STMicroelectronics Aktie: UBS hebt Ziel auf 80 Euro
Trotz massiver Kursgewinne und positiver Analystenstimmen fällt die STMicroelectronics-Aktie zurück. Der Markt reagiert verhalten auf die ambitionierten Rechenzentrumsziele des Konzerns.

Kurz zusammengefasst
- Aktie gibt nach Rekordhoch nach
- UBS erhöht Kursziel auf 80 Euro
- Rechenzentrums-Umsatz soll sich verdoppeln
- Broadcom belastet gesamten Chipsektor
STMicroelectronics bekommt Rückenwind von Analysten und formuliert höhere Ziele im Rechenzentrumsgeschäft. Der Kurs reagiert trotzdem schwach. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, passt aber zur Lage im Halbleitersektor: Nach einer starken Rally reichen gute Nachrichten allein nicht mehr.
Bei 65,19 Euro liegt die Aktie am Donnerstag 5,40 Prozent im Minus, nachdem sie am Vortag ein Jahreshoch bei 69,99 Euro erreicht hatte. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Plus von 178,59 Prozent; über zwölf Monate sind es 161,91 Prozent.
UBS hebt Kursziel kräftig an
Der wichtigste Impuls kommt von UBS. Die Bank erhöhte ihr Kursziel für STMicroelectronics von 49 auf 80 Euro und bestätigte die Einstufung mit „Buy“. Gegenüber dem aktuellen Kurs entspricht das einem Potenzial von rund 23 Prozent.
UBS sieht vor allem Photonik, Power-KI und Satellitenkommunikation als Treiber. Diese Bereiche könnten bis 2028 rund 4,2 Milliarden Dollar Umsatz beisteuern und damit etwa 22 Prozent des erwarteten Konzernumsatzes ausmachen. Das ist eine klare Verschiebung in Richtung höherwertiger Halbleiteranwendungen.
Besonders auffällig ist die Erwartung im Bereich KI-Stromversorgung. Dort traut UBS STMicroelectronics einen Marktanteilsanstieg von 3 auf bis zu 16 Prozent bis 2028 zu. Genau dieses Thema spielt derzeit in die großen Infrastrukturtrends rund um KI-Rechenzentren hinein.
Rechenzentren werden wichtiger
STMicroelectronics hat die eigenen Ambitionen ebenfalls nach oben gesetzt. Für das Rechenzentrumsgeschäft peilt der Konzern 2026 nun rund 1 Milliarde Dollar Umsatz an; zuvor lag die Zielmarke nur bei deutlich mehr als 500 Millionen Dollar. Das ist mehr als eine kosmetische Anpassung.
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Für 2027 stellt das Management sogar eine weitere Verdopplung in Aussicht. Unterstützt werden soll das durch Kooperationen im Bereich KI-Infrastruktur mit Nvidia sowie durch Partnerschaften mit AWS bei Silizium-Photonik. Parallel prüft der Konzern eine Erweiterung des Werks im französischen Crolles, um die Kapazitäten für Photonik-Chips bis Ende 2026 auszubauen.
Der Markt reagiert dennoch kühl. Ein Grund: Die Aktie war technisch heiß gelaufen. Der RSI lag zuletzt bei 71,2 und damit in einem Bereich, der oft als überkauft gilt. Nach dem massiven Anstieg der vergangenen Monate genügt ein schwächerer Branchentag, um Gewinnmitnahmen auszulösen.
Broadcom belastet den Sektor
Der Druck kommt nicht nur von der eigenen Bewertung. Enttäuschende Ergebnisse und ein vorsichtiger Ausblick von Broadcom belasteten den gesamten Chipsektor. Auch Infineon und Speicherchipwerte gerieten unter Druck.
Hinzu kommen makroökonomische Unsicherheiten und geopolitische Spannungen, die Halbleiteraktien seit Monaten anfällig für schnelle Richtungswechsel machen. Bei STMicroelectronics fällt das besonders auf, weil der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt noch immer bei 44,81 Prozent liegt. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand sogar 123,54 Prozent.
Abseits der Kursbewegung baut der Konzern sein Zukunftsprofil weiter aus. STMicroelectronics beteiligte sich jüngst an einer Finanzierungsrunde über 130 Millionen Euro für das Quantencomputing-Startup Quobly. Außerdem stellte das Unternehmen einen KI-gestützten Vibrationssensor vor, der ab Juli 2026 verfügbar sein soll.
Mizuho und Jefferies sehen mit Kurszielen zwischen 68 und 84 Dollar ebenfalls weiteres Potenzial. Der nächste konkrete Termin rückt im Juli 2026 an, wenn die Quartalszahlen erwartet werden. Dann muss sich zeigen, ob die höheren Rechenzentrumsziele bereits in Auftragseingang, Marge und Ausblick sichtbarer werden.
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