Der Software-Riese für Chipdesign steckt in der Klemme: Minus 18 Prozent seit Jahresbeginn, während die Konkurrenz glänzt. Analysten streiten sich, ob Synopsys ein Schnäppchen ist oder die Probleme noch tiefer gehen. Mit der Mega-Übernahme von Ansys für 35 Milliarden Dollar hat sich das Unternehmen neu erfunden – doch ausgerechnet jetzt lahmt ein wichtiges Geschäftsfeld. Steckt hinter dem Kursrutsch eine vorübergehende Delle oder kippt die Wachstumsstory?
Wall Street zerstritten: Von Kaufrausch bis Verkaufspanik
Selten waren sich Analysten bei Synopsys so uneinig. Wells Fargo kappte das Kursziel drastisch von 550 auf 445 Dollar und warnt vor überzogenen Bewertungen. Die Bank rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit vorsichtiger Prognose: rund 9,7 Milliarden Dollar Umsatz und 14 Dollar Gewinn je Aktie.
Citi schlägt einen völlig anderen Ton an. Die Investmentbank startete die Coverage mit einem Kaufrating und Kursziel 580 Dollar. Analystin Kelsey Chia sieht die Chipdesign-Branche am Beginn einer neuen Wachstumsphase – getrieben durch Künstliche Intelligenz. Synopsys sei der Hauptprofiteur dieser Entwicklung.
Weitere Einschätzungen im Überblick:
- Citi: Kaufen, Kursziel 580 Dollar – KI-getriebenes Wachstum voraus
- Wells Fargo: Halten, Kursziel 445 Dollar – Bewertung zu ambitioniert
- Argus: Halten, Kursziel gesenkt auf 415 Dollar
- Morningstar: Fair-Value-Schätzung nach unten korrigiert
China-Geschäft bremst: IP-Sparte macht Sorgen
Der Hauptgrund für die Kursschwäche liegt im Design-IP-Segment. Unsicherheiten auf dem chinesischen Markt kombiniert mit einer ausgefallenen Investition eines Foundry-Kunden belasten das Geschäft. CEO Sassine Ghazi betont zwar, dass die Kernbereiche EDA-Software und Hardware robust laufen und im Plan liegen. Die IP-Probleme zwangen das Management dennoch zur Zurückhaltung bei der Guidance.
Diese Schwäche wiegt schwer, denn sie trifft ausgerechnet ein hochmargiges Geschäftsfeld. Die Unsicherheit, wann sich die Lage normalisiert, drückt auf die Stimmung.
Ansys-Deal: 35 Milliarden Dollar für die Zukunft
Mit dem Abschluss der Ansys-Übernahme im dritten Quartal hat sich Synopsys fundamental neu aufgestellt. Die Akquisition bringt rund zwei Milliarden Dollar zusätzlichen Jahresumsatz und erweitert die Fähigkeiten um physikalische Simulation – entscheidend für thermische, mechanische und elektromagnetische Herausforderungen bei modernen 3D-Chip-Designs.
Das Unternehmen drückt beim Sparprogramm aufs Tempo:
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- 400 Millionen Dollar an Kosteneinsparungen werden vorgezogen
- 10 Prozent Stellenabbau bis Ende Geschäftsjahr 2026 geplant
- Integration der Physik-Simulation in die Designplattform für erste Jahreshälfte 2026 angepeilt
Die Synergien sollen helfen, die Margenstärke weiter auszubauen und die hohe Schuldenlast aus dem Deal schneller abzutragen.
Solide Basis trotz Gegenwind
Trotz Aktienschwäche bleiben die Fundamentaldaten robust. Die Bruttomargen liegen über 80 Prozent. Mehrjährige, zeitbasierte Verträge sorgen für 70 bis 80 Prozent Umsatzsichtbarkeit – ein Polster, das in volatilen Zeiten Stabilität bietet.
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 erzielte Synopsys 1,74 Milliarden Dollar Umsatz – ein Plus von 14 Prozent zum Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 3,39 Dollar. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet das Management zwischen 7,03 und 7,06 Milliarden Dollar Erlöse.
KI-Offensive läuft auf Hochtouren
Die Synopsys.ai-Suite durchzieht mittlerweile das gesamte Produktportfolio. Seit 2020 setzt das Unternehmen Reinforcement Learning ein, um Chipdesigns zu optimieren. Generative KI-Funktionen für Test-Bench-Erstellung und RTL-Dokumentation sind in Entwicklung.
Als Softwareanbieter an der Basis der Halbleiter-Wertschöpfungskette profitiert Synopsys von steigender Chip-Komplexität. Besonders die wachsende Zahl maßgeschneiderter Silizium-Programme bei Cloud-Giganten spielt dem Unternehmen in die Karten.
Bewertungslücke spaltet die Geister
Gegenüber Konkurrent Cadence Design Systems klafft eine ungewöhnlich große Bewertungslücke. Der historische Abschlag von 15 Prozent hat sich nach operativen Stolpersteinen und China-bedingter Guidance-Senkung auf über 30 Prozent ausgeweitet.
Citi argumentiert, diese Lücke sollte sich schließen, sobald sich der Produktmix Richtung hochmargiger EDA- und Simulationssoftware verschiebt und die Ansys-Synergien greifen. Wells Fargo kontert: Selbst nach dem Rückgang bleibe die Bewertung ambitioniert.
Am 10. Dezember 2025 legt Synopsys Zahlen für das vierte Quartal und Gesamtjahr vor. Dann wird sich zeigen, wie vorsichtig das Management für 2026 plant – und ob sich beim IP-Geschäft Besserung abzeichnet.
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