Strategy Aktie: Bitcoin unter 60.000 Dollar schockt Anleger
MicroStrategy verkauft erstmals seit 2022 Bitcoin, um Dividenden zu zahlen. Der Kurs der Aktie bricht ein, während Analysten das Geschäftsmodell prüfen.

Kurz zusammengefasst
- Erster Bitcoin-Verkauf seit 2022
- Kurs der Aktie fällt um 6 Prozent
- Bitcoin rutscht unter 60.000 Dollar
- Analysten bleiben bei Kaufempfehlung
MicroStrategy hat erstmals seit 2022 Bitcoin verkauft. Das klingt nach einer Kleinigkeit — ist es aber nicht.
Zwischen dem 26. und 31. Mai liquidierte das Unternehmen 32 BTC zu einem Durchschnittspreis von 77.135 Dollar. Der Erlös von rund 2,5 Millionen Dollar fließt in Dividendenzahlungen für eine Vorzugsaktie. Gemessen am Gesamtbestand von 843.706 BTC ist das verschwindend gering. Dennoch reagierten Anleger nervös — denn MicroStrategy hatte das strikte Halten seiner Bitcoin-Position jahrelang als Kernstrategie vermarktet.
Bitcoin bricht unter 60.000 Dollar
Den unmittelbaren Auslöser für den Kursrutsch lieferte der Kryptomarkt. Bitcoin fiel am 5. Juni auf ein Intraday-Tief von 59.100 Dollar — zum ersten Mal in diesem Jahr unter die psychologisch wichtige 60.000-Dollar-Marke. Beschleunigt wurde der Rückgang durch einen starken US-Arbeitsmarktbericht für Mai mit 172.000 neuen Stellen. Robuste Jobdaten dämpfen die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen. Einige Analysten preisen inzwischen sogar mögliche Zinserhöhungen der Fed ein.
Die MicroStrategy-Aktie schloss den Freitag mit einem Minus von 6,19 Prozent bei 104,58 Euro. Auf Wochensicht beläuft sich der Verlust auf 23,44 Prozent, auf Monatssicht auf 34,23 Prozent. Damit notiert die Aktie rund 38 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 167,52 Euro.
Vorzugsaktie unter Druck, Modell unter Beobachtung
Das Instrument, für das der Bitcoin-Verkauf die Dividende finanziert, steht selbst unter Druck. Die variabel verzinste Vorzugsaktie der Serie A fiel am Freitag auf ein 12-Monats-Tief von 90,38 Euro — deutlich unter dem Nennwert von 100 Dollar.
Mark Palmer von Benchmark-StoneX stufte den Rückgang als noch nicht besorgniserregend ein. Forscher von Grayscale sehen das kritischer: Das gehebelte Geschäftsmodell gerate zunehmend unter Druck. Sollten die Marktbedingungen nicht besser werden, könnten weitere Bitcoin-Verkäufe nötig werden, um Dividenden zu finanzieren.
Die unrealisierten Verluste auf den Bitcoin-Bestand übersteigen nach dem jüngsten Rückgang schätzungsweise 12,7 Milliarden Dollar.
Analysten halten trotzdem an Kaufempfehlung fest
Der RSI liegt bei 31,2 — die Aktie nähert sich damit überverkauftem Terrain. Das Analysten-Konsensrating bleibt laut MarketBeat bei „Moderate Buy“, obwohl mehrere Häuser ihre Kursziele zuletzt senkten. Canaccord Genuity kappte das Ziel am 3. Juni auf 163 Dollar, Mizuho hatte bereits am 1. Juni auf 265 Dollar reduziert.
Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob Bitcoin die 60.000-Dollar-Marke zurückerobert. Gelingt das nicht, wächst der Druck auf das Finanzierungsmodell — und die Frage nach weiteren Verkäufen stellt sich erneut.
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