Super Micro Computer Aktie: Illegale China-Exporte!

Ein Mitgründer von Super Micro Computer wird wegen mutmaßlichen Schmuggels von KI-Servern nach China angeklagt. Die Aktie stürzte daraufhin um ein Drittel ab und das Unternehmen ergreift personelle Maßnahmen.

Redaktion Stock-World ·
Super Micro Computer Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Anklage wegen Milliarden-Schmuggels von KI-Servern
  • Aktienkurs bricht um über 33 Prozent ein
  • Mitgründer tritt aus Verwaltungsrat zurück
  • Analysten stufen Aktie auf Hold herab

Die US-Justiz greift hart durch: Wegen des mutmaßlichen Schmuggels von KI-Servern im Wert von Milliarden nach China wurde ein Mitgründer von Super Micro Computer angeklagt. Die Nachricht löste am Freitag einen massiven Ausverkauf aus und zwingt den ohnehin krisengeprüften Hardware-Hersteller zu drastischen personellen Konsequenzen. Während das Unternehmen versucht, den Schaden zu begrenzen, rückt die ohnehin fragile Glaubwürdigkeit der Unternehmensführung erneut in den Fokus.

Das Milliarden-Netzwerk

Laut der US-Staatsanwaltschaft sollen Mitgründer Yih-Shyan „Wally“ Liaw und zwei Komplizen ein ausgeklügeltes System aufgebaut haben, um amerikanische Exportkontrollen zu umgehen. Zwischen 2024 und 2025 flossen so angeblich mit Nvidia-Chips bestückte KI-Server im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar illegal nach China. Um die Herkunft zu verschleiern, entfernten die Beschuldigten Seriennummern, nutzten Attrappen für Inspektionen und leiteten die Lieferungen über Zwischenhändler in Südostasien um.

Absturz und Schadensbegrenzung

Die Börse reagierte unerbittlich auf die strafrechtlichen Vorwürfe. Am Freitag brach das Papier um 33,32 Prozent auf 20,53 US-Dollar ein und markierte damit exakt ein neues 52-Wochen-Tief. Innerhalb eines einzigen Handelstages lösten sich rund 4,5 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung in Luft auf. Der Abverkauf zog sogar Partner wie Nvidia und AMD in Mitleidenschaft, da Super Micro für einen signifikanten Teil der Nvidia-Umsätze verantwortlich ist.

Um den Reputationsschaden einzudämmen, reagierte das Management umgehend. Liaw trat mit sofortiger Wirkung aus dem Verwaltungsrat zurück und wurde beurlaubt. Gleichzeitig ernannte der Konzern DeAnna Luna, eine Expertin mit langjähriger Erfahrung bei Intel, zur neuen Compliance-Chefin. Das Unternehmen betonte zudem in einer Stellungnahme, selbst nicht als Angeklagter in der Untersuchung geführt zu werden.

Wiederkehrende Muster belasten

Die aktuelle Krise trifft Super Micro an einem ohnehin wunden Punkt. Bereits 2018 musste Liaw im Zuge eines Bilanzskandals zurücktreten, der zu einer Millionenstrafe der US-Börsenaufsicht SEC führte, kehrte aber später in den Verwaltungsrat zurück. Die Vorwürfe bestätigen nun teilweise die scharfe Kritik des Leerverkäufers Hindenburg Research aus dem späten Jahr 2024. Dieser hatte dem Unternehmen unter anderem Verstöße gegen US-Exportverbote vorgeworfen.

Neben den juristischen Problemen kämpft der Server-Bauer mit operativem Gegenwind. Die Gewinnmargen schrumpften zuletzt im Jahresvergleich von 6,9 auf 3,1 Prozent. Konkurrenten wie Dell Technologies stehen bereit, um die Schwächephase zu nutzen und im lukrativen KI-Sektor Marktanteile abzugreifen.

Die Analysten von Argus reagierten bereits auf die jüngsten Ereignisse und stuften die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ ab. Sollte das US-Justizministerium die Ermittlungen in den kommenden Wochen von den Einzelpersonen auf das gesamte Unternehmen ausweiten, drohen Super Micro weitere empfindliche rechtliche Konsequenzen sowie ein dauerhafter Verlust von Großkunden im hart umkämpften KI-Hardware-Segment.

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KGV —
KUV 14,66
Sektor —
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 28,10 Mrd. USD
Ø Kursziel 42,27 USD
ISIN: US86800U1043 WKN: A0MKJF

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