Tesla Aktie: NHTSA prüft 1,2 Millionen Fahrzeuge
Tesla investiert 16,8 Mrd. Dollar in eine Chipfabrik mit SpaceX, während eine NHTSA-Untersuchung und ein schwaches Q2 die Aktie belasten.

Kurz zusammengefasst
- 16,8 Mrd. Dollar Chipfabrik mit SpaceX
- NHTSA untersucht 1,2 Mio. Fahrzeuge
- Q2-Marge sinkt auf 1,4 Prozent
- Aktie verliert 19 Prozent in 30 Tagen
Der Elektroautopionier Tesla befindet sich in einer Phase massiver finanzieller Kraftanstrengungen. Während das Unternehmen gemeinsam mit SpaceX eine neue Halbleiter-Fabrik in Texas plant, belasten eine neue Untersuchung der US-Verkehrssicherheitsbehörde sowie personelle Abgänge in wichtigen Programmen die Stimmung. Am heutigen Freitag zeigen zudem aktuelle Pflichtmitteilungen ein differenziertes Bild des institutionellen Interesses an dem texanischen Konzern.
KI-Offensive und die „Terafab“ in Texas
Tesla und SpaceX haben eine gemeinsame Investition in Höhe von 16,8 Milliarden US-Dollar für den Bau einer hochmodernen Chip-Fabrik namens „Terafab“ angekündigt. Laut Medienberichten ist das Projekt darauf ausgelegt, die Rechenleistung für künftige Technologiegenerationen abzusichern. Das Management gab bekannt, dass rund 25 Prozent der Kapazitäten direkt in die Entwicklung der Optimus-Roboter fließen sollen, während die verbleibenden 75 Prozent für die Anforderungen von SpaceX vorgesehen sind.
Diese Investition fügt sich in die langfristige Strategie ein, die bereits in den jüngsten Geschäftsberichten deutlich wurde. Tesla bekräftigte darin, dass die Kapitalausgaben im laufenden Jahr 2026 die Marke von 25 Milliarden US-Dollar überschreiten werden. Ziel ist der massive Ausbau der KI-Infrastruktur. Dass dieser Fokus kurzfristig die Bilanz belastet, zeigten die Zahlen zum zweiten Quartal: Trotz eines Rekordumsatzes von 28,24 Milliarden US-Dollar sank die operative Marge auf 1,4 Prozent. Massive Sprünge bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Investitionen in Höhe von 5,8 Milliarden US-Dollar drückten das Ergebnis je Aktie auf 0,33 US-Dollar, womit Tesla die Erwartungen der Analysten verfehlte.
Behörden prüfen Radaufhängungen bei Millionen Fahrzeugen
Parallel zu den technologischen Expansionsplänen rückt die Sicherheit der Bestandsflotte in den Fokus der Regulatoren. Die US-Behörde NHTSA leitete am Montag eine vorläufige Untersuchung ein, die etwa 1,2 Millionen Fahrzeuge betrifft. Hintergrund sind Berichte über mögliche Defekte an der Radaufhängung, die im schlimmsten Fall zu einem Verlust der Lenkkontrolle führen könnten. In Europa hingegen konnte das Unternehmen einen Teilerfolg erzielen: Die niederländische Aufsichtsbehörde RDW teilte mit, Sicherheitsdaten zum „Full Self-Driving“-System (FSD) vertraulich zu behandeln, um Geschäftsgeheimnisse zu schützen, während Tesla eine breitere Zulassung auf dem europäischen Markt anstrebt.
Ein Signal für die künftige Strategie der US-Regierung kam zudem aus dem Verkehrsministerium. Minister Sean Duffy wies die NHTSA an, die nationalen Standards für autonome Fahrzeuge zu überarbeiten, um deren Entwicklung zu beschleunigen. Dies dürfte insbesondere für das geplante Robotaxi-Projekt von Bedeutung sein.
Analysteneinschätzungen und institutionelle Bewegungen
Die Analystenhäuser bewerten die Strategie trotz des aktuellen Margendrucks unterschiedlich. Das Analysehaus Morningstar bekräftigte am Mittwoch seine Einschätzung eines fairen Wertes von 450,00 US-Dollar. Die Experten führen an, dass die massiven Investitionen zwar kurzfristig die Gewinne schmälern, jedoch die notwendige Basis für das langfristige Wachstum in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik bilden. Piper Sandler reduzierte das Kursziel am 24. Juli von 500,00 auf 450,00 US-Dollar, behielt die Einstufung „Overweight“ jedoch bei.
An der Börse zeigt sich die Aktie von der jüngsten Volatilität gezeichnet und verzeichnete in den vergangenen 30 Tagen einen Rückgang von 19,03 Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 279,15 Euro, was einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 1.120,79 Milliarden Euro entspricht. Innerhalb der Aktionärsstruktur gab es am heutigen Freitag Bewegung: Die tschechische Nationalbank meldete den Aufbau einer neuen Beteiligung, während der Vermögensverwalter Assenagon Asset Management den Verkauf von 658.888 Aktien offenlegte. Auch personell gibt es Veränderungen; Siddhant Awasthi, der Leiter des Cybertruck-Programms, verließ das Unternehmen am Montag nach siebenjähriger Tätigkeit.
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