Super Micro Computer Aktie: Bruttomarge springt auf 10,1 Prozent

Super Micro Computer steigert die Bruttomarge deutlich, verfehlt aber die Umsatzerwartungen. Analysten reagieren gemischt auf den Strategiewechsel.

Dieter Jaworski ·
Super Micro Computer Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bruttomarge steigt auf über 10 Prozent
  • Umsatz verfehlt Analystenschätzungen klar
  • Gewinn je Aktie übertrifft Prognosen
  • Rechtliche Risiken und gesenkte Jahresprognose

Der Umsatz verfehlt die Erwartungen. Trotzdem beendete Super Micro Computer die Handelswoche am Freitag mit einem Plus von gut fünf Prozent. Auf Monatssicht steht sogar ein Zuwachs von über 51 Prozent. Der Grund für diese Rally liegt in den Details der Quartalszahlen. Das Unternehmen opfert Volumen für Profitabilität.

Im dritten Geschäftsquartal kletterte die bereinigte Bruttomarge auf 10,1 Prozent. Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei 6,3 Prozent. Das Management erklärt diesen Sprung mit einem veränderten Kundenmix. Super Micro fokussiert sich verstärkt auf margenstarke Enterprise- und Edge-Computing-Lösungen. Verträge mit großen Cloud-Anbietern rücken in den Hintergrund.

Dieser Strategiewechsel verändert die Wahrnehmung an der Wall Street. Investoren bewerten die Aktie nun stärker anhand der verbesserten Profitabilität und weniger nach reinem Umsatzwachstum.

Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich zwar kräftig auf 10,24 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld allerdings mit über 12 Milliarden gerechnet. Beim Gewinn übertraf der Serverbauer die Prognosen hingegen deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,84 US-Dollar.

Analysten und Atomkraft

Raymond James reagiert direkt auf die Zahlen. Die Analysten heben das Kursziel auf 45 US-Dollar an. Sie loben die verbesserte Kostenstruktur. Wedbush belässt das Ziel hingegen bei 34 US-Dollar und stuft die Aktie neutral ein.

Abseits der Finanzen sucht das Management nach neuen Energiequellen für KI-Rechenzentren. Super Micro hat eine Absichtserklärung mit Nano Nuclear Energy unterzeichnet. Gemeinsam prüfen die Firmen den Einsatz von fortschrittlichen Mikroreaktoren. Das Ziel: emissionsarmer Strom für extrem dichte Server-Cluster.

Juristische Risiken dämpfen den Ausblick

Trotz der Kursgewinne bleiben rechtliche Hürden bestehen. Das US-Justizministerium hat kürzlich eine Anklage gegen mehrere Personen aus dem Unternehmensumfeld veröffentlicht. Es geht um mutmaßliche Verstöße gegen Exportkontrollen. Super Micro selbst ist nicht angeklagt. Das Unternehmen hat die betroffenen Mitarbeiter beurlaubt.

Zeitgleich läuft eine Sammelklage von Investoren. Hier endet Ende Mai die Frist für die Benennung eines Hauptklägers. Diese juristischen Baustellen treffen auf eine gesenkte Jahresprognose. Der Vorstand erwartet nun einen Gesamtumsatz von maximal 40,4 Milliarden US-Dollar. Zuvor lag die Untergrenze bei glatten 40 Milliarden.

Charttechnisch steht die Aktie an einer wichtigen Schwelle. Mit dem aktuellen Kurs notiert das Papier nur hauchdünn unter der 200-Tage-Linie. Ein nachhaltiger Ausbruch über diesen gleitenden Durchschnitt könnte weiteres Aufwärtspotenzial freisetzen. Fällt der Wert jedoch zurück, droht bei der extrem hohen Schwankungsbreite ein schneller Rücksetzer.

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