TeamViewer Aktie: Kurs fällt trotz Gewinnsprung
TeamViewer steigert Nettogewinn trotz Umsatzminus. Frühindikatoren deuten auf Erholung im zweiten Halbjahr, Anleger bleiben skeptisch.

Kurz zusammengefasst
- Nettogewinn steigt um ein Drittel
- Umsatz sinkt um vier Prozent
- EBITDA-Marge übertrifft Analystenerwartungen
- Kurs fällt trotz positiver Kennzahlen
Ein Umsatzminus, ein Gewinnplus und trotzdem rote Vorzeichen an der Börse — bei TeamViewer passen Kennzahlen und Kursreaktion auf den ersten Blick nicht zusammen. Der Fernwartungsspezialist hat am Dienstag Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt, die operativ durchwachsen ausfielen, unter dem Strich aber deutlich mehr Gewinn brachten als im Vorjahr.
Der Umsatz sank im zweiten Quartal um 4 Prozent auf 183 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA gab um 6 Prozent auf 70,6 Millionen Euro nach, die entsprechende Marge rutschte auf 43 Prozent. Damit übertraf TeamViewer die Analystenerwartungen sogar — der Konsens hatte nur mit einer Marge von gut 41 Prozent gerechnet.
Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 30,1 Millionen Euro, ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,19 Euro. Der Gewinnsprung geht vor allem auf geringere Währungsbelastungen zurück, die im Vorjahresquartal deutlich stärker zu Buche geschlagen hatten.
Frühindikatoren sollen zweite Jahreshälfte tragen
Finanzvorstand Michael Wilken verwies auf mehrere Frühindikatoren, die sich im zweiten Quartal positiv entwickelt hätten und die Erwartung einer Wachstumsbeschleunigung im zweiten Halbjahr stützten. Konkret nannte das Unternehmen eine Stabilisierung der Kundenabwanderung im SMB-Segment — jenem Bereich mit kleineren und mittleren Firmenkunden, der TeamViewer zuletzt Probleme bereitet hatte.
Der Vorstand bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr: Beim währungsbereinigten Umsatz peilt das Unternehmen ein Wachstum von 0 bis 3 Prozent an, die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 43 Prozent liegen — nach 44,3 Prozent im Vorjahr. Nach dem ersten Halbjahr steht beim Umsatz allerdings noch ein leichtes Minus zu Buche, was die Zielerreichung an das erwartete zweite Halbjahr knüpft.
Trotz des Gewinnsprungs reagierte die Aktie an der Börse verhalten. Via XETRA fiel der Kurs zwischenzeitlich um 2,30 Prozent auf 5,74 Euro — ein Zeichen dafür, dass Anleger dem anhaltenden Umsatzrückgang mehr Gewicht beimessen als der verbesserten Profitabilität.
Für die Trendwende setzt Vorstandschef Oliver Steil auf zwei Hebel: die Enterprise-Sparte rund um den Zukauf 1E, wo zuvor Kunden abgewandert waren, sowie das Produktbündel TeamViewer One, das bei lukrativeren Kunden zusätzliches Wachstum bringen soll. Ob die im Quartalsbericht angeführten Frühindikatoren tatsächlich zu einer spürbaren Beschleunigung im zweiten Halbjahr führen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalszahlen zeigen.
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