Stellantis Aktie: Rückenwind aus Peking
Die Verständigung zwischen EU und China könnte Hybridimporte bremsen; Stellantis präsentiert in Paris sechs neue Modelle und neun Konzepte.

Kurz zusammengefasst
- Stellantis-Aktie gewinnt rund 2,5 Prozent
- EU-China-Verständigung könnte Hybridimporte senken
- Sechs neue Modelle in Paris
- Neun Konzeptfahrzeuge werden vorgestellt
Ein Handelsdeal mit China hebt die Stimmung bei Europas Autobauern. Stellantis legt am Montag um rund 2,5 Prozent zu und gehört damit zu den Gewinnern des Tages. Zeitgleich präsentiert der Konzern auf dem Pariser Autosalon seine neue Offensive.
EU und China dämpfen Hybrid-Exporte
Auslöser ist eine Verständigung nach zwei Tagen Gesprächen in Peking. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic sprach von einem „gemeinsamen Verständnis“, das chinesische Exporte von Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeugen in die EU „moderieren“ soll. Die Einfuhren könnten laut Sefcovic um mehr als die Hälfte sinken. Wie die Vereinbarung umgesetzt wird, ließ er offen.
Auch Renault gewann gut 2 Prozent, Volkswagen und Porsche legten gut 1 Prozent zu. Europas Hersteller leiden seit zwei Jahren unter US-Zöllen und wachsenden Exporten aus China.
Der Druck ist real: Die Einfuhren von Plug-in-Hybriden stiegen in den zwölf Monaten bis September um 86 Prozent, bei gleichzeitig um 20 Prozent gesunkenen Preisen. Mehr als die Hälfte stammt inzwischen aus China. Sefcovic sprach selbst nur von einem „ersten Schritt“. Zudem will China Zölle auf EU-Waren im Wert von rund 4 Milliarden Euro senken, darunter Autoteile, und Exportlizenzen für Seltene Erden erleichtern.
Einer Einschätzung von Jefferies zufolge träfe der Deal vor allem BYD, Chery und die Marke MG von SAIC. Sie stellten in den ersten acht Monaten 2026 zusammen 90 Prozent der Hybridverkäufe chinesischer Marken in der EU.
Stellantis zeigt sich in Paris
Stellantis tritt in Paris auffällig selbstbewusst auf. Der weltweit viertgrößte Autobauer bringt sechs neue Modelle seiner europäischen Marken mit und enthüllt neun Konzeptfahrzeuge. Nach Jahren mit zurückhaltenden Auftritten in Europa ist das eine deutliche Kehrtwende.
Konzernchef Antonio Filosa versprach am Sonntagabend, die Gäste würden „die Neuerfindung einer europäischen Ikone“ erleben. Gemeint ist eine bezahlbare elektrische Retro-Version des Citroën 2CV, die chinesischen Konkurrenten Marktanteile abjagen soll.
Die Konkurrenz ist vor Ort stark vertreten. Rund 20 chinesische Marken stellen aus, doppelt so viele wie 2024. Sie stehen unter Zugzwang: Der Autoabsatz in China sank im ersten Halbjahr 2026 um 20 Prozent, und die USA bleiben ihnen praktisch verschlossen.
Brüssel arbeitet zudem an „Made in Europe“-Vorgaben mit Mindestanteilen lokaler Produktion bei E-Autos. Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten kommenden Donnerstag bei einem Gipfel in Brüssel über das Verhandlungsergebnis. Dann dürfte sich zeigen, ob die Verständigung mit konkreten Mengenbegrenzungen unterfüttert wird.
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