Technische Marktanalyse 19.10.
Die technische Analyse bewertet den verspäteten Start der DAX-Jahresschlussrallye als gelungen.

Kurz zusammengefasst
- DAX-Rallye begann später als erwartet
- Verspäteter Auftakt verlief erfolgreich
- Technische Marktanalyse zum DAX
- Christoph Geyer erstellt die Analyse
Technische Marktanalyse

Christoph Geyer (Jahrgang 1960) war über 41 Jahre im Bankgeschäft tätig und betreibt die Technische Analyse seit fast 50 Jahren. Als Ausbilder für angehende Technische Analysten und stellvertretender Regionalmanager engagiert er sich bei der VTAD (Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands) Frankfurt.
Im Jahr 2011 hat er den „Technischer Analysten Award“ der Börsenzeitung gewonnen. Geyer ist Buchautor und hat u.a. das Fachbuch „Einfach richtig Geld verdienen mit Technischer Analyse“ 2. Auflage (Wiley-Verlag) verfasst und betreibt einen Youtube-Kanal. Sein nächstes Buch „Survival Guide Börse“ ist erschienen. Das „Handbuch zyklische Börsenanalyse“ ist 2025 erschienen.
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DAX – Jahresschlussrallye: Start verspätet, ist aber gelungen

Das Warten hat ein Ende. Die Jahresschlussrallye ist endlich gestartet! Oder waren die letzten Handelstage doch wieder nur ein Strohfeuer, welches sich mit einem negativen Wochenauftakt in den USA wieder erledigt hat? Vor dem Hintergrund der anstehenden Zwischenwahlen in den USA weiß man natürlich nicht, welche Aussagen aus Übersee in Europa wieder Turbulenzen auslösen könnten. Die reine Technik zeigt aber, dass sich die Lage deutlich verbessert hat. Die Unterstützungszone hat gehalten und wurde als „Sprungbrett“ für den jüngsten Anstieg genutzt. Die Indikatoren haben Divergenzen (wenn auch nur schwache) hinterlassen. Würde man eine Abwärtstrendlinie ziehen, wäre diese zum Wochenschluss gebrochen worden. Um nach der Dow Theorie diesen Trend zu brechen, müsste der Wochenauftakt in den Bereich von 26.000 Punkten führen. Auffällig sind die sichtbar angestiegenen Umsätze am Donnerstag und Freitag vergangener Woche. Dies deutet darauf hin, dass die Marktteilnehmer so langsam Zutrauen zur Jahresendrallye fassen.
Dow Jones – Zwischenwahljahre als Jahresschlussbuster?
Ungeachtet der ohnehin anstehenden Jahresschlussrallye gibt es noch eine weitere Auffälligkeit bei den Saisonalitäten in den USA. Die Zwischenwahljahre stellen nämlich eine besonders positive Phase im Jahresverlauf dar. Somit könnte, ähnlich wie beim DAX, die Jahresendrallye bereits gestartet worden sein. Mit dem Zurückerobern der alten Unterstützungszone, die nun kurzfristig zum Widerstand geworden ist, wurde ein starkes Signal gesetzt. Die im überkauften Bereich befindlichen Indikatoren könnten noch einmal für ein Pull-Back an die Unterstützungszone sorgen. Insgesamt hat sich die Lage derart verbessert, dass mit weiteren Kursanstiegen gerechnet werden darf.

Gold – Neue Bodenbildung für neuen Anstieg
Ohne die Unterstützungszone bei knapp unter 4.000 USD erreicht zu haben, konnte Gold eine neue, weiter oben befindliche, Unterstützung etablieren. Diese ist zwar noch nicht abgeschlossen, hat aber das Potenzial sich als tragfähig zu erweisen. Die Indikatoren haben Kaufsignale und zuvor Divergenzen gebildet. Damit ist eine gute Grundlage geschaffen, um eine neue Anstiegsbewegung zu etablieren. Ein sofortiger Ausbruch über die Widerstandszone bei knapp unter 4.400 USD sollte kurzfristig allerdings kaum geschafft werden.

Öl – Kommt wieder in den Bereich der Frühjahrestops
Öl Nordsee Brent Futures (verknüpft)
Was die Sprit-Preise an der Tankstelle längst vollzogen haben, wird nun im Handel mit Öl nachvollzogen. Die Tops des Frühjahres sind wieder in Reichweite gekommen und könnten zum Wochenstart erneut erreicht werden. Die Indikatoren befinden sich wieder im überkauften Bereich, dürften aber kaum einen politisch motivierten Anstieg bremsen können. Somit stellt sich für die kommende Woche lediglich die Frage, ob der Widerstand hält oder überwunden wird. Damit könnte der Tankrabatt schnell wieder verpufft sein.

Bitcoin/USD – Klassisches Pull-Back
Der Ausbruch über die Widerstandszone konnte bislang nicht veredelt werden. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute lautet: Die neue Unterstützungszone wurde klassisch erreicht und dann auch gehalten. Die im überverkauften Bereich notierenden Indikatoren helfen derzeit maximal die Zone zu halten. Für einen neuen nachhaltigen Anstieg dürfte es noch etwas zu früh sein. Dafür benötigt der Bitcoin sicher noch etwas Zeit. Ein weiteres Durchrutschen ist aktuell aber kaum zu befürchten.

Quelle Charts: ProRealTime.com
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