Telus Aktie: Victor Dodig übernimmt am 1. Juli
Telus startet TV-Dienst in Quebec, erhält Fördermittel für Glasfaserausbau und steht im Konflikt mit der Regulierungsbehörde. Der Aktienkurs bleibt schwach.

Kurz zusammengefasst
- Optik-TV-Start in Quebec
- Regulierungsstreit um SIM-Gebühr
- 63 Millionen für Glasfaserausbau
- CEO-Wechsel und Dividendenauszahlung
Telus hat eine ungewöhnlich ereignisreiche Woche hinter sich. Der kanadische Telekommunikationskonzern startete seinen TV-Dienst in Quebec, sicherte sich staatliche Fördermittel für den ländlichen Glasfaserausbau — und geriet gleichzeitig ins Visier der Regulierungsbehörde. Der Aktienkurs blieb davon unbeeindruckt: 16,64 CAD zum Wochenschluss, nur knapp über dem 52-Wochen-Tief.
Optik TV greift Bell und Videotron an
Am 10. Juni brachte Telus seinen Optik-TV-Dienst in die Regionen Montreal und Quebec City. Kunden erhalten dort Zugang zu über 300 TV-Kanälen und können gängige Streaming-Dienste in einem Paket bündeln. In Ontario startete zeitgleich eine erweiterte Version mit über 450 Sport- und Live-TV-Kanälen.
Telus ist traditionell in Westkanada verwurzelt. Der Vorstoß nach Quebec trifft Bell und Videotron direkt — zwei Anbieter, die den Markt dort seit Jahrzehnten dominieren. Optik TV läuft über das eigene PureFibre-Netz und lässt sich mit Mobilfunk, Smart-Home-Sicherheit und Energiemanagement kombinieren.
CRTC mahnt wegen SIM-Gebühr
Parallel dazu hat sich Telus regulatorischen Ärger eingehandelt. Ab dem 11. Juni erhebt das Unternehmen eine SIM-Gebühr von 15 CAD — einen Tag bevor neue CRTC-Regeln in Kraft traten, die Aktivierungs- und Anschlussgebühren verbieten.
Scott Hutton, Vizepräsident für Verbraucherstrategie bei der CRTC, schrieb daraufhin an Telus und forderte das Unternehmen auf, die Gebühr zu überdenken. Eine SIM-Karte sei ein notwendiger Bestandteil der Dienstleistung — und könnte damit als verbotene Aktivierungsgebühr gelten. Interne Anweisungen bei Telus legen nahe, dass die Gebühr als Pflichtprodukt eingestuft wird, das nicht erlassen werden kann. Der Konflikt ist ungelöst.
63 Millionen CAD für ländliche Gemeinden
Auf der Infrastrukturseite sieht es besser aus. Über das Programm „Connecting Communities BC“ und den bundesweiten Universal Broadband Fund fließen 63 Millionen CAD in den Bau eines neuen Glasfasernetzes. Telus übernimmt Planung und Bau. Das Netz soll knapp 4.000 Haushalte in 50 Gemeinden versorgen — darunter Falkland, Sorrento und Rock Creek. Fertigstellung: 2029.
Führungswechsel und Dividende
Ende des Monats gibt Langzeit-CEO Darren Entwistle seinen Posten ab. Am 1. Juli übernimmt Victor Dodig, bisher unabhängiger Verwaltungsrat und früherer CEO der CIBC. Auch auf CFO-Ebene wechselt die Besetzung: Doug French geht, Stephanie Price rückt nach — ein Wechsel, den Analysten positiv aufnahmen.
Die Quartalsdividende von 0,4184 CAD je Aktie ist bereits beschlossen. Auszahlung erfolgt am 2. Juli, der Record Date lag am 10. Juni. Die Aktie notiert ex-Dividende.
Kurs kämpft gegen den Trend
Der freie Cashflow stieg im letzten Quartal um 19 Prozent. Telus bestätigte das Jahresziel von rund 2,45 Milliarden CAD und peilt ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von 3,3x bis Jahresende an — und 3,0x bis Ende 2027.
Trotzdem bleibt der Kurs unter Druck. Mit 16,64 CAD liegt die Aktie rund 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 21,37 CAD und notiert unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 17,06 CAD. Der RSI von 37,5 zeigt: Der Markt ist noch nicht überzeugt. Ob der Führungswechsel zum 1. Juli das ändert, wird sich rasch zeigen — spätestens wenn Dodig seine erste Strategie-Aussage macht.
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