Terawulf Aktie: 7,90% Minus nach New-York-Moratorium
TeraWulf-Aktie fällt nach New Yorker Rechenzentrum-Moratorium, während ein 19-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Anthropic in Kentucky die Expansion vorantreibt.

Kurz zusammengefasst
- Kursrückgang nach New Yorker Moratorium
- 19-Milliarden-Dollar-Deal mit Anthropic
- Verkauf von Joint-Venture-Anteil in Texas
- HPC-Erlöse überholen Bitcoin-Mining
Die Aktie von TeraWulf verzeichnete zuletzt deutliche Kursbewegungen, nachdem der US-Bundesstaat New York regulatorische Hürden für den Sektor der Großrechenzentren errichtet hat. Gouverneurin Kathy Hochul unterzeichnete am 14. Juli 2026 eine Durchführungsverordnung, die ein einjähriges Moratorium für neue Hyperscale-Rechenzentren mit einer Kapazität von mindestens 50 Megawatt (MW) vorsieht. Die Maßnahme soll Zeit für die Entwicklung eines regulatorischen Rahmens schaffen, um Stromkunden, die Umwelt und das Stromnetz zu schützen. Infolge dieser Nachricht notiert das Papier aktuell bei 15,58 €, was einem Rückgang von -7,90% gegenüber dem Vortag entspricht. Damit vergrößerte sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf -39,98%.
Auswirkungen auf die Standorte in New York
Die neue Verordnung trifft TeraWulf an einem wichtigen Standort, da das Unternehmen in New York die Anlagen Lake Mariner und Cayuga betreibt. Laut Analysten von Needham bleibt der Standort Lake Mariner mit einer Kapazität von 600 MW von dem Moratorium unberührt, während für das Projekt Cayuga mit 320 MW Unsicherheit bestehen könnte. TeraWulf-CEO Paul Prager äußerte sich jedoch unterstützend zu den Regulierungsbemühungen und betonte, dass beide Standorte nach Einschätzung des Unternehmens nicht negativ beeinflusst werden. Für den Standort Lake Hawkeye prüfe man zudem die Möglichkeit einer eigenen Stromerzeugung vor Ort.
Trotz der regulatorischen Unsicherheit im Norden der USA verweisen Marktbeobachter auf die bestehende Substanz. Die Analysten von Cantor Fitzgerald erklärten am 15. Juli, dass das Moratorium nur ein begrenztes kurzfristiges Risiko darstelle. Sie verwiesen darauf, dass der Wert der bestehenden, kontrahierten Mietverträge den aktuellen Aktienkurs übersteige, und bezeichneten den jüngsten Ausverkauf als Kaufgelegenheit. Das Haus bekräftigte seine Einstufung auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 37 US-Dollar.
Milliardenprojekt in Kentucky und strategische Neuausrichtung
Abseits der regulatorischen Debatte in New York treibt TeraWulf seine Expansion in Kentucky massiv voran. Das Unternehmen hat einen 20-jährigen Mietvertrag mit dem KI-Spezialisten Anthropic über eine Kapazität von 401 MW auf dem „Justified Data Campus“ in Hawesville unterzeichnet. Dieser Deal soll über die Laufzeit einen Umsatz von rund 19 Milliarden US-Dollar generieren. Die erste Kapazität soll Ende 2027 in Betrieb gehen, der volle Ausbau ist für Anfang 2028 geplant. Zur Finanzierung dieses Vorhabens plant TeraWulf laut Berichten eine Schuldenaufnahme in Höhe von etwa 3,5 Milliarden US-Dollar über gehebelte Darlehen und Hochzinsanleihen, angeführt von Morgan Stanley.
Zusätzlich zur Expansion hat TeraWulf seine Bilanz durch den Verkauf seines 50,1-prozentigen Anteils am Joint Venture Abernathy in Texas für rund 530 Millionen US-Dollar gestärkt. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 34 Millionen US-Dollar, wobei die Erlöse aus dem Bereich High-Performance Computing (HPC) mit 21 Millionen US-Dollar erstmals die Einnahmen aus dem Bitcoin-Mining (13 Millionen US-Dollar) übertrafen.
Analysten bestätigen optimistische Ausblicke
Die Wall Street reagierte auf die jüngsten Entwicklungen überwiegend mit einer Bestätigung der Kaufempfehlungen. Morgan Stanley erhöhte das Kursziel für TeraWulf auf 72 US-Dollar, während Needham ein Ziel von 33 US-Dollar und Rosenblatt von 30 US-Dollar ausgab. Auch Bernstein mit 36 US-Dollar und Compass Point mit 40 US-Dollar signalisieren weiteres Potenzial.
Ein wichtiger Termin für Anleger steht am 27. Juli 2026 an. Dann findet eine öffentliche Anhörung der Kentucky Public Service Commission zum Stromliefervertrag zwischen Big Rivers Electric, Kenergy und der TeraWulf-Tochter Justified DataPower statt. Der Vertrag sieht eine Reservierung von bis zu 482 MW vor. Die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal wird für den 7. August erwartet.
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