Stellantis Aktie: Tarifstreit mit Unifor bleibt ungelöst
Ohne Einigung mit Unifor drohen Störungen in kanadischen Werken; zugleich belasten Margensorgen, ein Rückruf von 201.976 Jeeps und ein möglicher Werksverkauf den Konzern.

Kurz zusammengefasst
- Tarifgespräche mit Unifor ohne Einigung
- Produktionsunterbrechungen in Kanada drohen
- Morgan Stanley senkte Stellantis-Einstufung
- Rückruf von 201.976 Jeep-Fahrzeugen
Die offenen Tarifverhandlungen in Kanada belasten den Automobilkonzern Stellantis. Nachdem der bestehende Tarifvertrag am Sonntag ausgelaufen ist, erzielten das Unternehmen und die Gewerkschaft Unifor weiterhin keine Einigung. Wie Reuters berichtet, erhöht das Ausbleiben einer Einigung das Risiko von Produktionsunterbrechungen in den kanadischen Werken des Herstellers.
Für den Konzern kommt diese Zuspitzung zur Unzeit. Die Aktie steht an den Märkten bereits unter erheblichem Verkaufsdruck und verzeichnete seit Jahresanfang ein Minus von 56 Prozent. Am heutigen Handelstag gibt das Papier um 1,5 Prozent auf 4,17 Euro nach.
Margendruck ruft Analysten auf den Plan
Die operativen Hürden spiegeln sich auch in den Einschätzungen der Finanzexperten wider. Medienberichten zufolge stufte das Analysehaus Morgan Stanley den Titel am 14. September von Equalweight auf Underweight ab und begründete diesen Schritt ausdrücklich mit wachsenden Sorgen um die Margenentwicklung des Konzerns.
Bereits zuvor hatte Stellantis-Chef Antonio Filosa auf die schwierigen Rahmenbedingungen hingewiesen. Laut Reuters betonte Filosa am 10. September, dass der weltweite Automobilmarkt klar zwischen den Vereinigten Staaten und anderen Regionen gespalten sei. Diese Entwicklung erfordere unterschiedliche strategische Schwerpunkte, was die Steuerung der globalen Produktion zusätzlich verkompliziert.
Standortfragen und strategische Initiativen
Neben den Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite stehen weitere Entscheidungen zur Fertigungsinfrastruktur an. Am 11. September unterzeichnete Stellantis eine Absichtserklärung mit dem Unternehmen Roshel über einen möglichen Verkauf des stillgelegten Montagewerks Brampton in der Nähe von Toronto. Eine Übernahme anderer Anlagen durch Stellantis fand im Zuge dieser Vereinbarung nicht statt.
Gleichzeitig versucht das Unternehmen, auf den Produktmessen Akzente zu setzen. Für den Pariser Autosalon vom 12. bis 18. Oktober kündigte Stellantis die Präsentation einer Mobilitätsvision an, zu der neun Konzeptfahrzeuge sowie mehr als 60 Fahrzeuge gehören sollen.
Belastet wird das Geschäft jedoch auch durch technische Probleme. In den Vereinigten Staaten musste der Autobauer 201.976 Jeep-Fahrzeuge zurückrufen. Ein Softwarefehler kann dort verhindern, dass das Reifendruck-Kontrollsystem einen zu niedrigen Reifendruck erkennt oder die entsprechende Warnleuchte aktiviert.
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