Tata Steel Aktie: 8,50 Prozent Plus auf 16,60 Euro
Tata Steel erholt sich dank Rekordproduktion und steigender Margen im indischen Heimatmarkt. Analysten erwarten deutliche Ergebnisverbesserung.

Kurz zusammengefasst
- Aktie erholt sich um 8,5 Prozent
- Höhere Profitabilität in Indien erwartet
- Rekordauslieferungen von Markenprodukten
- Grüner Stahl: Bau in Port Talbot
Tata Steel hat die jüngste Talfahrt vorerst gestoppt. Die Aktie kletterte am Dienstag um 8,50 Prozent auf 16,60 Euro. Damit erholte sich das Papier kräftig von seinem erst am Vortag markierten Jahrestief bei 15,30 Euro.
Optimismus bei den Margen
Analysten erwarten für das abgelaufene Juni-Quartal eine deutlich höhere Profitabilität im indischen Heimatmarkt. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) pro Tonne Stahl soll im Vergleich zum Vorquartal spürbar steigen. Marktbeobachter führen dies auf eine verbesserte Kostenstruktur und stabile Preise zurück.
Schätzungen gehen von einem Zuwachs um 2.515 Indische Rupien (INR) aus. Das entspräche einer Marge von rund 17.760 INR pro Tonne. Das indische Geschäft trägt derzeit die gesamte Konzernbilanz und fängt die Schwankungen auf den internationalen Märkten ab.
Rekordmengen stützen den Kurs
Parallel zur besseren Marge liefert Tata Steel starke operative Daten für das erste Geschäftsquartal. Die Rohstahlproduktion in Indien kletterte auf 5,82 Millionen Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von elf Prozent.
Die Auslieferungen stiegen ebenfalls um elf Prozent auf 5,17 Millionen Tonnen. Das Segment für Markenprodukte erzielte dabei Rekordwerte. Insbesondere die Marke „Tata Tiscon“ verzeichnete ein Absatzplus von 33 Prozent. Das Unternehmen profitierte hierbei von der robusten Nachfrage aus dem Automobilsektor und dem Bau von Rechenzentren.
Fortschritte beim grünen Stahl
In Europa konzentriert sich das Management auf den ökologischen Umbau. Am britischen Standort Port Talbot schreitet der Bau eines neuen Elektrolichtbogenofens voran. Die Anlage soll jährlich 3,2 Millionen Tonnen Stahl produzieren und ist zentral für die Dekarbonisierung des Konzerns.
Die Kapazität in Indien wächst derweil planmäßig weiter. Durch den Ausbau des Werks Kalinganagar stieg die installierte Gesamtleistung im Inland auf 26,1 Millionen Jahrestonnen. Das langfristige Ziel des Konzerns liegt bei 40 Millionen Tonnen.
Trotz der heutigen Erholung notiert das Papier weiterhin rund 18 Prozent unter seinem April-Hoch. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 45,4 hat sich der Titel aus der überverkauften Zone befreit. Die hohe annualisierte Volatilität von 76 Prozent spiegelt jedoch die anhaltende Nervosität wider. In den kommenden Wochen steht die Veröffentlichung der vollständigen Quartalsbilanz an, die den prognostizierten Margensprung bestätigen muss.
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