Tempus AI Aktie: Umsatzprognose wandert nach oben
Der Quartalsumsatz wuchs um 23 Prozent, während Tempus AI das bereinigte Jahresziel beibehielt und weiterhin einen Nettoverlust verzeichnete.

Kurz zusammengefasst
- Jahresumsatzprognose auf 1,60–1,605 Milliarden Dollar erhöht
- Data & Applications wächst um 33 Prozent
- MRD-Testvolumen steigt um 300 Prozent
- Nettoverlust auf 14,9 Millionen Dollar gesunken
Tempus AI hebt nach einem umsatzstarken dritten Quartal 2026 die Jahresprognose an. Vor allem das Daten- und Anwendungsgeschäft sowie steigende Testvolumina stützen das Wachstum. Die Ergebnisprognose bleibt allerdings unverändert, und unter dem Strich schreibt das Unternehmen weiterhin Verluste. Die Aktie legt heute um 11% auf 70,10 € zu.
Höherer Umsatz, unverändertes Ergebnisziel
Für das laufende Jahr erwartet Tempus AI nun einen Umsatz von 1,60–1,605 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA soll weiterhin rund 65 Millionen US-Dollar erreichen. Die höhere Umsatzprognose geht damit nicht mit einer Anhebung des bereinigten Ergebnisziels einher.
Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Das Unternehmen erwartet mehr Geschäft als bisher, stellt aber keinen entsprechend höheren bereinigten Ertrag in Aussicht. Umsatzwachstum und Profitabilität bleiben deshalb getrennt zu beurteilen.
Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz um 23% auf 411,5 Millionen US-Dollar. Das Segment Data & Applications wuchs schneller als die Diagnostik.
Damit tragen beide Geschäftsbereiche zur Expansion bei. Das Wachstum beschränkt sich weder auf die Tests noch auf die Nutzung der Daten.
Data & Applications erzielte 108,1 Millionen US-Dollar Umsatz und wuchs um 33%. In der Diagnostik betrug das Umsatzplus 20%.
Auch innerhalb des Testgeschäfts zeigt sich eine breite Nachfrage. Besonders kräftig legten die MRD-Tests zu, während das Onkologie-Testvolumen ebenfalls deutlich zunahm.
Das Onkologie-Testvolumen stieg um 32%. Bei MRD-Tests erreichte Tempus rund 12.000 Untersuchungen, ein Plus von 300% gegenüber dem Vorjahresquartal.
Verlust sinkt deutlich
Die höheren Erlöse gingen mit einer spürbaren Ergebnisverbesserung einher. Den Sprung bei den bereinigten Kennzahlen sollten Anleger dennoch nicht mit einem Nettogewinn gleichsetzen.
Der Nettoverlust sank von 80,0 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf 14,9 Millionen US-Dollar. Tempus blieb damit trotz der deutlichen Verbesserung unter dem Strich in den roten Zahlen.
Auf bereinigter Basis fällt das Bild günstiger aus. Diese Kennzahl zeigt Fortschritte, bildet aber nicht dasselbe Ergebnis ab wie der Nettoverlust.
Das bereinigte EBITDA stieg von 1,5 Millionen auf 25,6 Millionen US-Dollar. Zum Quartalsende verfügte Tempus zudem über Zahlungsmittel und Wertpapiere von 854,4 Millionen US-Dollar.
Datenverträge und Übernahme als nächste Faktoren
Neben dem laufenden Geschäft liefern Datenlizenzierungen zusätzliche Ansatzpunkte für künftige Erlöse. Dabei sind die mehrjährigen Vertragsvolumina nicht mit bereits verbuchten Quartalsumsätzen gleichzusetzen.
Die BMS-Lizenzierungen von Onkologiedaten sehen über fünf Jahre bis zu 137,5 Millionen US-Dollar vor. Eine weitere Vereinbarung mit BMS und Pathos betrifft Daten zu Alzheimer und Demenz.
Diese Kooperation erweitert die Datenlizenzierungen über die Onkologie hinaus. Entscheidend für die Bewertung bleibt dabei, wie sich solche Vereinbarungen im Zeitverlauf in den Geschäftszahlen niederschlagen.
Für die Alzheimer- und Demenzdatenlizenz sind 55 Millionen US-Dollar über fünf Jahre vorgesehen. Nach der BMS-Kooperation im Oktober lagen die Datenlizenzierungsbuchungen seit Jahresbeginn bei mehr als 550 Millionen US-Dollar.
Auch die geplante Personalis-Übernahme bleibt ein konkreter Terminanker. Die regulatorische Freigabe liegt vor; die Aktionärsabstimmung ist für den 30. November geplant. Ein Abschluss ist damit noch nicht gemeldet.
Die heutigen Zahlen liefern vor allem ein stärkeres Umsatzsignal. Ob daraus auch ein höheres bereinigtes Jahresergebnis entsteht, stellt Tempus bislang nicht in Aussicht. Genau darin liegt die Einschränkung der ansonsten klar verbesserten Quartalsbilanz.
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