Deutsche Telekom überrascht mit einem außergewöhnlichen Schachzug: Gemeinsam mit Nvidia und der Investmentfirma Brookfield plant der Bonner Konzern den Aufbau einer AI-Gigafactory in Deutschland. „Wir wollen einer der Pioniere in diesem Bereich sein“, verkündete CEO Tim Höttges nach der Vorlage starker Quartalszahlen. Doch kann diese Technologie-Offensive die schwächelnde Heimatbasis stabilisieren?
Starke Zahlen, schwacher Heimatmarkt
Die Telekom überzeugte im zweiten Quartal mit einem organischen Umsatzwachstum von 4,0 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL kletterte um 5,0 Prozent auf 11,0 Milliarden Euro – genau im Rahmen der Analystenschätzungen. Besonders erfreulich: Der Nettogewinn sprang um über 25 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.
Doch die Freude wird getrübt: Der deutsche Heimatmarkt schwächelt weiterhin. Das Unternehmen verlor 20.000 Breitbandanschlüsse und sah die Gesamterlöse um 1,3 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro sinken. Der intensive Wettbewerb hinterlässt deutliche Spuren.
US-Tochter als Wachstumsmotor
Völlig anders die Situation bei T-Mobile US: Die amerikanische Tochter setzt ihren Erfolgskurs ungebremst fort. Mit 1,7 Millionen neuen Postpaid-Kunden und einem EBITDA-Wachstum von 6,2 Prozent auf 8,3 Milliarden US-Dollar zeigt sich das Unternehmen in Topform.
Die wichtigsten Quartalskennzahlen:
– Organisches Umsatzwachstum: +4,0% auf 28,7 Mrd. Euro
– Bereinigtes EBITDA AL: +5,0% auf 11,0 Mrd. Euro
– Nettogewinn: +25% auf 2,6 Mrd. Euro
– Deutschland-Segment: -1,3% Umsatz, -20.000 Breitbandkunden
– T-Mobile US: +1,7 Mio. Postpaid-Neukunden
AI-Gigafactory soll Europa erobern
Die wahre Sensation liegt jedoch in der strategischen Neuausrichtung: 2026 soll der Bau der AI-Gigafactory in Nordrhein-Westfalen beginnen. Mit Nvidia-Chips ausgestattet, positioniert sich die Telekom als europäischer AI-Pionier. Das Projekt ist Teil einer größeren europäischen Ausschreibung für AI-Infrastruktur, bei der die Telekom gegen fast 100 Konkurrenten antritt.
Prognose erneut angehoben – zum zweiten Mal!
Das Vertrauen in die eigene Stärke zeigt sich in der erneuten Prognoseanhebung: Das bereinigte EBITDA AL soll nun über 45,0 Milliarden Euro erreichen, der Free Cash Flow über 20,0 Milliarden Euro. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr schraubte die Telekom ihre Erwartungen nach oben.
Parallel dazu läuft das Aktienrückkaufprogramm auf Hochtouren: Seit Juli erwarb das Unternehmen bereits 10,2 Millionen eigene Aktien zurück.
Marktreaktion zeigt geteilte Meinungen
Die Börse reagierte zunächst verhalten auf die Neuigkeiten. Trotz der AI-Offensive und starken US-Performance konzentrierten sich Investoren auf die Schwäche im deutschen Kernmarkt. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang um 6 Prozent stabilisierte sich die Aktie wieder.
Mit der AI-Initiative und den strategischen Akquisitionen in den USA – darunter die 4,4 Milliarden Dollar teure Übernahme von UScellular – baut die Telekom ihre Technologieführerschaft systematisch aus. Die große Frage bleibt: Kann die AI-Revolution die heimischen Herausforderungen kompensieren?
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