Tesla Aktie: Urteil und Solar-Milliarden

Tesla-Chef Elon Musk verliert einen Milliardenprozess zur Twitter-Übernahme, während das Unternehmen gleichzeitig eine massive Erweiterung seiner Solarproduktion in den USA plant.

Andreas Sommer ·
Tesla Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Gericht verurteilt Musk wegen Täuschung von Twitter-Aktionären
  • Milliarden-Deal für chinesische Solarproduktionsanlagen geplant
  • Energiesparte verzeichnet Rekordwachstum und hohe Margen
  • Aktienkurs reagiert mit Verlust auf die Nachrichten

Elon Musk kassiert vor Gericht eine empfindliche Niederlage im Zusammenhang mit der Twitter-Übernahme, die ihn Milliarden kosten könnte. Gleichzeitig treibt Tesla im Hintergrund eine gewaltige Expansion im Energiesektor voran. Ein geplanter Milliarden-Deal mit chinesischen Zulieferern soll die heimische Solarproduktion auf ein neues Level heben, birgt jedoch geopolitische Risiken.

Ein kalifornisches Bundesgericht hat am Freitag entschieden, dass Musk Twitter-Aktionäre im Vorfeld der 44-Milliarden-Dollar-Übernahme getäuscht hat. Seine Tweets über einen angeblich pausierten Deal im Mai 2022 wurden von der Jury einstimmig als falsch eingestuft. Die Klägeranwälte beziffern den entstandenen Schaden auf bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar. Für den oft als unantastbar geltenden CEO ist dies ein seltener juristischer Rückschlag. Seine Anwälte kündigten bereits an, in Berufung zu gehen, da die Jury zumindest den Vorwurf des systematischen Betrugs abwies.

Gigantische Pläne für Texas

Abseits des Gerichtssaals arbeitet Tesla massiv an der Zukunft seiner Energiesparte. Das Unternehmen plant den Kauf von Produktionsanlagen für Solarmodule im Wert von 2,9 Milliarden US-Dollar von chinesischen Zulieferern wie Suzhou Maxwell Technologies. Ziel ist es, bis Ende 2028 eine Produktionskapazität von 100 Gigawatt auf amerikanischem Boden aufzubauen.

Die Maschinen sollen noch vor dem Herbst nach Texas geliefert werden, wo Tesla das Zentrum seiner heimischen Solarproduktion verankern will. Hier liegt allerdings ein regulatorischer Stolperstein: Die Anlagen sind zwar bis Ende 2026 von US-Zöllen befreit, benötigen aber eine Exportgenehmigung der chinesischen Behörden. Bei eskalierenden Handelsspannungen zwischen Washington und Peking könnte dieses Vorhaben schnell verzögert oder blockiert werden.

Die Energiesparte als Wachstumstreiber

Der Vorstoß in die Solarproduktion kommt nicht von ungefähr. Teslas Energiesparte verzeichnete 2025 ein Rekordjahr mit einem Zubau von 46,7 Gigawattstunden an Speicherkapazität. Mit einer Bruttomarge von knapp 30 Prozent ist dieser Bereich fast doppelt so profitabel wie das klassische Autogeschäft. Das Unternehmen positioniert sich damit direkt für den rasant steigenden Strombedarf, der vor allem durch den Ausbau von KI-Rechenzentren getrieben wird.

Am Freitag reagierten Anleger verhalten auf die komplexe Nachrichtenlage. Die Papiere gaben um 3,14 Prozent nach und gingen bei 318,85 Euro aus dem Handel.

Die kurzfristige Entwicklung des Papiers hängt nun von zwei konkreten Faktoren ab. Einerseits muss das Berufungsverfahren im Twitter-Prozess abgewartet werden, andererseits steht die zwingend erforderliche Exportfreigabe aus Peking für die wichtige Solar-Ausrüstung noch aus.

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Tesla Aktie

288,25 EUR

+ 3,60 EUR +1,26 %
KGV 303,56
KUV 12,52
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 1,31 Bio. EUR
Ø Kursziel 401,07 USD
ISIN: US88160R1014 WKN: A1CX3T

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