Take-Two liefert eigentlich genau das, was Anleger sehen wollen: starke Quartalszahlen und eine angehobene Jahresprognose. Trotzdem geriet die Aktie zuletzt deutlich unter Druck – ausgerechnet wegen einer KI-Ankündigung von Google, die im gesamten Gaming-Sektor für Nervosität sorgte. Was steckt hinter der plötzlichen Angst vor „KI als Spielemaschine“?
Starke Zahlen – und höhere Prognose
Im dritten Geschäftsquartal (per 31. Dezember 2025) übertraf Take-Two die eigene Zielspanne bei den Net Bookings und meldete 1,76 Mrd. US-Dollar. Der GAAP-Umsatz stieg laut Mitteilung um 25% auf 1,7 Mrd. US-Dollar.
Entscheidend: Das Management hob den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 an. Die Net Bookings sollen nun bei 6,65 bis 6,7 Mrd. US-Dollar liegen – das entspräche rund 18% Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Auch die Prognose für den operativen Cashflow wurde auf etwa 450 Mio. US-Dollar erhöht.
Treiber des Quartals waren laut Unternehmen vor allem etablierte Marken und wiederkehrende Erlöse:
– Grand Theft Auto lag „deutlich“ über den Erwartungen, zudem sollen sich die GTA+ Mitgliedschaften im Jahresvergleich nahezu verdoppelt haben. GTA V kommt inzwischen auf über 225 Mio. verkaufte Einheiten.
– NBA 2K26 setzte rund 8 Mio. Einheiten ab; die wiederkehrenden Ausgaben der Spieler stiegen um 30%.
– Im Mobile-Geschäft wuchs Toon Blast um 43% und überschritt 3 Mrd. US-Dollar an Lifetime-Net-Bookings.
Ein weiterer Punkt, der an der Börse meist gut ankommt: Recurrent Consumer Spending (wiederkehrende Spielerausgaben) stieg um 23% und machte 76% der Net Bookings aus.
Google „Project Genie“: Warum der Sektor plötzlich wackelt
Trotz dieser operativen Stärke wurde Take-Two in eine branchenweite Abverkaufswelle hineingezogen. Auslöser war Googles Ende-Januar-Präsentation von Project Genie – einer von DeepMind entwickelten KI, die aus einfachen Prompts interaktive virtuelle Umgebungen erzeugen kann.
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Die Sorge dahinter: Wenn KI künftig Welten und Interaktionen „auf Zuruf“ generiert, könnten sich Entwicklungsprozesse, Tools und Wertschöpfung in der Spieleindustrie verschieben. Entsprechend traf der Rutsch nicht nur Take-Two, sondern auch andere Namen im Segment.
In den bereitgestellten Kursdaten spiegelt sich der Druck klar: In den letzten 30 Tagen liegt die Take-Two-Aktie mit -22,94% deutlich im Minus (Stand: Freitag, 06. Februar 2026).
Management hält dagegen – und setzt auf GTA 6
CEO Strauss Zelnick versuchte, die Diskussion in eine andere Richtung zu lenken. Sein Kernargument: Tools sind nicht gleich „Properties“ – also nicht gleich starke Marken, Inhalte und Franchises. Take-Two selbst arbeite zudem mit „Hunderten“ KI-Pilotprojekten und sehe KI primär als Werkzeug für Effizienz und Kreativität. Präsident Karl Slatoff ergänzte, ein Vergleich von Genie mit klassischen Game-Engines greife zu kurz; Genie ersetze den kreativen Prozess nicht.
Gleichzeitig bekräftigte Take-Two den Zeitplan für Grand Theft Auto VI: Release bleibt laut Unternehmen am 19. November 2026, das Marketing soll im Sommer starten. Zelnick äußerte sich dazu optimistisch und verwies darauf, dass näher rückende Marketing-Meilensteine typischerweise auch den internen Vertrauensgrad widerspiegeln. Hintergrund: Der Titel wurde in der Vergangenheit mehrfach verschoben.
Zum Gesamtbild gehört aber auch: Take-Two investiert weiter massiv in Inhalte und schreibt unter dem Strich weiterhin rote Zahlen. Für das Quartal meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von 92,9 Mio. US-Dollar; für das Geschäftsjahr 2026 stellt das Management einen Verlust von 338 bis 369 Mio. US-Dollar (bzw. 2,00 bis 1,84 US-Dollar je Aktie) in Aussicht.
Unterm Strich prallen hier zwei Kräfte aufeinander: fundamental bessere Zahlen und ein konkreter GTA-6-Fahrplan – gegen eine neue KI-Erzählung, die kurzfristig Bewertungs- und Geschäftsmodellfragen im Sektor aufwirft. Spätestens mit dem anlaufenden GTA-6-Marketing in diesem Sommer dürfte der Fokus der Anleger wieder stärker darauf liegen, ob Take-Two die eigene Prognose mit Inhalt füllen kann.
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