SynBiotic Aktie: 12-Prozent-Sturz auf 0,6160 Euro
SynBiotic senkt die Geschäftsjahresziele für 2025 deutlich, während Insolvenzanträge bei Tochterfirmen und der Cannabis-Fokus den Konzern prägen.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert zwölf Prozent
- CBD-Nachfrage belastet SynBiotic
- Drei Tochterfirmen mit Insolvenzthema
- Medizinisches Cannabis bleibt Kerngeschäft
Die Aktie von SynBiotic verzeichnet am heutigen Freitag einen deutlichen Rücksetzer und setzt damit die negative Tendenz der vergangenen Wochen fort. Das Papier verliert im heutigen Handel -12% an Wert. Mit einem aktuellen Kursniveau von 0,6160 Euro bewegt sich der Titel nur noch knapp über seinem bisherigen Jahrestief. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt aktuell lediglich 1,8%.
Belastungsfaktoren im CBD-Geschäft
Medienberichten zufolge leidet das Unternehmen unter einer massiven Kaufzurückhaltung im Bereich der CBD- und Hanfprodukte. CEO Daniel Kruse konstatierte bereits seit März 2026 eine deutlich schwächere Nachfrage der Konsumenten. Diese Entwicklung führte zu erheblichen Umsatzrückgängen und einer angespannten Liquiditätssituation innerhalb des Konzerns.
Um weitere Mittelabflüsse zu verhindern, hatte SynBiotic vor vier Wochen die finanzielle Unterstützung für zwei wesentliche Tochtergesellschaften eingestellt. In der Folge kündigten die SOLIDMIND Group GmbH, die die Marke Hempamed vertreibt, sowie die Entwicklungssparte Lean Labs Pharma GmbH an, Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Münster stellen zu wollen.
Bereits im Juni hatte mit der Hempro International GmbH eine weitere Konzerntochter den Gang zum Insolvenzgericht antreten müssen, nachdem dort die Nachfrage nach Hanf-Lebensmitteln eingebrochen war.
Drastische Senkung der Jahresprognose
Die operativen Schwierigkeiten spiegeln sich deutlich in der revidierten Planung für das Geschäftsjahr 2025 wider. Das Management musste die Erwartungen massiv nach unten korrigieren. Statt des ursprünglich anvisierten Umsatzes von 30 Millionen Euro geht das Unternehmen nun nur noch von Erlösen in Höhe von 17 Millionen Euro aus.
Besonders die Ergebnisseite steht unter Druck: Während SynBiotic zuvor einen Gewinn von 1,7 Millionen Euro in Aussicht gestellt hatte, rechnet die Unternehmensführung nun mit einem Jahresverlust von rund 1,5 Millionen Euro. Das Unternehmen versucht nun, die verbliebenen Ressourcen auf strategische Kernaktivitäten zu konzentrieren.
Fokus auf medizinisches Cannabis
Trotz der Krise im Endverbrauchermarkt für Hanfprodukte bleibt das Segment für medizinisches Cannabis die tragende Säule des Konzerns. Dieser Bereich steuert nach Unternehmensangaben etwa 60 % zum Gesamtumsatz bei, während CBD- und Hanfprodukte jeweils Anteile von 20 % ausmachen.
Die Konzentration auf den medizinischen Sektor soll helfen, die finanzielle Stabilität langfristig wiederherzustellen, während die rechtlichen Unsicherheiten im Bereich der frei verkäuflichen Hanfprodukte im aktuellen Marktumfeld anhalten. Die heutige Kursreaktion unterstreicht jedoch die Skepsis der Anleger bezüglich der kurzfristigen Sanierungsaussichten.
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