Take-Two Aktie: Chip-Knappheit bedroht GTA-VI-Launch
Halbleiterengpässe bedrohen den Verkaufserfolg von GTA VI trotz Rekordvorbestellungen. Analysten bleiben optimistisch, doch die Konsolenverfügbarkeit ist unsicher.

Kurz zusammengefasst
- KI-Boom verknappt Gaming-Hardware
- Rekordvorbestellungen für GTA VI
- Analysten sehen Kursziel bei 368 Dollar
- Klage gegen Rockstar Games eingereicht
Millionen Vorbestellungen, eine Milliarde Dollar in der ersten Stunde — und trotzdem wächst die Sorge. Take-Two Interactive steht vor einem ungewöhnlichen Problem: Nicht die Nachfrage nach GTA VI könnte den Launch bremsen, sondern schlicht das Fehlen der Konsolen, auf denen das Spiel laufen soll.
Der Grund liegt außerhalb der Spielebranche. Die explodierte Nachfrage nach KI-Chips zieht Halbleiterkapazitäten ab, die sonst in Gaming-Hardware fließen würden. Microsoft hat bestätigt, dass die Nachfrage nach Xbox-Konsolen das Angebot derzeit übersteigt. Der Konzern hat die Xbox-Preise 2026 bereits zweimal angehoben. Valve zog bei seinen Geräten nach. Die Engpässe treffen die gesamte Branche.
GTA VI: Rekordvorbestellungen unter Vorbehalt
Take-Two startete die Vorbestellungen für GTA VI am 25. Juni. Die Standardversion kostet 79,99 Dollar, die Ultimate Edition 99,99 Dollar. Frühe Schätzungen deuten auf rund 39 Millionen vorbestellte Einheiten hin. Der Umsatz in der ersten Stunde soll die Milliarden-Marke gestreift haben.
Das klingt nach einem sicheren Blockbuster. Allerdings hängt der tatsächliche Verkaufserfolg daran, wie viele PlayStation-5- und Xbox-Konsolen zum Launch am 19. November verfügbar sind. Ein großer Elektronikhändler hat bereits gewarnt, dass die Verfügbarkeit hinter der Nachfrage zurückbleiben könnte. Aufgeschobene Käufe bedeuten aufgeschobene Umsätze — im kritischsten Quartal des Geschäftsjahres.
Aktie mit Rückenwind, aber Risiken bleiben
Die Take-Two-Aktie schloss zuletzt bei 209,00 Euro und liegt damit rund acht Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Im Dreißig-Tage-Vergleich steht ein Plus von gut elf Prozent. Seit Jahresbeginn notiert das Papier jedoch knapp drei Prozent im Minus.
Analysten bleiben optimistisch. Die Bank of America hält an ihrer Kaufempfehlung fest und nennt ein Kursziel von 368 Dollar. Morningstar rechnet für das Fiskaljahr 2027 mit 60 bis 70 Millionen verkauften Einheiten von GTA VI. Take-Two selbst hat seine Prognose für die Nettobuchungen im laufenden Fiskaljahr auf 6,65 bis 6,7 Milliarden Dollar angehoben.
Weitere Belastungsfaktoren
Neben der Lieferkette gibt es weitere offene Punkte. Rockstar Games, die Entwicklerstudio-Tochter von Take-Two, sieht sich einer Klage von 30 ehemaligen Mitarbeitern ausgesetzt. Diese werfen dem Unternehmen unrechtmäßige Kündigung nach Gewerkschaftsversuchen vor.
Das Spiel erscheint zunächst ohne den Multiplayer-Modus GTA Online. Wann das Update folgt, steht nicht fest. Das Preloading beginnt am 12. November — eine Woche vor dem eigentlichen Launch.
Ob die Konsolen-Lieferkette bis November aufgeholt hat, wird sich spätestens in den Herbst-Quartalszahlen der Hardware-Hersteller zeigen. Für Take-Two ist das kein akademisches Risiko: Jede fehlende Konsole ist ein potenziell verlorener Verkauf im wichtigsten Launch-Fenster seit Jahren.
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