Swiss Re Aktie: Jefferies sieht Preisdruck
Jefferies erwartet sinkende Rückversicherungspreise und kürzt das Kursziel; Swiss Re verweist auf unterschiedliche Entwicklungen nach Sparte und Region.

Kurz zusammengefasst
- Jefferies stuft Swiss Re auf Underperform herab
- Kursziel fällt auf 110 Franken
- Swiss Re betont unterschiedliche Preiszyklen
- Hagelschäden in der Schweiz über 1,7 Milliarden Franken
Jefferies stuft Swiss Re von „Hold“ auf „Underperform“ ab. Das Kursziel sinkt von 130 auf 110 Franken. Die Begründung: Der Preisdruck im Rückversicherungsgeschäft nimmt zu und könnte sich noch beschleunigen.
Warum Jefferies skeptisch ist
Analyst Philip Kett argumentiert, die Märkte unterschätzten die negativen Folgen sinkender Preise für die Einnahmen des Konzerns deutlich. Aktienrückkäufe böten zwar eine gewisse Stütze. Allerdings dürfte die im Vergleich zur Konkurrenz schwächere Erfolgsbilanz zunehmend auf die Bewertung drücken. Dieser Nachteil sei im aktuellen Kurs noch nicht ausreichend eingepreist.
An der SIX gab die Aktie am Mittwochmorgen zeitweise 1,94 Prozent auf 144,40 Franken nach. Das Kursziel liegt damit gut 23 Prozent unter dem aktuellen Niveau.
Der Konzern hält dagegen
Am Vortag hatten Swiss-Re-Manager beim Rückversicherer-Branchentreffen in Baden-Baden ein anderes Bild gezeichnet. Pauschale Aussagen über Preisrückgänge seien oft zu grob, hieß es. Tatsächlich beobachte man viele „Mikrozyklen“: In manchen Geschäftsbereichen sinken die Preise, in anderen und je nach Region sieht es anders aus. Die Aktie legte nach diesen Aussagen zeitweise 1,16 Prozent auf 146,63 Franken zu.
Parallel dazu betonten die Verantwortlichen, wie stark Extremwetter die Branche beschäftigt. Das Hagelunwetter vom 28. August in der Schweiz verursachte geschätzte Schäden von mehr als 1,7 Milliarden Franken. Allein Fahrzeuge machten davon rund 800 Millionen Franken aus. Hätte das Ereignis Zürich getroffen, wäre der Verlust nach Einschätzung von Leopold Camara noch deutlich größer ausgefallen.
Auch Waldbrände gewinnen an Gewicht. In Europa wuchsen die Schäden daraus über Jahrzehnte jährlich um acht bis elf Prozent. In Frankreich waren 2026 so große Flächen betroffen wie seit zwanzig Jahren nicht.
Zwei Lesarten der Preislage
Jefferies sieht ein breites Abwärtsrisiko bei den Preisen. Swiss Re verweist auf ein differenziertes Bild mit unterschiedlichen Zyklen. Steigende Katastrophenschäden könnten Preisabschläge in einzelnen Sparten bremsen. Ob das reicht, um die Einnahmeerwartungen zu stützen, zeigt sich erst in den nächsten Zahlen des Konzerns. Bis dahin liegt Jeffereys‘ Ziel von 110 Franken deutlich unter dem Marktpreis von rund 144 Franken.
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