Terawulf Aktie: B. Riley hebt Kursziel auf 40 Dollar
TeraWulf profitiert von 19-Milliarden-Dollar-Leasingvertrag mit Anthropic. Analysten heben Kursziel auf 40 Dollar an, Quartalszahlen stehen bevor.

Kurz zusammengefasst
- Kursziel auf 40 Dollar angehoben
- 19-Milliarden-Deal mit Anthropic
- Kapitalaufnahme von 3,5 Milliarden geplant
- Q2-Zahlen am Mittwoch erwartet
Die Analysten von B. Riley Securities haben ihre Prognose für TeraWulf deutlich nach oben korrigiert und trauen dem Unternehmen eine massive Wertsteigerung zu. In einer aktuellen Studie wurde das Kursziel von zuvor 32 auf nun 40 US-Dollar angehoben, was einem erheblichen Aufwärtspotenzial entspricht. Parallel zu dieser positiven Einschätzung notiert das Papier im heutigen Handel bei 16,45 Euro, womit die Aktie seit Jahresbeginn bereits ein deutliches Plus von 68,91 Prozent verzeichnet hat.
Milliardenvertrag mit Anthropic treibt KI-Pivot
Hintergrund der optimistischen Bewertung ist vor allem ein weitreichender strategischer Schwenk des Unternehmens. TeraWulf hat einen Leasingvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren mit dem KI-Spezialisten Anthropic abgeschlossen. Die Vereinbarung umfasst eine Kapazität von rund 401 Megawatt am Justified Data Campus in Kentucky. Über die gesamte Laufzeit wird aus diesem Vertrag ein Umsatz von etwa 19 Milliarden US-Dollar erwartet. Erste Anlagen sollen bereits Ende 2027 den Betrieb aufnehmen, während die volle Kapazität für Anfang 2028 geplant ist.
Dieser Deal unterstreicht die Transformation von TeraWulf weg vom reinen Bitcoin-Mining hin zum Anbieter von Infrastruktur für künstliche Intelligenz und High-Performance Computing (HPC). Laut Berichten von B. Riley generiert der Vertrag mit Anthropic eine jährliche Umsatzdichte von etwa 2,37 Millionen US-Dollar pro kritischem Megawatt. Dies liegt rund 27 Prozent über den Werten, die das Unternehmen mit anderen Partnern wie Fluidstack erzielt, wo die Erlöse bei etwa 1,86 Millionen US-Dollar pro Megawatt liegen.
Um diesen massiven Ausbau zu finanzieren, plant das Management unter Führung von CFO Patrick Fleury eine umfangreiche Kapitalaufnahme. Medienberichten zufolge soll ein Betrag von circa 3,5 Milliarden US-Dollar über Leveraged Loans und High-Yield Bonds aufgenommen werden, wobei Morgan Stanley als beratende Bank fungiert. Zudem beabsichtigt das Unternehmen, seinen Anteil von 50,1 Prozent am Abernathy-Joint-Venture für rund 450 Millionen US-Dollar an die Fluidstack-Gruppe zu veräußern.
Quartalszahlen am Mittwoch im Fokus
Am morgigen Mittwoch wird TeraWulf vor Eröffnung der US-Börsen seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorlegen. Der Markt blickt gespannt auf die Zahlen, nachdem das erste Quartal durch hohe Kosten für aktienbasierte Vergütungen und Zinsaufwendungen geprägt war. Analysten erwarten für das abgelaufene Jahresviertel einen Verlust je Aktie von etwa 0,2437 US-Dollar bei einem Umsatz von knapp 46 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zum Vorquartal entspräche dies einer deutlichen Umsatzsteigerung von über 30 Prozent.
Die Analysten von Oppenheimer bestätigten zuletzt ebenfalls ihre optimistische Haltung mit einem „Outperform“-Rating und einem Kursziel von 35 US-Dollar. Während Experten die langfristig stabilen Erlöse aus den Infrastrukturverträgen loben, bleibt die Aktie volatil. Trotz der jüngsten Erholung notiert das Papier derzeit noch rund 37 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 25,96 Euro, das im Juni erreicht wurde.
Auf der Führungsebene gab es am heutigen Dienstag weitere Bewegungen. Laut offiziellen Mitteilungen übten sowohl der Finanzvorstand (CFO) als auch der Strategievorstand (CSO) jeweils 500.000 Restricted Stock Units (RSUs) aus, die in Stammaktien umgewandelt wurden. Dies folgt auf einen größeren Aktienverkauf des CEOs Paul B. Prager, der bereits Ende Juni Anteile im Wert von rund 3,66 Millionen US-Dollar veräußert hatte. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 7,60 Milliarden Euro hat sich TeraWulf fest als bedeutender Akteur im Bereich der KI-Rechenzentren positioniert.
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