Super Micro Aktie: Margen im Fokus

Super Micro kämpft mit sinkenden Gewinnspannen im KI-Server-Markt, sichert sich aber eine Milliarden-Kreditlinie für das Wachstum. Ein Analyst senkte das Kursziel deutlich.

Kurz zusammengefasst:
  • Kursziel von Mizuho auf 31 US-Dollar gesenkt
  • Neue Kreditlinie über zwei Milliarden US-Dollar
  • Bruttomarge rutscht auf unter zehn Prozent
  • Bereitet Infrastruktur für NVIDIAs neue Plattform vor

Super Micro steckt mitten im AI-Server-Boom, kämpft aber gleichzeitig mit sinkenden Margen und hohem Kapitalbedarf. Ein deutlich gesenktes Analystenkursziel, eine Milliarden-Kreditlinie und starke Abhängigkeit von NVIDIAs Roadmap zeigen, wie hoch der Druck auf das Geschäftsmodell aktuell ist. Entscheidend wird, ob das Unternehmen sein rasantes Wachstum in solide Profitabilität übersetzen kann.

Analyst drückt Kursziel – Sorge um Margen

Am Freitag hat Mizuho-Analyst Vijay Rakesh seine Einstufung für Super Micro zwar auf „Neutral“ belassen, das Kursziel jedoch klar von 45 auf 31 US‑Dollar reduziert. Begründung: anhaltende Sorgen um die Margen im hart umkämpften Markt für AI-Server.

Super Micro Computer

US86800U1043
-
Heute: -
7 Tage: -

Während Super Micro seine Kapazitäten ausbaut, um die hohe Nachfrage zu bedienen, geraten die Gewinnspannen unter Druck. Der Wettbewerb mit Anbietern wie Dell und HPE im eher standardisierten AI-Server-Segment zwingt zu aggressiver Preisgestaltung – ein Thema, das die Börse inzwischen deutlich ernster nimmt.

Milliarden-Kreditlinie für vollen Auftragsbuch

Parallel dazu hat Super Micro zu Wochenbeginn eine neue Finanzierungsquelle bestätigt. Das Unternehmen schloss eine verbindliche Kreditvereinbarung mit JPMorgan Chase Bank über eine revolvierende Kreditlinie von 2 Milliarden US‑Dollar ab, die seit Ende Dezember 2025 in Kraft ist.

Ziel der Finanzierung ist in erster Linie das Working Capital für einen Rekord-Auftragsbestand. Die Mittel sollen insbesondere in teure Komponenten für flüssiggekühlte AI-Racks fließen, ein Segment, in dem Super Micro seine Marktführerschaft behaupten will. Damit macht das Management klar: Wachstum und Kapazitätsausbau haben Priorität – auch um den Preis höherer Kapitalbindung.

Stichpunkte zu den jüngsten Maßnahmen:

  • Neues revolvierendes Kreditvolumen: 2 Mrd. US‑Dollar
  • Zweck: Finanzierung des rekordhohen Auftragsbestands
  • Fokus: Liquid-cooled AI-Racks und hochpreisige Komponenten
  • Analystenseite: Kurszielsenkung wegen Margendruck auf 31 US‑Dollar

Abhängigkeit von NVIDIA – Infrastruktur für „Vera Rubin“

Auf der operativen Seite bereitet sich Super Micro auf die nächste GPU-Generation von NVIDIA vor. Das Unternehmen meldete die Infrastruktur-Bereitschaft für NVIDIAs kommende „Vera Rubin“-Plattform und kündigte erweiterte Fertigungskapazitäten für die Systeme Vera Rubin NVL72 und HGX Rubin NVL8 an.

Damit positioniert sich Super Micro, um von NVIDIAs künftiger Produktgeneration zu profitieren. Die Botschaft: Die Hardware- und Produktionsseite soll kein Engpass sein, wenn NVIDIA seine neue Plattform skaliert.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Super Micro Computer?

Zahlen zeigen Wachstumsdilemma

Der Fokus auf Liquidität und Margen kommt nicht von ungefähr. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (per 30. September 2025) meldete Super Micro einen Umsatz von 5,02 Milliarden US‑Dollar – ein Rückgang von 15,5 % im Jahresvergleich. Das Management führte dies unter anderem auf Timing-Effekte in der Lieferkette und den Übergang auf neue GPU-Architekturen zurück.

Deutlich problematischer für Investoren ist jedoch die Ertragsseite. Die GAAP-Bruttomarge fiel im Quartal auf 9,3 % nach 13,1 % im Vorjahr und liegt damit klar unter den langfristigen Unternehmenszielen. Die Non-GAAP-Bruttomarge lag mit 9,5 % nur minimal höher. Der Rückgang verdeutlicht, wie stark der Preisdruck im AI-Server-Markt inzwischen geworden ist.

Auf der anderen Seite bleibt die Wachstumsperspektive beeindruckend: Für das Gesamtjahr 2026 stellt Super Micro rund 36 Milliarden US‑Dollar Umsatz in Aussicht. Genau diese Spannung – starkes Umsatzwachstum bei gleichzeitig sinkenden Margen – ist der entscheidende Diskussionspunkt unter Analysten. Die neue Kreditlinie wird dabei als notwendiger Puffer gesehen, um den hohen Working-Capital-Bedarf des Wachstums zu stemmen.

Technische Lage: Unter Durchschnittswerten

Aus technischer Sicht hat sich die Aktie zuletzt unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten eingependelt. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 30,16 US‑Dollar, rund 6,5 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt von 32,26 US‑Dollar und deutlich unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 41,95 US‑Dollar. Damit bewegt sich der Titel klar unter seinen mittelfristigen Trendmarken.

Im Handel orientieren sich Marktteilnehmer zudem an einer Unterstützungszone um 28 US‑Dollar, die sich zuletzt als Haltelinie in Phasen erhöhter Schwankungen erwiesen hat. Nach oben begrenzen die kurzfristigen Durchschnitte und das neue Mizuho-Kursziel von 31 US‑Dollar zunächst den Spielraum.

Ausblick: Wachstum ja, Profitabilität offen

Für 2026 rückt die Abarbeitung des Auftragsbestands von 13 Milliarden US‑Dollar in den Mittelpunkt. Entscheidend wird, ob Super Micro es schafft, die Kapazitäten für Blackwell- und Rubin-basierte Systeme hochzufahren und gleichzeitig die Bruttomargen wieder in den zweistelligen Bereich zu führen.

Ohne eine erkennbare Verbesserung der Profitabilität dürften die beeindruckenden Umsatzziele an der Börse nur begrenzt honoriert werden, zumal der Kapitalbedarf durch die neue Kreditlinie klar sichtbar ist. Gelingt dagegen die Kombination aus Margenstabilisierung und hoher Auslastung der erweiterten Infrastruktur, könnte sich das aktuelle Bewertungsbild im Laufe von 2026 deutlich verändern.

Super Micro Computer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Super Micro Computer-Analyse vom 11. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Super Micro Computer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Super Micro Computer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Super Micro Computer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Weitere Artikel zu Super Micro Computer

Neueste News

Alle News

Super Micro Computer Jahresrendite

Rechtliche Hinweise zu den Hebelprodukten