Terawulf Aktie: B. Riley hebt Ziel auf 40 Dollar
TeraWulf sichert sich in Kentucky bis zu 482 Megawatt für 15 Jahre und richtet den Konzern stärker auf KI-Rechenzentren aus.

Kurz zusammengefasst
- Kentucky genehmigt langfristige Stromversorgung
- Bis zu 482 Megawatt vertraglich gesichert
- KI-Campus erfordert 4,0 bis 4,5 Milliarden Dollar
- B. Riley hebt Kursziel auf 40 Dollar
Der US-Bitcoin-Miner TeraWulf hat einen entscheidenden regulatorischen Meilenstein für seine geplante Expansion in den Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) erreicht.
Wie das Unternehmen mitteilte, genehmigte die Kentucky Public Service Commission am Montag ein langfristiges Stromlieferabkommen für den Justified Data Campus in Hancock County. Diese Vereinbarung bildet das Fundament für den geplanten Aufbau einer Infrastruktur für Hochleistungsrechnen, in die das Unternehmen schätzungsweise 4,0 bis 4,5 Milliarden US-Dollar investieren will.
Strategische Weichenstellung in Kentucky
Das genehmigte Abkommen umfasst eine Laufzeit von 15 Jahren und sichert TeraWulf den Zugriff auf bis zu 482 Megawatt Leistung. Gemäß der vertraglichen Struktur trägt das Unternehmen sämtliche Markt- und Übertragungskosten sowie die spezifischen Infrastrukturkosten für den Standort selbst. Im Gegenzug leistet TeraWulf zusätzliche Zahlungen an die lokalen Versorger Big Rivers Electric Corporation und Kenergy Corp.
Dieser Schritt ist für die langfristige Strategie von zentraler Bedeutung, da TeraWulf seine Kapazitäten über das reine Mining von Kryptowährungen hinaus erweitern möchte. Der Fokus liegt dabei verstärkt auf Rechenzentrums-Dienstleistungen für KI-Anwendungen.
Analysten von B. Riley hoben gestern in einer Studie hervor, dass insbesondere das Ertragspotenzial aus dem bestehenden 20-Jahres-Mietvertrag mit Anthropic durch die nun gesicherten Kapazitäten untermauert werde. Die Experten erhöhten das Kursziel für die Aktie von zuvor 32,00 auf nun 40,00 US-Dollar.
Analysten debattieren über den Kapitalbedarf
Trotz der regulatorischen Fortschritte blicken andere Marktbeobachter differenzierter auf die finanzielle Belastung durch den KI-Schwenk. Medienberichten zufolge korrigierten die Analysten von Morgan Stanley, Citigroup und der Citizens Financial Group ihre Kursziele gestern leicht nach unten, wenngleich sie ihre positiven Einstufungen beibehielten. Hintergrund ist eine detaillierte Prüfung des hohen Kapitalbedarfs, der mit der Errichtung des milliardenschweren KI-Campus in Kentucky einhergeht.
Bereits am 18. August hatte die Ratingagentur S&P Global Ratings das Emittentenrating von TeraWulf mit „BB-“ bestätigt, den Ausblick jedoch von „positiv“ auf „stabil“ angepasst. Als Begründung nannten die Kreditanalysten Unsicherheiten hinsichtlich des Finanzierungsmixes sowie allgemeine Baurisiken für das neue Großprojekt.
Dennoch bewerteten Analysten von Rosenblatt Securities die Lage am Freitag vergangener Woche weiterhin positiv und betonten, dass das Unternehmen seine Strategie aus einer Position der Stärke heraus verfolge, insbesondere mit Blick auf die Qualität seiner Stromreserven.
Vertrauen durch Insider und Institutionelle
Flankiert wird die operative Entwicklung durch gezielte Aktienkäufe aus den eigenen Reihen. Laut Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC erwarb Direktor Michael C. Bucella bereits am 14. August und am 17. August in zwei Tranchen insgesamt knapp 5.900 Aktien im offenen Markt.
Zudem berichteten Medien über ein verstärktes Engagement des institutionellen Investors Lone Pine Capital, was am Markt als Zeichen für wachsendes Vertrauen in die Neuausrichtung gewertet wurde.
An der Börse sorgten die Nachrichten zuletzt für eine positive Tendenz. Die Aktie verbuchte gestern ein Plus von 3,1 Prozent und ging bei 14,13 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs des Papiers damit auf 45 Prozent.
Das Unternehmen hatte zuvor für das zweite Quartal einen Umsatz von 44,8 Millionen US-Dollar gemeldet, womit die Erwartungen der Analysten von 46,0 Millionen US-Dollar knapp verfehlt wurden. Ein hoher Nettoverlust pro Aktie resultierte dabei vornehmlich aus einer nicht zahlungswirksamen Bewertung von Optionsscheinen.
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