Die monatelange Hängepartie für Aktionäre von Strategy hat ein Ende. Der Indexanbieter MSCI hat entschieden, Unternehmen mit großen digitalen Vermögenswerten nun doch nicht aus seinen globalen Indizes zu streichen. Damit ist das Schreckgespenst massiver Zwangsverkäufe durch passive Fonds vorerst vom Tisch. Doch während die unmittelbare Gefahr gebannt scheint, warnen Experten vor neuen strukturellen Hürden, die das Wachstum des Unternehmens bremsen könnten.
Gefahr von Milliarden-Abflüssen gebannt
Die Entscheidung von MSCI, die am 6. Januar 2026 verkündet wurde, sorgt für spürbare Erleichterung an den Märkten. Wäre der Ausschluss vollzogen worden, hätten Indexfonds, die den MSCI USA Index nachbilden, ihre Positionen in Strategy liquidieren müssen. Die Analysten von JPMorgan schätzten den potenziellen Verkaufsdruck auf bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar.
Dieses Szenario hätte vermutlich zu einer Kaskade von Kursverlusten geführt, da der MSCI USA rund 85 Prozent des US-Aktienmarktes abdeckt und als Benchmark für unzählige institutionelle Portfolios dient. Die Aktie reagierte auf die Nachricht mit Kursgewinnen und notiert aktuell bei rund 167 US-Dollar.
Sieg mit bitterem Beigeschmack
Trotz des Erfolgs bleibt die Freude gedämpft, denn MSCI hat die Entscheidung an strikte Bedingungen geknüpft. Zwar verbleibt Strategy im Index, doch neue Aktienemissionen werden künftig nicht mehr bei der Gewichtung berücksichtigt. Zudem werden die aktuellen Indexgewichtungen eingefroren.
Das bedeutet konkret: Wenn Strategy neues Eigenkapital aufnimmt, um weitere Bitcoin-Käufe zu finanzieren, führt dies nicht mehr zu automatischen Käufen durch passive Fonds. Auch die Schwelle von 50 Prozent für digitale Vermögenswerte bleibt bestehen. Analysten von TD Cowen bezeichnen die Entwicklung zwar als positiv, stellen aber die Frage in den Raum, ob es sich um einen echten Sieg oder nur um einen „Aufschub der Hinrichtung“ handelt.
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Belastung durch Bitcoin-Korrektur und Bewertungsabschlag
Ungeachtet der regulatorischen Entwarnung kämpft die Aktie weiterhin mit der Schwäche des zugrundeliegenden Assets. Der Kurs notiert rund 57 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Dies spiegelt den deutlichen Rückgang des Bitcoin-Preises wider, der von Spitzenwerten über 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 auf aktuell rund 91.000 US-Dollar gefallen ist. Infolgedessen verzeichnete das Unternehmen im vierten Quartal 2025 einen nicht realisierten Verlust von 17,44 Milliarden US-Dollar.
Ein weiteres strukturelles Problem ist das Verhältnis von Marktwert zum Nettoinventarwert (NAV). Da die Aktie zuletzt mit einem Abschlag (Discount) zum Wert der gehaltenen Bitcoins handelte, ist die Aufnahme von Kapital für weitere Käufe erschwert, ohne die bestehenden Aktionäre zu verwässern. S&P Global Ratings bewertet die Bitcoin-Bestände zudem weiterhin als spekulative Vermögenswerte ohne Kapitalwert, was die Kreditwürdigkeit mit einem B-minus-Rating belastet.
Angesichts der eingefrorenen Index-Gewichtungen und des Abschlags zum inneren Wert bleibt die Situation herausfordernd. Zwar sehen Analysten mit einem durchschnittlichen Kursziel von über 480 US-Dollar weiterhin großes Potenzial, doch der Weg dorthin hängt nun stärker denn je von der reinen Preisentwicklung des Bitcoin ab, da der „Automatismus“ passiver Geldflüsse eingeschränkt wurde.
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