Telecom Italia Aktie: 1,6% Annahmequote bis 11. September
Nur 1,6 Prozent der Telecom-Italia-Aktien bislang angedient. Ratingagenturen signalisieren Aufwertungspotenzial, während Insider Verkäufe melden.

Kurz zusammengefasst
- Niedrige Annahmequote beim Übernahmeangebot
- Moody's und Fitch prüfen Rating-Anhebung
- Insider-Verkäufe bei Telecom Italia
- Datenschutzstrafe von 9,5 Millionen Euro
Das freiwillige Übernahmeangebot von Poste Italiane für die Stammaktien von Telecom Italia läuft seit dem 20. Juli, doch die Annahmequote bleibt bislang gering. Nach Angaben von Poste Italiane wurden bis zum 10. August erst 27.605.518 Stammaktien angedient – das entspricht 1,6178 Prozent der vom Angebot erfassten Papiere. Die Offerte läuft noch bis zum 11. September, Anleger haben also weiterhin Zeit für eine Entscheidung.
Die geringe Beteiligung wirft die Frage auf, wie Aktionäre das Angebot einschätzen. Der Kurs notierte am Freitag bei 7,63 Euro und liegt damit rund 1,5 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 7,75 Euro.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 8,19 Euro, erreicht Anfang Juli, trennen die Aktie derzeit knapp sieben Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 49 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass ein Großteil der Kursfantasie bereits eingepreist sein dürfte.
Ratingagenturen reagieren auf Board-Entscheidung
Die Zustimmung des Telecom-Italia-Verwaltungsrats zum Poste-Italiane-Angebot vor rund einem Monat hatte bereits Bewegung bei den Ratingagenturen ausgelöst. Moody’s setzte das Rating am 7. August auf Überprüfung für eine mögliche Heraufstufung, Fitch stellte es am 11. August auf „Rating Watch Positive“.
Beide Schritte folgten unmittelbar auf die Board-Entscheidung und signalisieren, dass die Agenturen eine engere Anbindung an Poste Italiane als kreditpositiv werten. Bereits am 3. August hatte S&P Global Ratings das Rating von Telecom Italia auf BB+ mit stabilem Ausblick angehoben.
Parallel zu den Ratingbewegungen fielen in den vergangenen Wochen mehrere Insider-Verkäufe auf. Michele Donati, Head of Enterprise Private Market bei TIM, veräußerte am 31. Juli Aktien über Euronext Milan, was das Unternehmen offenlegte.
Bereits am 4. August war ein Verkauf von 14.773 Stammaktien durch die Führungskraft Albanese zu einem Kurs von 7,31 Euro publik geworden. Solche Transaktionen sind in Übernahmesituationen keine Seltenheit, sie liefern jedoch keinen klaren Hinweis auf die künftige Kursrichtung.
Regulatorisches Nachspiel und strategische Weichenstellungen
Neben der Übernahmesituation beschäftigt Telecom Italia auch ein regulatorisches Verfahren: Die italienische Datenschutzbehörde Garante Privacy verhängte am 23. Juli eine Geldstrafe von 9,516 Millionen Euro wegen unerlaubten Telemarketings und Datenschutzverstößen im Zusammenhang mit nicht autorisierten Callcenter-Aktivitäten und gefälschten Rufnummern. Die Strafe belastet zwar das Ergebnis, dürfte angesichts der Marktkapitalisierung von 16,28 Milliarden Euro aber keine strukturelle Bedeutung haben.
Strategisch bleibt Telecom Italia zudem auf Kurs bei der eigenen Klimatransformation: Anfang August veröffentlichte das Unternehmen einen Fahrplan, der Investitionen von mehr als 500 Millionen Euro zur Reduzierung von Emissionen entlang der Lieferkette und im Netzbetrieb vorsieht, mit Schwerpunkten bei 5G-Migration und energieeffizienten Rechenzentren.
Für Anleger bleibt die zentrale Beobachtungsgröße bis zum 11. September die Annahmequote des Poste-Italiane-Angebots. Die aktuell niedrige Beteiligung könnte darauf hindeuten, dass viele Aktionäre auf eine Nachbesserung der Konditionen spekulieren oder die weitere Kursentwicklung im laufenden Handel abwarten wollen, bevor sie ihre Papiere andienen.
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