Strategy Aktie: Rückkauf bis 1 Milliarde Dollar
Strategy genehmigt Aktienrückkauf über eine Milliarde Dollar, knüpft die Umsetzung aber an Bedingungen und eigenes Ermessen.

Kurz zusammengefasst
- Rückkaufvolumen bis zu einer Milliarde Dollar
- Keine feste Kaufverpflichtung für das Unternehmen
- USD-Reserve bleibt für Rückkäufe tabu
- Aktienkurs nahe Mehrmonatstief notiert
Strategy hat am 29. Juni 2026 ein Aktienrückkaufprogramm für eigene Class-A-Stammaktien im Volumen von bis zu einer Milliarde US-Dollar genehmigt. Das klingt nach einem klaren Signal an Aktionäre. Der Teufel steckt im Detail.
Was die Ermächtigung wirklich bedeutet
Der Vorstand hat das Programm genehmigt — kaufen muss das Unternehmen aber nichts. Die Ermächtigung läuft ohne festes Enddatum und kann jederzeit geändert, ausgesetzt oder beendet werden. Rückkäufe sind über offene Marktgeschäfte, Blocktransaktionen oder privat ausgehandelte Deals möglich. Wann und ob das Unternehmen tatsächlich kauft, hängt von Marktlage, Liquidität und Handelskursen ab.
Wichtig für Aktionäre: Die USD-Reserve des Unternehmens steht für Rückkäufe nicht zur Verfügung. Diese Reserve belief sich zum 28. Juni 2026 auf rund 2,55 Milliarden US-Dollar. Sie dient ausschließlich zur Absicherung von Vorzugsdividenden und Zinszahlungen — rund 1,76 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Das entspricht etwa 17,4 Monaten Deckung. Unter 12 Monate darf die Reserve nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Vorstands sinken.
Will Strategy also tatsächlich Aktien zurückkaufen und dafür Bitcoin verkaufen, läuft das über ein separat genehmigtes BTC-Monetarisierungsprogramm. Kein automatischer Prozess, sondern eine bewusste Entscheidung.
Strategiewechsel oder nur Werkzeugkasten?
Das Rückkaufprogramm ist Teil eines größeren Rahmens, den Strategy am selben Tag vorgestellt hat. Darin enthalten: eine USD-Reserve-Politik, eine überarbeitete Dividendenpolitik für Vorzugsaktien, ein separates Rückkaufprogramm für digitale Kreditpapiere ebenfalls bis zu einer Milliarde US-Dollar sowie das BTC-Monetarisierungsprogramm.
Das Unternehmen signalisiert damit einen Kurswechsel in der Kapitalallokation. Bislang stand Strategy für eine Einbahnstraße: Kapital aufnehmen, Bitcoin kaufen. Nun kommen Rückkäufe als Gegenpol hinzu. Management will laut eigener Aussage Stammaktien zurückkaufen, wenn der Kurs unter dem intrinsischen Wert liegt. Außerdem plant das Unternehmen, bei der Ausgabe neuer Stammaktien disziplinierter vorzugehen — besonders wenn der Kurs nahe dem einfachen mNAV je Aktie notiert.
Kurs weit vom Hoch entfernt
Die Ermächtigung trifft auf eine Aktie unter erheblichem Druck. Der Schlusskurs lag am Montag bei 81,25 Euro — rund 79 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 391,80 Euro vom Juli 2025. Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 40 Prozent verloren. Der RSI von 32,8 zeigt eine technisch schwache Phase an.
Das Rückkaufprogramm wurde also nahe einem Mehrmonatstief angekündigt. Das passt zur Logik des Managements: Rückkäufe dann, wenn der Kurs als zu günstig gilt. Ob daraus tatsächlich Käufe werden, entscheidet das Unternehmen nach eigenem Ermessen — und hat sich dazu explizit keine Verpflichtung auferlegt.
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