T1 Energy Aktie: G2_Austin soll 2027 produzieren
T1 Energy treibt Zellfertigung in Texas voran, prüft Rechenzentrumsmodelle in Norwegen und stärkt die Finanzierung mit 120 Millionen US-Dollar.

Kurz zusammengefasst
- US-Zölle treten im Dezember in Kraft
- Austin-Fabrik erreicht 2,1 GW Kapazität
- Clearway-Vertrag umfasst 641 MW
- Wandelanleihen bringen 120 Millionen US-Dollar
Der Solarhersteller T1 Energy richtet seine Strategie verstärkt auf die veränderten Rahmenbedingungen im US-Markt aus. Im Zentrum steht dabei eine Proklamation der US-Regierung, die neue Zölle auf Importe von Polysilizium und dessen Derivaten vorsieht.
Laut Unternehmensangaben treten diese Maßnahmen am 4. Dezember in Kraft. Flankiert wird dies durch ein Onshoring-Programm, das Anreize für Investitionen in die heimische Produktion schaffen soll. T1 Energy sieht in dieser Entwicklung eine Bestätigung der eigenen Pläne, eine vertikal integrierte Solarlieferkette auf Basis von US-Technologie zu etablieren.
Fortschritte bei der Zellfertigung in Texas
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Expansion ist die Solarzellenfabrik G2_Austin. Wie das Unternehmen im Rahmen der Berichterstattung zum zweiten Quartal mitteilte, schreiten die Bauarbeiten an der ersten Phase mit einer Kapazität von 2,1 Gigawatt (GW) planmäßig voran.
Das Gebäude sei mittlerweile bereit für die Installation der mechanischen und elektrischen Systeme. Zudem sind bereits erste Container mit Produktionsequipment in den USA eingetroffen. T1 Energy geht davon aus, im ersten Quartal 2027 die ersten Solarzellen in Austin produzieren zu können.
Die künftige Produktion ist bereits teilweise durch langfristige Verträge gebunden. So wurde eine Vereinbarung mit dem unabhängigen Stromerzeuger Clearway Energy Group über die Lieferung von Solarmodulen mit einer Gesamtleistung von 641 Megawatt (MW) geschlossen.
Für den Standort Austin veranschlagt das Unternehmen Investitionen in Höhe von 510 Millionen US-Dollar. Dieser Betrag enthält eine Reserve von 20 Prozent, um potenziell steigenden Kosten für Material und Arbeit auf dem texanischen Markt Rechnung zu tragen.
Transformation zum Infrastrukturanbieter
Parallel zum Solargeschäft forciert das Unternehmen die Nutzung seines Standorts Giga Arctic in Norwegen. Vor gut einer Woche genehmigten die Behörden in Mo i Rana die Umwidmung einer Teilfläche für den Betrieb von Rechenzentren. T1 Energy rechnet damit, dass ein 50-MW-Rechenzentrum bereits 2027 betriebsbereit sein könnte. Insgesamt verfügt das Unternehmen über eine Position in der Warteschlange für Netzanschlüsse mit einer Kapazität von 396 MW.
Zur Optimierung dieses Portfolios führt das Management derzeit Gespräche mit mehreren Parteien über strategische Wege zur Monetarisierung. Mögliche Strukturen umfassen Joint Ventures, bei denen T1 Energy eigene Vermögenswerte einbringt und mit etablierten Betreibern aus dem globalen Rechenzentrum-Ökosystem zusammenarbeitet. Ziel ist es, die vorhandene Gebäudestruktur und die gesicherten Netzkapazitäten effizient zu verwerten.
Finanzielle Basis und Marktsituation
Die finanzielle Entwicklung im zweiten Quartal 2026 war von hohen Investitionen geprägt. Während der Nettoumsatz bei 250,1 Millionen US-Dollar lag, verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 36,9 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 10,7 Millionen US-Dollar.
Zur Stärkung der Liquidität und zur Finanzierung von Schutzrechten sammelte T1 Energy über eine Privatplatzierung von Wandelanleihen 120 Millionen US-Dollar ein. Diese Papiere verzinsen sich mit 4,75 Prozent und haben eine Laufzeit bis 2031.
Zusätzlich erwarb das Unternehmen für insgesamt 135 Millionen US-Dollar Solarpatente von Evervolt Green Energy Holding. Diese beziehen sich auf die hocheffiziente TOPCon-Technologie. Am Aktienmarkt zeigte das Papier zuletzt eine Stabilisierungstendenz.
Am Freitag schloss der Kurs bei 3,94 Euro, was einem Zuwachs von 1,0 % entspricht. Damit notiert der Wert allerdings weiterhin rund 64 % unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Juni. Die Marktkapitalisierung wird aktuell mit umgerechnet 1,17 Milliarden Euro beziffert.
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