Tesla Aktie: Jefferies warnt vor SpaceX-Falle
Jefferies senkt Tesla-Kursziel und warnt vor Entkopplung vom Kerngeschäft durch SpaceX-Fusionsspekulationen.

Kurz zusammengefasst
- Jefferies senkt Tesla-Kursziel auf 375 Dollar
- SpaceX-Euphorie könnte Tesla zur Trackeraktie machen
- Oppenheimer erhöht Investitionsschätzung auf 29,4 Milliarden
- NHTSA untersucht tödlichen Unfall mit Autopilot
Die SpaceX-Euphorie, die Tesla-Aktionäre seit dem SPCX-Börsengang beflügelt, könnte sich als zweischneidiges Schwert erweisen. Jefferies warnt: Hält die Marktmeinung an einer bevorstehenden Fusion beider Unternehmen fest, droht Tesla zu einer reinen SpaceX-Trackeraktie zu werden — mit Kursbildung, die vom eigentlichen Tesla-Geschäft entkoppelt ist.
Das Analysehaus senkte sein Kursziel auf 375 Dollar, was rund sechs Prozent unter dem letzten Schlusskurs liegt. Das Urteil ist klar: „Bewertung und Schätzungen bleiben entkoppelt.“ Jefferies sieht im Rollout von Robotaxis und humanoiden Robotern zunächst Verlustzentren entstehen — eine deutlich nüchternere Einschätzung als weite Teile der Wall Street sie teilen.
Milliarden in Rechenzentren und Chips
Indes erhöhte Oppenheimer-Analyst Colin Rusch seine Investitionsschätzungen für Tesla erheblich. Für 2026 rechnet er nun mit Ausgaben von 29,4 Milliarden Dollar statt bisher 26,4 Milliarden. Für 2027 steigt seine Prognose auf 30,4 Milliarden Dollar. Treiber des Aufwands sind vor allem Rechenzentren und Halbleiter — Tesla investiert also massiv in die Infrastruktur, die autonomes Fahren und KI-Anwendungen erst möglich macht.
Das Unternehmen baut, wie Rusch es formuliert, einen „Computer auf Rädern“ und einen „Computer auf Beinen“. Hinter dieser Formulierung steckt die These, dass Tesla längst kein Autohersteller im klassischen Sinne mehr ist — sondern ein KI- und Robotikkonzern, der zufällig auch Autos baut.
NHTSA-Untersuchung belastet das Autopilot-Image
Ausgerechnet jetzt eröffnete die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eine Sonderuntersuchung zu einem tödlichen Unfall in Katy, Texas. Eine 76-jährige Frau starb, nachdem ein Tesla Model 3 mit aktiviertem Fahrassistenzsystem von der Spur abkam und in ein Wohnhaus fuhr. Der Fahrer kooperiert mit den Behörden.
Es ist bereits die mehr als dreißigste NHTSA-Untersuchung zu Tesla-Fahrerassistenzfällen seit 2016 — eine Zahl, die zeigt, wie dauerhaft das Thema die Behörde beschäftigt. Tesla hatte die Technologie zuletzt umbenannt, nachdem kalifornische Regulatoren den alten Begriff „Autopilot“ als irreführend eingestuft hatten. Die Umbenennung ändert nichts an den grundsätzlichen Fragen zur Systemsicherheit, die mit jedem neuen Vorfall lauter werden.
Für Tesla treffen damit drei Kräfte aufeinander: steigende Investitionen in die KI-Infrastruktur, eine Bewertungsdebatte rund um die SpaceX-Fusionsfantasie und anhaltenden regulatorischen Druck beim autonomen Fahren. Wie sich das Verhältnis dieser drei Faktoren entwickelt, dürfte die Aktie im zweiten Halbjahr 2026 stärker prägen als einzelne Quartalszahlen.
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