Tesla Aktie: Musks Milliardenwette auf Washington
Der Quartalsgewinn sank um 43 Prozent, während Musk rund 366 Millionen Dollar für den Wahlzyklus 2026 zugesagt hat.

Kurz zusammengefasst
- Tesla und SpaceX prüfen einen Zusammenschluss
- Beide Verwaltungsräte setzten Sonderausschüsse ein
- Musk sagte rund 366 Millionen Dollar zu
- Quartalsgewinn sank auf 787 Millionen Dollar
Tesla und SpaceX stehen vor einer möglichen Fusion, und die Politik dürfte dabei eine größere Rolle spielen als die Regulierung. Elon Musk steckt zugleich Rekordsummen in den Zwischenwahlkampf. Das Geschäftsmodell seiner Konzerne hängt eng an Entscheidungen aus Washington.
Fusion: Politik als größtes Hindernis
Musk hat Überlegungen zu einem Zusammenschluss von Tesla und SpaceX bestätigt. Beide Verwaltungsräte haben Sonderausschüsse unabhängiger Direktoren eingesetzt, Konditionen sind nicht vereinbart. Für einen Deal bräuchte es die Zustimmung der Halter von 50 Prozent aller Tesla-Aktien, von Musk selbst als „ziemlich hohe Hürde“ bezeichnet. Auf der Hauptversammlung am 3. Dezember steht keine Fusionsabstimmung auf der Tagesordnung.
Analysten sehen die größten Risiken weniger in den USA. Musks Nähe zu Präsident Trump dürfte US-Hürden dämpfen, und die Konzerne agieren weitgehend in getrennten Märkten. Anders in Peking und Seoul: Dort könnte die Verbindung von Teslas Shanghai-Produktion mit einem Pentagon-Zulieferer Sorgen auslösen. Südkoreas Kartellbehörde erwägt im Ernstfall eine eingehende Prüfung.
Derek Scissors vom American Enterprise Institute nennt ein weiteres Szenario: Eine künftige Regierung könnte die Verbindung prüfen und einen Deal im Jahr 2029 rückabwickeln. Demokraten wie Senator Cory Booker kündigten bereits Aufsicht an.
Musks Wahlkampfmillionen
Parallel dazu hat Musk rund 366 Millionen Dollar für den Zyklus 2026 zugesagt. Damit ist er der größte Einzelspender der Midterms. Der Großteil fließt an Republikaner, allein knapp 190 Millionen Dollar sollen Ken Paxton im Texas-Senatsrennen helfen. Tesla hat seinen Sitz in Austin, SpaceX betreibt dort Starbase.
Gewinnen die Demokraten das Repräsentantenhaus, was als wahrscheinlich gilt, drohen Untersuchungen. Sie könnten Musks Unternehmen, Bundesaufträge und seine DOGE-Tätigkeit betreffen. Für Tesla stehen zudem Regeln zu autonomem Fahren, Elektroauto-Förderung und Handelspolitik gegenüber chinesischen Wettbewerbern auf dem Spiel.
Zahlen drücken die Aktie
Das operative Geschäft lieferte am Donnerstag wenig Rückenwind. Der Quartalsgewinn fiel um 43 Prozent auf 787 Millionen Dollar, der Umsatz stagnierte bei 28,05 Milliarden Dollar. Die Auslieferungen sanken um zwei Prozent. Forschungsausgaben und Investitionen stiegen kräftig, Geld fließt in Optimus und Cybercab.
Die Aktie gab das Plus der Fusionsspekulation vom Vortag zunächst wieder ab, erholte sich im Handelsverlauf aber und bewegte sich zuletzt um den Widerstand bei 388 Dollar. JPMorgan-Analyst Rajat Gupta nannte die Zahlen insgesamt erfreulich, verwies aber auf steigende Kosten. Goldman Sachs bleibt bei „Neutral“ mit 360 Dollar Kursziel, Jefferies sieht Potenzial bis 400 Dollar, RBC bis 480 Dollar.
Konkrete Meilensteine nannte Musk bereits: Cybercabs sollen bis Jahresende erste Kunden erreichen. Das Robotaxi-Geschäft dürfte laut Musk im zweiten Quartal 2027 in den Zahlen sichtbar werden. Optimus-Auslieferungen an externe Kunden peilt er für Ende 2027 an.
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