Super Micro Computer Aktie: Rosenblatt bekräftigt Kaufempfehlung
Rosenblatt hält an 51 US-Dollar Kursziel fest und verweist auf höhere Gewinnschätzungen sowie neue KI-Aufträge.

Kurz zusammengefasst
- Rosenblatt bekräftigt Kaufempfehlung und Kursziel
- Gewinnschätzungen binnen drei Monaten um 30 Prozent gestiegen
- KI-Aufträge über 60 Milliarden US-Dollar
- Mark Long übernimmt Finanzchefposten
Rosenblatt sieht bei Super Micro Computer nach der Neubesetzung des Finanzressorts weiter Kaufpotenzial. Das Analysehaus bestätigte gestern seine Kaufempfehlung und das Kursziel von 51 US-Dollar. Entscheidend ist dabei nicht allein der Personalwechsel: Die Analysten verweisen auf gestiegene Gewinnschätzungen und neue KI-Aufträge. Der Wechsel zu Mark Long soll zugleich einen seit Langem offenen Punkt in der Finanzführung schließen.
Aufträge stützen die Kaufempfehlung
Nach Einschätzung von Rosenblatt sind die Gewinnschätzungen innerhalb von drei Monaten um 30% gestiegen. Das Kursziel entspricht ungefähr dem Zehnfachen der erwarteten Gewinne je Aktie für das Geschäftsjahr 2027. Damit begründet das Haus seine positive Einschätzung sowohl mit der Ergebnisentwicklung als auch mit der Bewertung.
Als operativen Rückhalt nennt Rosenblatt neue KI-Aufträge. Zusätzlich erwarten die Analysten einen Volumenhochlauf bei Vera Rubin bis zum Januarquartal. Die Einschätzung setzt damit auf die Umsetzung der Aufträge und den erwarteten Produktionshochlauf, nicht nur auf eine stabilere Finanzorganisation.
Das von Rosenblatt angeführte neue Auftragsvolumen liegt bei mehr als 60 Mrd. US-Dollar und verteilt sich auf über 20 Kunden. Den vorangegangenen finanzierungsbedingten Kursrückgang hält das Analysehaus für überzogen.
Die Unternehmensprognose liegt ebenfalls deutlich über den Markterwartungen. Laut Reuters stellte Super Micro im August für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatz von 65–72 Mrd. US-Dollar in Aussicht.
Dem stand ein Analystenkonsens von 52,5 Mrd. US-Dollar gegenüber. Für Anleger liegt darin eine zentrale Bewährungsprobe: Super Micro muss die hohen eigenen Erwartungen operativ einlösen. Die Differenz zwischen Prognose und Konsens ist noch kein Beleg dafür, dass die erwarteten Erlöse tatsächlich erreicht werden.
Long übernimmt eine anspruchsvolle Aufgabe
Mark Long trat am Mittwoch mit sofortiger Wirkung die Nachfolge von David Weigand als Finanzchef an. Er berichtet direkt an CEO Charles Liang. Weigand unterstützt den Übergang und soll anschließend zur Optimierung und Beschleunigung des Geschäfts beitragen.
Long bringt Erfahrung als Finanz- und Strategiechef von Western Digital mit. Nach Reuters begann die Suche nach einem neuen Finanzchef im Dezember 2024 nach einer unabhängigen Prüfung der Buchhaltung. Seine Ernennung beendet damit eine lange Suche.
Rosenblatt verweist außerdem auf den bereinigten Abschluss des Geschäftsjahres 2026 und behobene Kontrollmängel. Diese Einschätzung ist ein weiterer Baustein der Kaufempfehlung: Neben dem Wachstum zählt für das Analysehaus auch die Verlässlichkeit der Finanzorganisation.
Rechtliche Risiken bleiben ein Gegengewicht
Der Personalwechsel beseitigt nicht die Belastungen aus dem mutmaßlichen illegalen Export von Servern mit kontrollierten Nvidia-Chips nach China. Im Zusammenhang mit dem Fall wurden ein Mitgründer und weitere Personen angeklagt. Super Micro selbst ist nicht angeklagt und kooperiert mit den Behörden.
Ein Auftragnehmer bekannte sich in vier Anklagepunkten schuldig. Eine interne Untersuchung fand laut Unternehmen keine Hinweise darauf, dass die derzeitige Geschäftsleitung von dem mutmaßlichen Plan wusste.
Für Anleger stehen damit zwei Ebenen nebeneinander: Rosenblatt sieht ausreichende operative Argumente für eine Kaufempfehlung. Die neue Finanzführung muss zugleich dazu beitragen, das Vertrauen in Kontrollen und Geschäftsumsetzung zu festigen. Die Ernennung ist ein konkreter Schritt; die erwartete Geschäftsentwicklung bleibt eine Prognose.
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