Take-Two Aktie: BTIG schätzt 240 bis 360 Millionen aus Vorbestellungen

Analysten sehen dank GTA-VI-Vorbestellungen hohes Umsatzpotenzial, während technische Indikatoren eine Überhitzung der Aktie signalisieren.

Dieter Jaworski ·
Take-Two Aktie

Kurz zusammengefasst

  • BTIG schätzt Vorbestellungen auf bis zu 22 Millionen
  • 29 von 30 Analysten raten zum Kauf
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch
  • RSI zeigt überkaufte Marktlage an

Take-Two-Aktien kosten am Dienstag 227,40 Euro. Das sind nur 0,18 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 227,80 Euro, das der Titel bereits am 7. Juli erreichte. Binnen 30 Tagen hat die Aktie 23,39 Prozent zugelegt. Der Grund: Wall-Street-Analysten rechnen fieberhaft aus, wie viel die Vorbestellungen von „Grand Theft Auto VI“ zum Ergebnis beitragen könnten.

BTIG beziffert den Vorbestellungs-Boom

Die Investmentbank BTIG hat diese Woche konkrete Zahlen vorgelegt. Analyst Clark Lampen rechnet mit 15 bis 22 Millionen Vorbestellungen insgesamt. Davon sollen 12 bis 18 Millionen Käufer zur teureren Ultimate Edition für 99,99 Dollar greifen statt zur Basisversion für 79,99 Dollar.

Macht man daraus ein Rechenbeispiel, ergibt sich ein Bruttoumsatz von 240 bis 360 Millionen Dollar allein aus den Vorbestellungen. Lampen bestätigt sein Kaufrating mit Kursziel 293 Dollar und verweist auf positive Signale bei Nachfrage, Preisgestaltung und Buchungen aus Drittanbieter-Daten.

Wichtig für die Einordnung: Take-Two selbst kalkuliert für das Geschäftsjahr 2027 mit Netto-Buchungen von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar. Der Konzern erwartet damit ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber 2026 – größtenteils getragen von GTA VI. BTIG betont ausdrücklich, dass die eigene Schätzung nur Bruttoeinnahmen vor Plattform- und Handelsabzügen abbildet, nicht die Netto-Buchungen. Bis Take-Two offizielle Zahlen liefert oder Analysten ihre Modelle mit mehr Handelsdaten schärfen, bleibt der Markt auf solche Näherungswerte angewiesen.

Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch

Die Stimmung unter Analysten ist eindeutig positiv. Investing.com hat 30 Analysten befragt: 29 raten zum Kauf, nur einer zum Verkauf, keiner zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 281,67 Dollar, die Spanne reicht von 170 bis 368 Dollar.

Eine separate Umfrage von S&P Global unter 29 Analysten kommt zum gleichen Schluss: „Strong Buy“ mit einem Durchschnittskurs von rund 281,90 Dollar. Die jüngste Welle an Kurszielanhebungen fiel zeitlich mit dem Start der GTA-VI-Vorbestellungen zusammen. Bank of America hob ihr Ziel von 320 auf 368 Dollar an. BMO Capital erhöhte von 280 auf 285 Dollar, TD Cowen bestätigte sein Kaufrating bei 284 Dollar.

Warnsignale bei der Bewertung

Trotz der Euphorie mahnen technische Indikatoren zur Vorsicht. Die Aktie notiert 14,43 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und 14,54 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 75,6 – ein klares Zeichen für eine überkaufte Situation nach der steilen Rally der vergangenen 30 Tage.

Die jährliche Volatilität von 31 Prozent unterstreicht, wie nervös der Markt auf neue Informationen reagiert. Selbst eine kurzzeitige Verunsicherung durch die Preisankündigung für die Ultimate Edition konnte den Aufwärtstrend nicht stoppen. Neue Nachfragedaten schoben den Optimismus rasch wieder an.

Der Blick richtet sich auf harte Verkaufszahlen

Take-Tewo hat bislang keine offiziellen Zahlen zu den ersten Verkaufswochen veröffentlicht. Anleger müssen sich vorerst mit Händleraussagen und Schätzungen von Drittanbietern begnügen, um die Größenordnung des Starts am 19. November 2026 einzuschätzen.

Die Lücke zwischen der BTIG-Schätzung von 240 bis 360 Millionen Dollar aus Vorbestellungen und dem Konzernziel von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar Netto-Buchungen zeigt, wie stark die aktuelle Bewertung noch von der tatsächlichen Umsetzung abhängt. Der Kurs hält sich zwar knapp unter Rekordniveau, doch bestätigt sind die hohen Erwartungen bislang nicht durch reale Verkaufszahlen. Die nächste entscheidende Nachricht dürfte kommen, sobald Rockstar Games und Take-Two selbst konkrete Zahlen zur Launch-Woche vorlegen.

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