Tesla Aktie: Musk im Pentagon-Team
Musk soll 120 Tage lang militärische Zukunftsfähigkeiten prüfen; zugleich erlaubt die SEC Teslas automatisches Abstimmungsprogramm für Privatanleger.

Kurz zusammengefasst
- Musk arbeitet an Pentagon-Initiative mit
- Prüfung militärischer Fähigkeiten über 120 Tage
- SEC genehmigt Teslas Abstimmungsmodell
- Aktionärsaktivisten kritisieren geringeren Einfluss
Elon Musk bekommt eine neue Rolle im Verteidigungsapparat der USA. Das Pentagon holt den Tesla-Chef in ein Gremium, das die Kriegsführung der Zukunft skizzieren soll. Parallel dazu sichert sich Tesla einen regulatorischen Erfolg bei der Stimmrechtsvertretung.
Project Meridian: Musk, Luckey und Gingrich
Verteidigungsminister Pete Hegseth stellte die Initiative am Mittwoch vor. Neben Musk sind Palmer Luckey, Mitgründer des Rüstungstechnologie-Unternehmens Anduril, und der frühere Repräsentantenhaus-Sprecher Newt Gingrich dabei. Das Trio soll 120 Tage lang untersuchen, welche Fähigkeiten, Technologien und Waffen das US-Militär in den kommenden Jahren und Jahrzehnten braucht.
Strategien oder politische Vorgaben soll „Project Meridian“ nicht entwickeln. Hegseth zufolge geht es darum, jene Bereiche zu identifizieren, die das Militär beherrschen müsse.
Für Tesla ist das heikel und interessant zugleich: Der Konzern produziert in China, baut gleichzeitig KI-, Robotaxi- und Robotik-Kapazitäten in den USA aus. Damit verlaufen die Konfliktlinien zwischen Washington und Peking zunehmend mitten durch das Geschäftsmodell. Ein enger Draht des Konzernchefs zum Pentagon kann diese Gemengelage zusätzlich aufladen.
SEC stützt Teslas Abstimmungsprogramm
Die Börsenaufsicht SEC hat einen Plan von Tesla gebilligt, der Unternehmen ein automatisches Abstimmen von Privatanlegern im Sinne des Managements ermöglicht. Grundlage ist ein Schreiben vom 29. September. Tesla nennt das Modell „issuer voluntary retail voting program“. Es erweitert eine Regelung, die Exxon Mobil im vergangenen Jahr eingeführt hat.
Das Ziel: Die Beteiligung von Kleinanlegern an Hauptversammlungen soll von rund 30 Prozent näher an die 77 Prozent institutioneller Investoren rücken. Tesla verweist auf Kosten. Bei den beiden jüngsten Hauptversammlungen, darunter die Abstimmung über Musks Vergütungspaket, gab der Konzern jeweils mehr als zwei Millionen Dollar für die Ansprache von Kleinaktionären aus.
Die SEC-Mitarbeiterin Tiffany Posil segnete den Plan noch am selben Tag ab. Die Genehmigung gilt auch für andere Unternehmen.
Kritik von Aktionärsaktivisten
Aktivisten sehen darin eine weitere Schwächung ihres Einflusses. Kleinanleger stimmen ohnehin meist mit dem Management, zeigen aber eine „rationale Apathie“, da ihnen jeweils nur winzige Anteile gehören.
Der Anleger James McRitchie, der oft kritische Aktionärsanträge einbringt, nannte die Änderung „blatantly one-sided“, also offen einseitig. Er plädiert für ein Modell, bei dem Aktionäre eigene Prioritäten wie Klimaschutz oder Begrenzung der Managergehälter wählen können.
Kritiker ordnen den Schritt in eine Reihe von Maßnahmen unter der Trump-Regierung ein, die Macht von Investoren hin zu Vorständen und Verwaltungsräten verschieben. Die SEC arbeitet derzeit nur mit republikanischen Kommissaren.
An der Börse löste das wenig aus. Die Aktie notierte zuletzt nahezu unverändert bei rund 353 Dollar.
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