Super Micro Computer Aktie: Rekord-Auftragsbestand nach Zahlen
Super Micro übertrifft Margenprognose deutlich und meldet Rekordaufträge. Die Aktie reagiert mit einem zweistelligen Kursplus im nachbörslichen Handel.

Kurz zusammengefasst
- Bruttomarge mehr als verdoppelt
- Rekord-Auftragsbestand von 60 Milliarden
- Umsatzprognose für 2027 deutlich angehoben
- KI-Infrastruktur-Nachfrage bleibt ungebrochen
Ein Blick auf die Bruttomarge reicht, um zu verstehen, warum Super Micro Computer an der Börse für Aufsehen sorgt. Statt der selbst prognostizierten 8,2 bis 8,4 Prozent lieferte das Unternehmen im vierten Geschäftsquartal 17,6 Prozent — mehr als doppelt so viel wie angekündigt. Die Aktie legte nachbörslich zweistellig zu und markierte damit die kräftigste Reaktion seit Monaten.
Der Umsatz verfehlte mit 11,1 Milliarden US-Dollar zwar die Analystenschätzung von 11,6 Milliarden US-Dollar leicht. Verglichen mit 5,8 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal hat sich das Geschäft dennoch nahezu verdoppelt. Beim Gewinn gab es keinen Interpretationsspielraum: Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 1,70 US-Dollar, deutlich über der Konsensschätzung von 0,92 US-Dollar. Unter dem Strich verdiente Super Micro 1,178 Milliarden US-Dollar — nach 195 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.
Auftragsbestand auf Rekordniveau
Für zusätzliche Fantasie sorgt der Blick nach vorn. Nach Angaben von CEO Charles Liang gewann Super Micro im vergangenen Geschäftsjahr mehrere hundert zusätzliche Unternehmenskunden und verbuchte allein im Juni-Quartal neue Aufträge von mehr als 60 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen startet damit mit einem Rekord-Auftragsbestand in das neue Geschäftsjahr.
Im gesamten Geschäftsjahr 2026 setzte Super Micro 39,1 Milliarden US-Dollar um, nach 22 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 2,2 Milliarden US-Dollar. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt das Management einen Umsatz zwischen 65 und 72 Milliarden US-Dollar in Aussicht — weit über dem Analystenkonsens von rund 52,5 Milliarden US-Dollar. Bereits das erste Quartal soll mit 14,5 bis 15,5 Milliarden US-Dollar deutlich über den bisherigen Erwartungen liegen.
Der positive Ausschlag fällt nicht isoliert. Auch der Konkurrent CoreWeave meldete am gleichen Abend starke Zahlen und einen Milliarden-Auftragsbestand, was das Bild einer weiterhin ungebrochenen Nachfrage nach KI-Infrastruktur stützt. Zuvor hatten bereits Dell Technologies und Hewlett Packard Enterprise auf robuste Server-Nachfrage im KI-Segment hingewiesen — die Branchendynamik spricht damit für einen breiteren Trend, nicht nur für einen Einzelfall bei Super Micro.
Die Aktie handelte im vorbörslichen US-Geschäft bei 34,78 US-Dollar. Das liegt spürbar über dem 52-Wochen-Tief von 19,48 US-Dollar, aber noch deutlich unter dem Hoch von 58,78 US-Dollar. Ob die Rekordorders und die überraschend starke Margenerholung ausreichen, um diese Lücke zu schließen, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen entscheiden — vor allem daran, ob sich die Bruttomarge auf dem neuen Niveau stabilisieren lässt.
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