Super Micro Computer Aktie: Gründerpaar verkauft Aktien
Der vorab festgelegte Insiderverkauf traf auf ein gemischtes Quartal: Der Gewinn übertraf die Prognose, der Umsatz blieb darunter.
Kurz zusammengefasst
- Liang und Liu veräußerten 100.000 Aktien
- Verkauf über vorab eingerichtetes Handelsprogramm
- Quartalsgewinn übertraf die Markterwartung
- Umsatz blieb knapp unter der Prognose
Zwei Insiderverkäufe, ein und dieselbe Transaktion: Bei Super Micro Computer haben Gründer und CEO Charles Liang sowie seine Frau Sara Liu, Direktorin und Großaktionärin, am 7. Oktober 100.000 Aktien abgegeben. Der Erlös lag bei rund 4,5 Millionen Dollar. Die Meldungen sehen auf den ersten Blick nach zwei Verkäufen aus, beschreiben aber denselben Vorgang.
Geplanter Verkauf, kein Alarmsignal
Die Papiere gingen zu Preisen zwischen 45,00 und 45,06 Dollar über den Tisch, im Schnitt zu 45,02 Dollar. Der Verkauf lief über ein Handelsprogramm nach Rule 10b5-1, das bereits am 26. Mai 2026 aufgesetzt wurde. Solche Pläne legen Zeitpunkt und Umfang im Voraus fest. Sie gelten deshalb als weniger aussagekräftig als spontane Verkäufe.
Der Anteil bleibt gewaltig. Liu hält direkt 337.506 Aktien, dem Ehepartner werden indirekt gut 40 Millionen Papiere zugerechnet. Zudem wurden 25,3 Millionen Aktien in ein gemeinsames Depot umgebucht und gelten nun als direkter Besitz von Liang. Das ist laut Meldung eine rein formale Umgliederung, die Gesamtzahl der Anteile ändert sich nicht.
Die Aktie schloss am Freitag bei 41,86 Dollar, ein Minus von gut 2 Prozent. Auf Sicht von sechs Monaten steht dennoch ein Plus von rund 84 Prozent.
Gemischte Zahlen, volle Auftragsbücher
Fundamental liefert das Unternehmen ein zweigeteiltes Bild. Im vierten Geschäftsquartal 2026 übertraf der bereinigte Gewinn je Aktie mit 1,70 Dollar die Erwartung von 1,59 Dollar. Der Umsatz von 11,12 Milliarden Dollar blieb dagegen knapp unter den erwarteten 11,26 Milliarden. Als Grund nannte das Unternehmen Verzögerungen bei großen Kundenprojekten.
Rosenblatt verweist auf neue KI-Infrastrukturaufträge von rund 60 Milliarden Dollar und bleibt bei „Buy“ mit Kursziel 51 Dollar. Bernstein SocGen hob das Ziel auf 42 Dollar an, bei „Market Perform“, und nannte eine bessere Marge als Begründung. Das Analystenbild ist damit nicht einheitlich, die Ziele liegen zwischen 42 und 51 Dollar.
Entlastung kam zuletzt auch bei einem heiklen Thema. Eine unabhängige Prüfung unter Leitung des Verwaltungsrats entlastete das Management in den Vorwürfen zu Exportkontrollen.
Technologie und Partner
Operativ treibt Super Micro das Geschäft mit flüssiggekühlten Systemen voran. Das Unternehmen liefert inzwischen NVIDIA-Vera-Rubin-NVL72-Racks aus. Außerdem erweiterte es die Zusammenarbeit mit Cisco: Flüssig- und luftgekühlte Systeme werden Teil der „Secure AI Factory“ von Cisco.
Der Kurs liegt damit gut 7 Prozent unter dem Verkaufspreis der Insider. Hält er sich oberhalb des Bernstein-Ziels von 42 Dollar nicht, richtet sich der Blick auf die Frage, ob die Auftragsverzögerungen in den kommenden Quartalen nachlassen. Rosenblatt rechnet mit Rückenwind für das Umsatzwachstum bis ins Geschäftsjahr 2027.
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