Take-Two Aktie: GTA VI bringt über eine Milliarde Cashflow

Take-Two bekräftigt GTA-VI-Release für November 2026 und übertrifft mit starken Jahreszahlen die eigenen Prognosen deutlich.

Dr. Robert Sasse ·
Take-Two Aktie

Kurz zusammengefasst

  • GTA VI erscheint planmäßig im November
  • Umsatz und EBITDA übertreffen Erwartungen
  • Digitale Strategie ohne Disc-Version
  • Aktie reagiert verhalten auf Quartalszahlen

Take-Two Interactive hat seinen Aktionärsbrief vorgelegt und darin den seit Monaten diskutierten Starttermin für Grand Theft Auto VI erneut bekräftigt. Konzernchef Strauss Zelnick bezeichnete den 19. November 2026 als weiterhin geplantes Veröffentlichungsdatum – allerdings mit vorsichtiger Formulierung, die bei Beobachtern für Nervosität sorgte. Konkrete Hinweise auf eine Verschiebung nannte der Brief nicht. Parallel bestätigte eine SEC-Meldung des Unternehmens dieselbe Terminlinie und unterlegte sie mit harten Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr.

Geschäftsjahr 2026 übertrifft eigene Prognose deutlich

Take-Two meldete für das Geschäftsjahr 2026 Net Bookings von 6,72 Milliarden US-Dollar – rund 750 Millionen US-Dollar mehr als ursprünglich in Aussicht gestellt und ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoumsatz lag bei 6,66 Milliarden US-Dollar, aufgeteilt auf 3,32 Milliarden US-Dollar aus Konsole und PC sowie 3,33 Milliarden US-Dollar aus dem Mobile-Geschäft. Besonders auffällig: Das EBITDA sprang auf 1.401,6 Millionen US-Dollar und lag damit weit über dem ursprünglichen Ziel von 919,5 Millionen US-Dollar. Wiederkehrende Kundenausgaben summierten sich auf 5,2 Milliarden US-Dollar und machten laut Unternehmensangaben 82 Prozent der gesamten Net Bookings aus, bei einem Zuwachs von 7 Prozent. Zelnick hob in seinem Brief besonders die Entwicklung von GTA Online hervor, das die eigenen Erwartungen weiterhin deutlich übertreffe – ein Baustein, der angesichts der Wartezeit auf den sechsten Teil der Reihe an Bedeutung gewinnt.

Ausblick auf GJ2027: Cashflow-Meilenstein als Fixpunkt

Für das laufende Geschäftsjahr 2027 stellt Take-Two Net Bookings zwischen 8,0 und 8,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Zentraler Ankerpunkt der Prognose ist ein operativer Cashflow von mehr als einer Milliarde US-Dollar, den das Management maßgeblich auf den GTA-VI-Release zurückführt. Der zugehörige Trailer soll innerhalb von 24 Stunden rund 500 Millionen Aufrufe erzielt haben. Seit dem 25. Juni 2026 läuft laut Rockstar die Vorbestellphase, das offizielle Cover-Art wurde parallel veröffentlicht. Marktforscher von Newzoo taxieren den Umsatz allein in der ersten Woche nach Launch auf 3,25 bis 5,2 Milliarden US-Dollar, gestützt auf globale digitale Vorbestellungen von schätzungsweise 260 Millionen US-Dollar – nach Angaben der Analysten der höchste je beobachtete Wert. Die Standardedition soll 79,99 US-Dollar kosten, die Ultimate-Edition 99,99 US-Dollar; laut Berichten liegen Vorbestellungen für die PlayStation 5 im Verhältnis sechs zu eins vor jenen für Xbox Series X/S. Eine physische Disc-Version ist dem Hollywood Reporter zufolge weder zum Start noch später geplant – Take-Two setzt konsequent auf ein digitales Vertriebsmodell, das die Margen stützen und den Gebrauchtmarkt eindämmen soll. Die Entwicklungskosten des Titels werden auf bis zu 2 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Mit Blick auf das übrige Portfolio bleibt es dünn: Judas und BioShock 4 tauchen in der aktuellen Lineup-Übersicht nicht auf, ein neuer Termin fehlt beiden Titeln. Beobachter werten dies als bewusste Entscheidung, GTA VI im Erscheinungsfenster keine Konkurrenz aus dem eigenen Haus zu machen. Die Vorgängertitel liefern derweil weiter solide Beiträge: GTA V hat inzwischen rund 230 Millionen Einheiten verkauft, Red Dead Redemption 2 kommt auf mehr als 85 Millionen. Ein potenzieller Unsicherheitsfaktor bleibt die Personalsituation bei Rockstar Games: Nach 31 Kündigungen, darunter ein Gewerkschaftsorganisator, hat die Arbeitnehmervertretung IWGB ein Tribunal für September angesetzt. Sollte die Anerkennung der Gewerkschaft verweigert werden, ist laut Berichten ein Streik nicht ausgeschlossen.

Kursreaktion bleibt verhalten

Trotz der positiven Geschäftszahlen zeigte sich die Aktie zuletzt zurückhaltend. Zum Handelsschluss am Freitag stand der Kurs bei 207,00 Euro, ein Rückgang von 1,15 Prozent auf Tagesbasis. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro, erreicht Anfang Juli, beträgt der Abstand aktuell 10,54 Prozent. Anleger dürften den nächsten konkreten Datenpunkt mit Spannung erwarten: Beim Earnings Call am 7. August 2026 könnte das Management erstmals belastbare Zahlen zu den Vorbestellungen von GTA VI nennen. Die Hauptversammlung ist für den 17. September 2026 terminiert.

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