Take-Two Aktie: GTA VI am 19. November
Take-Two bestätigt GTA-VI-Release für November. Trotz starker Quartalszahlen und optimistischer Analysten fällt der Aktienkurs.

Kurz zusammengefasst
- GTA VI erscheint am 19. November
- Umsatzprognose von bis zu 8,2 Milliarden Dollar
- Analysten sehen Kurspotenzial von über 20 Prozent
- Steuerrisiko durch Section 382 gemeldet
Take-Two hat den wichtigsten Termin seiner jüngeren Unternehmensgeschichte festgezurrt: Grand Theft Auto VI soll am 19. November erscheinen. Das nimmt dem Markt einen großen Teil der Verzögerungsangst. Trotzdem reagierte die Aktie zum Wochenschluss schwach — ein Zeichen dafür, dass selbst starke Katalysatoren nicht alle Zweifel ausräumen.
Am Freitag schloss die Take-Two-Aktie bei 196,60 Euro und verlor 4,10 Prozent. Auf Wochensicht steht damit ein Minus von 5,84 Prozent. Der Rücksetzer kommt ausgerechnet nach Zahlen, die operativ deutlich besser aussehen als die Kursreaktion vermuten lässt.
Technisch wirkt das Bild nicht überhitzt. Der Kurs liegt 1,30 Prozent unter der 200-Tage-Linie, der RSI kommt auf 52,3. Die Aktie steckt damit zwischen kurzfristiger Erholung und längerfristigem Widerstand fest.
GTA VI trägt den Ausblick
Take-Two meldete für das abgelaufene Geschäftsjahr Nettobuchungen von 6,72 Milliarden Dollar. Für das kommende Geschäftsjahr stellt der Konzern 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar in Aussicht, was einem Wachstum von rund 20 Prozent entspricht. Der zentrale Treiber ist klar: GTA VI.
Bemerkenswert ist auch die Qualität der Erlöse. Die Nettobuchungen lagen rund 750 Millionen Dollar über der ursprünglichen Prognose, während wiederkehrende Spielerumsätze um 17 Prozent zulegten und 78 Prozent der Nettobuchungen ausmachten. Das stabilisiert das Geschäft jenseits einzelner Neuveröffentlichungen.
Besonders stark liefen die etablierten Marken. Die Basketball-Reihe legte um mehr als 30 Prozent zu, Mobile wuchs um 13 Prozent und Grand Theft Auto Online kam auf ein Plus von 6 Prozent. Take-Two geht also nicht mit einem schwachen Fundament in den GTA-Zyklus.
Auch das Schlussquartal fiel solide aus. Die Nettobuchungen erreichten 1,58 Milliarden Dollar, der GAAP-Umsatz stieg um 6 Prozent auf 1,68 Milliarden Dollar. Das reicht, um den Ausblick glaubwürdiger zu machen.
Die GTA-Serie soll im kommenden Geschäftsjahr etwa 36 Prozent der Nettobuchungen liefern. Das ist Chance und Konzentrationsrisiko zugleich. Wenn Rockstar den Marketingstart im Sommer sauber setzt, dürfte der Titel die Wahrnehmung der Aktie dominieren.
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Beim Cashflow zeigt sich derselbe Hebel. Der operative Cashflow erreichte 624 Millionen Dollar nach einer Prognose von 450 Millionen Dollar; für das kommende Geschäftsjahr stellt Take-Two mehr als 1 Milliarde Dollar in Aussicht.
Analysten ziehen nach
Die Zahlen und der bestätigte Veröffentlichungstermin haben eine neue Bewertungsrunde an der Wall Street ausgelöst. Besonders wichtig: Die Analystenreaktionen drehen sich nicht nur um bessere Quartalsdaten, sondern um die Frage, wie viel GTA VI bereits eingepreist ist.
- UBS erhöhte das Kursziel auf 300 Dollar nach zuvor 285 Dollar und bleibt bei „Buy“.
- Wells Fargo senkte das Kursziel auf 287 Dollar nach zuvor 293 Dollar, hält aber an „Overweight“ fest.
- Der Analystenkonsens aus 27 Stimmen liegt bei „Strong Buy“, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 279,51 Dollar und einem rechnerischen Potenzial von 22,84 Prozent.
- Jefferies stufte Take-Two nach den Zahlen ebenfalls mit „Buy“ ein.
UBS-Analyst Christopher Schoell bezeichnet Take-Two als Top-Pick im US-Gamingsektor. Seine Begründung: Sorgen um künstliche Intelligenz und neue Konkurrenzinhalte hätten die Branche belastet, seien bei Take-Two aber überzogen. Neue Trailer, Gameplay-Material und weitere Ankündigungen zu GTA VI könnten die Stimmung drehen.
Steuerhinweis bremst die Euphorie
Ein neuer Risikohinweis verdient Aufmerksamkeit. Take-Two verweist auf Section 382 des US-Steuerrechts: Bei einer Eigentümerveränderung von mehr als 50 Prozent über einen dreijährigen Prüfzeitraum könnten Verlustvorträge und Steuergutschriften eingeschränkt werden.
Solche Hinweise sind bei Unternehmen mit hohen aufgelaufenen Verlusten nicht ungewöhnlich. Relevant wird das Thema, weil Take-Two in den vergangenen Jahren stark investiert hat und steuerliche Verlustvorträge entsprechend wertvoll sein können. Ein Teil dieser Vorteile könnte ungenutzt verfallen, falls die Regel greift.
Der nächste Impuls kommt aus dem Sommer
Nach dem US-Feiertag dürfte der Markt vor allem auf Rockstars Marketingfahrplan achten. CEO Strauss Zelnick hat bekräftigt, dass Take-Two erst Geld für die Kampagne ausgibt, wenn der Release näher rückt. Preisangaben und Vorbestellungen werden ebenfalls in diesem Zeitraum erwartet.
Auch die Positionierung großer Investoren bleibt gemischt. Im jüngsten Quartal bauten 551 institutionelle Investoren ihre Take-Two-Position aus, während 556 reduzierten. Das zeigt: Der Markt sieht das Potenzial, hadert aber weiter mit Timing, Bewertung und Ausführungsrisiko.
Der Kurs hängt nun eng an zwei Punkten: der Glaubwürdigkeit des GTA-VI-Termins und der Schlagkraft der Sommerkampagne. Sobald Rockstar mit Trailer, Gameplay oder Vorbestellungen nachlegt, bekommt die Aktie den nächsten echten Stimmungstest.
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