TeamViewer Aktie: Prognose gesenkt

Schwächere Enterprise-Abschlüsse drücken den Umsatzausblick; die Jahresmarge bleibt bei rund 43 Prozent.

Dieter Jaworski ·
Abstrakte Darstellung einer modernen Büroumgebung bei Dämmerung mit Fokus auf Marktunsicherheit und digitale Datenströme. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzprognose für 2026 nach unten korrigiert
  • Drittes Quartal mit 2,2 Prozent Umsatzrückgang
  • TeamViewer ONE und DEX versechsfacht
  • Nettoverschuldung auf 819 Millionen Euro gesunken

TeamViewer kappt die Umsatzprognose für 2026, hält aber an der Margenplanung fest. Der Softwareanbieter erwartet nun ein währungsbereinigtes Umsatzminus von 1 bis 2 Prozent, zuvor standen 0 bis 3 Prozent Wachstum im Plan. Die Begründung: Verzögerungen bei großen Enterprise-Abschlüssen und neue wirtschaftliche Unsicherheiten in Europa belasten das vierte Quartal.

Zahlen des dritten Quartals

Der Umsatz sank währungsbereinigt um 2,2 Prozent auf 184,5 Millionen Euro. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) lag mit 736,9 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Das bereinigte EBITDA fiel um 10 Prozent auf 78,9 Millionen Euro, die Marge erreichte 42,8 Prozent. Für das Gesamtjahr bestätigt das Unternehmen eine Marge von rund 43 Prozent.

Unterm Strich sah es besser aus. Das Konzernergebnis stieg um 26 Prozent auf 36,0 Millionen Euro, weil Währungsverluste aus einem konzerninternen Darlehen im Vorjahr nicht erneut anfielen. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank dagegen um 19 Prozent auf 0,27 Euro.

Zwei Geschwindigkeiten im Geschäft

Das Unternehmen zeichnet ein gespaltenes Bild. Das Neugeschäft mit der Plattform TeamViewer ONE und dem DEX-Geschäft hat sich gegenüber dem Vorjahr versechsfacht. ONE steht bereits für rund 10 Prozent des Enterprise-ARR, obwohl die Plattform vor neun Monaten kaum eine Rolle spielte. Im obersten Enterprise-Segment wuchs der ARR um 13 Prozent.

Die Kehrseite: Das größere SMB-Geschäft schrumpft weiter. Dessen Umsatz fiel um 5,4 Prozent, die Kundenabwanderung stabilisierte sich aber erstmals gegenüber dem Vorquartal. Auch im Enterprise-Bereich gibt es Schwächen. CEO Oliver Steil räumt ein, die Pipeline werde zu langsam in Abschlüsse umgewandelt und die Kundenbindung sei zu niedrig. Die Netto-Retention im Enterprise-Segment sank auf 93 Prozent, nach 97 Prozent im Vorjahresquartal.

Hinzu kommt der US-Haushaltsstreit. Er dürfte laut Management Abschlüsse im öffentlichen Sektor verzögern.

Bilanz gestärkt

Beim Cash lieferte TeamViewer solide Zahlen. Der Levered Free Cash Flow legte um 29 Prozent auf 27,3 Millionen Euro zu. Die Nettoverschuldung sank auf 819,0 Millionen Euro, der Verschuldungsgrad liegt bei 2,5. Mehrere Refinanzierungen verlängerten die durchschnittliche Restlaufzeit der Schulden von 2,5 auf 3,4 Jahre. Die Überbrückungsfinanzierung für die 1E-Übernahme ist vollständig zurückgezahlt.

Für 2027 stellt das Management eine Beschleunigung des ARR-Wachstums in Aussicht, getragen vom Ausbau des Enterprise-Vertriebs in EMEA und einer besseren Dynamik im US-Geschäft. Heute um 9:00 Uhr erläutern CEO, CFO und Vertriebschef die Zahlen in einer Telefonkonferenz für Analysten.

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TeamViewer Aktie

6,43 EUR

– 0,70 EUR -9,75 %
KGV 9,50
KUV 1,39
Sektor Technologie
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 1,02 Mrd. EUR
Ø Kursziel 7,86 EUR
ISIN: DE000A2YN900 WKN: A2YN90

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