Tempus AI: Aktie verliert nach Inflationsdaten
US-Inflationssorgen belasten den KI-Titel; JPMorgan erhöht sein Kursziel, während Tempus AI neue Genomikangebote und Kooperationen meldet.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert 7,1 Prozent
- JPMorgan setzt Kursziel auf 70 Dollar
- Ambry Genetics startet Genomsequenzierungsangebot
- Tempus AI erweitert Kooperation mit Moderna und Merck
Die Aktie von Tempus AI gerät heute unter spürbaren Abgabedruck. Im Umfeld eines breiten Ausverkaufs bei Werten mit Bezug zu künstlicher Intelligenz verliert das Papier 7,1 Prozent und fällt auf 58,93 Euro zurück. Auslöser für die Zurückhaltung an den Finanzmärkten waren heißer als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten, die bei Anlegern Befürchtungen über anhaltend hohe Kreditkosten schürten.
In der Konsequenz zogen sich Investoren vor allem aus wachstumsstarken Technologie- und KI-Titeln zurück. Medienberichten zufolge ist der Kursverlust bei Tempus AI somit Teil einer allgemeinen Marktbewegung und nicht auf unternehmensspezifische Nachrichten zurückzuführen.
Am Vortag hatte das Papier noch bei 63,42 Euro geschlossen. Während das makroökonomische Umfeld die Notierung kurzfristig belastet, konzentriert sich die operative Entwicklung des Diagnostik-Spezialisten auf den weiteren Ausbau des Geschäfts.
JPMorgan hebt Kursziel an
Trotz der Marktturbulenzen gab es zur Wochenmitte positive Signale von Analystenseite. Am Mittwoch hob JPMorgan das Kursziel für Tempus AI von 45 auf 70 $ an. Das Analysehaus behielt zugleich seine Einstufung mit „Neutral“ bei.
Für Anleger richtet sich der Blick derweil auf den anstehenden Geschäftsbericht. Wie Tempus AI gestern bekannt gab, wird das Unternehmen die Ergebnisse für das dritte Quartal am 2. November vor dem Start des US-Börsenhandels veröffentlichen. Im Anschluss ist für 8:45 Uhr US-Ostküstenzeit eine Telefonkonferenz für Investoren geplant.
Fortschritte in Genomik und Kooperationen
Auf operativer Ebene meldete das Unternehmen zuletzt mehrere strategische Weichenstellungen. Am Dienstag brachte die Tochtergesellschaft Ambry Genetics mit GenomeNext und GenomeReveal eine umfassende Lösung für die Gesamtgenomsequenzierung auf den Markt. Das System kombiniert Sequenzierung, RNA-Analysen und eine fortlaufende Neuanalyse, um die präzise Diagnose seltener Erkrankungen zu erleichtern.
Zudem baute das Unternehmen seine Partnerschaften in der Pharmabranche aus. Am 7. Oktober kündigte Tempus AI eine erweiterte, mehrjährige Zusammenarbeit mit Moderna und Merck an. Die Kooperation soll die potenzielle Vermarktung von intismeran autogene (V940/mRNA-4157) durch Proben-Workflows und Sequenzierungsdienste unterstützen.
Finanzielle Details der Vereinbarung wurden nicht mitgeteilt. Vor rund einem Monat lief zudem die kartellrechtliche Wartefrist nach dem US-Gesetz Hart-Scott-Rodino für die geplante Übernahme von Personalis aus. Der Abschluss der Transaktion bleibt weiterhin von der Zustimmung der Personalis-Aktionäre und weiteren Vollzugsbedingungen abhängig.
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