MSCI hat eine drohende Zwangsverkaufswelle bei Strategy vorerst vom Tisch genommen. Der Indexanbieter verzichtet darauf, digitale Asset-Treasury-Unternehmen wie den Bitcoin-Spezialisten aus seinen Indizes zu werfen – trotz heftiger Diskussionen im Vorfeld. Damit bleibt ein erheblicher technischer Verkaufsdruck aus, während das Unternehmen gleichzeitig mit hohen Buchverlusten auf seine Bitcoin-Bestände kämpft.
MSCI lässt Strategy in den Indizes
Am 6. Januar 2026 stellte MSCI klar, dass im Rahmen des Index-Reviews für Februar 2026 keine Ausschlüsse von Unternehmen erfolgen, deren Treasury zu mehr als 50 % aus digitalen Vermögenswerten besteht. Strategy behält damit seinen bisherigen Index-Status.
Im Vorfeld hatten JPMorgan-Analysten geschätzt, dass ein Rauswurf aus den MSCI-Indizes zwangsweise Verkäufe von passiven Fonds im Volumen von 2,8 bis 10 Milliarden US-Dollar ausgelöst hätte. Diese Gefahr ist nun – zumindest vorerst – gebannt.
Wesentliche Punkte der MSCI-Entscheidung:
- Strategy bleibt in den relevanten MSCI-Indizes enthalten
- Firmen mit mehr als 50 % Digital-Asset-Anteil an den Gesamtaktiva bleiben grundsätzlich zulässig
- Für diese Titel werden vorerst keine Erhöhungen bei Aktienzahl, Foreign Inclusion Factor oder Domestic Inclusion Factor umgesetzt
- MSCI plant eine breitere Konsultation zum Umgang mit nicht-operativen Gesellschaften
Für die Aktie bedeutet das: Ein großer technischer Unsicherheitsfaktor verschwindet, auch wenn die strukturellen Risiken des Geschäftsmodells bleiben.
Hohe Buchverluste durch Bitcoin-Rückgang
Während die Index-Entscheidung Entlastung bringt, belasten frische Zahlen die Stimmung. Strategy wies für das vierte Quartal 2025 einen nicht realisierten Verlust auf digitale Vermögenswerte von 17,44 Milliarden US-Dollar aus. Auslöser war der deutliche Rückgang des Bitcoin-Kurses im Schlussquartal.
Damit kehrte sich die Lage komplett um: Im dritten Quartal 2025 hatte das Unternehmen noch einen nicht realisierten Gewinn von 3,9 Milliarden US-Dollar gemeldet. Auf Gesamtjahressicht 2025 ergibt sich ein nicht realisierter Verlust von 5,40 Milliarden US-Dollar.
Hintergrund ist die seit Anfang 2025 geltende FASB-Fair-Value-Bilanzierung. Strategy muss seine Bitcoin-Bestände quartalsweise zum Marktwert bewerten. Kursschwankungen schlagen damit direkt und deutlich in der Gewinn- und Verlustrechnung durch – und sorgen für erhebliche Ergebnisvolatilität.
Zentrale Kennzahlen im Überblick
- Bitcoin-Bestand: 673.783 BTC (über 3 % des gesamten Bitcoin-Angebots)
- Durchschnittlicher Einstandskurs: ca. 75.026 US-Dollar je Bitcoin
- Cash-Bestand: 2,25 Milliarden US-Dollar (Stand 4. Januar 2026)
- S&P-Kreditrating: B- mit stabilem Ausblick
- Wandelanleihen: 5 Milliarden US-Dollar, Fälligkeit 2028
Die Zahlen zeigen: Strategy ist extrem stark vom Bitcoin-Preis abhängig – sowohl bilanziell als auch in der Wahrnehmung am Markt.
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Kurssturz, hohe Volatilität – und weitere Bitcoin-Käufe
Die Aktie hat eine harte Korrektur hinter sich. Vom 52-Wochen-Hoch ist das Papier rund 59 % entfernt. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von knapp 50 % zu Buche. Erst seit einigen Tagen zeichnet sich eine Gegenbewegung ab: In den vergangenen sieben Tagen legte der Kurs um rund 6,5 % zu und schloss gestern bei 161,83 US-Dollar.
Parallel dazu spiegeln die Kennzahlen das riskante Profil wider: Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei knapp 60 %, der RSI von über 80 signalisiert kurzfristig einen überkauften Zustand. Trotz dieser Schwankungen hat Strategy seine Bitcoin-Strategie nicht zurückgefahren, sondern Anfang Januar 2026 weitere 116,3 Millionen US-Dollar in zusätzliche Coins investiert.
Im vierten Quartal 2025 fiel der Aktienkurs um 53 %, im Gesamtjahr 2025 um 47,5 %. Treiber waren vor allem Bedenken hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit und der Frage, wie dauerhaft die aggressive Bitcoin-Akkumulation finanziert werden kann.
Liquiditätspuffer versus Bilanzrisiko
Um Sorgen um die Zahlungsfähigkeit entgegenzuwirken, hat Strategy einen spürbaren Liquiditätspuffer aufgebaut. Die Cash-Reserven von 2,25 Milliarden US-Dollar reichen nach Unternehmensangaben für rund 21 Monate an Dividendenzahlungen und Zinsverpflichtungen auf die ausstehenden Schulden.
S&P Global Ratings betont dennoch die strukturelle Schieflage der Bilanz: Strategy hält überwiegend Bitcoin, hat seine Verbindlichkeiten aber in US-Dollar. Zinszahlungen, Tilgungen und Vorzugsdividenden müssen in Cash geleistet werden, während der Hauptvermögenswert – Bitcoin – keine laufenden Erträge generiert und stark schwankt.
Die verbleibende Software-Sparte trägt nur begrenzt zur Stabilisierung bei. Für 2025 wird hier lediglich eine EBT-Marge von 1,2 % erwartet. In der ersten Jahreshälfte 2025 meldete Strategy zwar 8,1 Milliarden US-Dollar Vorsteuergewinn, der Großteil war jedoch auf Kursgewinne beim Bitcoin zurückzuführen – und nicht auf das operative Geschäft.
Optimistische Analysten, historisch extreme Schwankungen
Trotz der scharfen Rückgänge der Vergangenheit bleibt die Wall Street überwiegend positiv gestimmt. Von 16 Analysten empfehlen 13 die Aktie mit „Strong Buy“, einer mit „Moderate Buy“, zwei stufen sie mit „Hold“ ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 486,29 US-Dollar und damit rund 200 % über dem aktuellen Kursniveau.
Gleichzeitig zeigt ein Blick in die Historie, wie extrem die Schwankungen ausfallen können:
- In der Krypto-Baisse 2022 verlor die Aktie 89,3 % und fiel von 127 auf unter 14 US-Dollar
- Im Corona-Crash 2020 gab der Kurs um 39,7 % nach
- In der Finanzkrise 2008 brach der Wert um 75,9 % ein
Heute verfügt Strategy über Bitcoin-Bestände von mehr als 60 Milliarden US-Dollar bei einer Marktkapitalisierung von rund 47 Milliarden US-Dollar. Die Aktie wird damit unter dem Wert der Krypto-Position gehandelt. Dieses Bewertungsniveau könnte sich angleichen, wenn sich der Bitcoin stabilisiert oder weiter erholt – oder sich bei anhaltender Schwäche der Kryptowährung noch deutlicher voneinander entfernen.
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