Super Micro Computer Aktie: Rosenblatt sieht 57 Dollar
Super Micro stellt höhere Quartalserlöse und Margen in Aussicht; Rosenblatt erhöht seine Gewinn- und Umsatzschätzungen für 2027.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzprognose für Juli bis September angehoben
- Bruttomarge von 12 bis 12,5 Prozent erwartet
- Rosenblatt setzt Kursziel auf 57 Dollar
- KI-Funknetzlösungen mit Nokia und NVIDIA vorgestellt
Die vorläufigen Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2027 verändern die Bewertung von Super Micro Computer spürbar. Rosenblatt zieht nach und hebt das Kursziel von 51 auf 57 Dollar, die Kaufempfehlung bleibt. Zugleich meldet der Serverhersteller eine neue Kooperation im Telekombereich.
Prognose weit über den Erwartungen
Für Juli bis September stellt das Unternehmen Erlöse zwischen 18,5 und 19,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Die bisherige Spanne lag bei 14,5 bis 15,5 Milliarden Dollar, der Markt hatte zuletzt mit rund 15,2 Milliarden gerechnet. Im Mittelwert entspricht das einem Plus von 71 Prozent zum Vorquartal.
Auch bei der Marge fällt die Vorabmeldung besser aus. Die Bruttomarge soll bei 12 bis 12,5 Prozent liegen, zuvor waren 10,4 bis 10,8 Prozent angepeilt. Im nachbörslichen und vorbörslichen US-Handel legte die Aktie zweistellig zu. Charttechnisch kam der Schub zur rechten Zeit: Zuvor drohte der Kurs, die 200-Tage-Linie nach unten zu durchbrechen.
Rosenblatt rechnet deutlich höher
Die Analysten begründen das neue Kursziel mit einem Multiplikator von etwa dem Neunfachen des geschätzten Gewinns je Aktie für 2027. Diese Schätzung steigt von 5,13 auf 6,40 Dollar, die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr von 68,5 auf 80 Milliarden Dollar.
Der Konsens lag vor drei Monaten noch bei 3,17 Dollar und zuletzt bei 4,34 Dollar. Rosenblatt erwartet, dass er nach der Vorabmeldung um mindestens einen Dollar steigt.
Als Treiber nennen die Analysten den starken Auftragseingang: Neue Bestellungen von mehr als 20 Kunden summieren sich auf 60 Milliarden Dollar. Hinzu kommt der Start der Auslieferung von Racks mit NVIDIAs Vera-Rubin-Plattform samt Flüssigkühlung.
Ein Risiko bleibt: Die Untersuchungen zu Exportkontrollen laufen weiter. Eine unabhängige Prüfung hatte allerdings zuvor keine Belege für Fehlverhalten der Führung oder Probleme in den Finanzberichten gefunden.
Neuer Vorstoß im Mobilfunk
Parallel dazu präsentiert Supermicro gemeinsam mit Nokia und NVIDIA Lösungen für KI-gestützte Funknetze. Die Server für NVIDIAs Aerial-RAN-Plattform sind laut Unternehmen ab sofort verfügbar. Sie reichen von Mobilfunkstandorten bis zu zentralen Netzknoten und sollen Netzbetreibern erlauben, Funk- und KI-Lasten auf derselben Hardware laufen zu lassen. Ein weiteres System soll Ende des Jahres folgen, die allgemeine Verfügbarkeit der 2U-ARC-Pro-Variante ist für die erste Jahreshälfte 2027 geplant.
Den nächsten Belastungstest liefert die reguläre Quartalsberichterstattung. Dann tritt Finanzchef Mark Long erstmals bei einer Telefonkonferenz auf und muss die vorläufigen Zahlen bestätigen.
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