südwesten, mit Heritage-Farben und Bronze-Akzenten, und ist serienmäßig mit dem Xtreme-35-Paket samt 35-Zoll-Reifen ausgestattet. Bestellungen sollen später im Juli starten, der Aufpreis gegenüber dem Wrangler Willys mit demselben Reifenpaket liegt bei 1.995 Dollar.
Die kommenden Quartale werden zeigen, ob sich der Trend aus Nordamerika verstetigt. Mit dem verstärkten Verbrenner-Angebot bei Jeep und Ram setzt Filosa genau dort an, wo der Konzern zuletzt am stärksten zulegen konnte.
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