The Platform Group Aktie: 40-Prozent-Absturz durch Kreditkündigungen
The Platform Group verliert binnen Wochen über 40 Prozent an Wert. Kreditkündigungen, Steuerforderungen und eine ungeklärte Milliardenübernahme belasten den Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Börsenwert um über 40 Prozent eingebrochen
- LBBW kündigt Darlehen in Millionenhöhe
- Staatsanwaltschaft prüft Strafanzeige
- AEP-Übernahme-Finanzierung weiter offen
Innerhalb einer Woche verlor The Platform Group mehr als 40 Prozent an Börsenwert. Hinter dem Absturz steckt kein einzelnes Ereignis — sondern eine gefährliche Häufung aus Kreditkündigungen, Steuervollstreckung, staatsanwaltlicher Prüfung und einer Übernahme, deren Finanzierung noch immer offen ist.
AEP-Übernahme: Milliardendeal ohne Finanzierungsabschluss
Das Kernprojekt des Jahres bleibt ungeklärt. Die Übernahme der Pharmagroßhandelsgruppe AEP — Jahresumsatz rund 1,1 Milliarden Euro — sollte eigentlich längst vollzogen sein. Das Bundeskartellamt gab bereits im März grünes Licht. Die Finanzierungsstruktur aus Eigen- und Fremdkapital steht aber noch nicht fest.
Das Management rechnet weiter mit dem Closing im Juni 2026. Gelingt das, könnte das GMV pro forma auf rund 3,0 Milliarden Euro steigen. Ohne AEP bleibt das Unternehmen bei einer Prognose von 1,7 Milliarden Euro GMV und 1,0 Milliarden Euro Umsatz — die Wachstumsstory verliert ihren Kern.
Kreditkündigungen, Steuervollstreckung, Strafanzeige
Die LBBW kündigte Darlehen außerordentlich und fordert rund 6,75 Millionen Euro zurück. Weitere Kreditinstitute zogen nach. Im April versuchte ein Vollstreckungsbeamter des Landes Nordrhein-Westfalen, Steuerforderungen von 1,82 Millionen Euro einzutreiben. TPG bestreitet eigene Schulden und verweist auf eine beendete Organschaft mit einer Tochtergesellschaft.
Obendrein prüft die Staatsanwaltschaft Chemnitz eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung, Betrug und Täuschung im Rechtsverkehr. Mehrere Tochter-Geschäftsführer bestreiten, Mithaftungserklärungen für Bankkredite unterschrieben zu haben. Die BaFin soll laut manager magazin einen entsprechenden Hinweis erhalten haben.
Das Unternehmen weist alle Vorwürfe zurück. Die mandatierte Kanzlei LHR will per Eilverfahren beanstandete Aussagen des manager magazins stoppen lassen. Parallel bereiten TPG und Vorstandschef Dr. Dominik Benner eine Hauptsacheklage mit Schadensersatzansprüchen vor. In früheren Verfahren hatte die Unternehmensseite Erfolg: Das OLG Köln untersagte im Februar 2026 bestimmte Berichterstattungsformen, das LG Köln folgte im März.
Operative Zahlen stark — Vertrauen weg
Die Quartalszahlen erzählen eine andere Geschichte. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 51 Prozent auf 243 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA legte um 37 Prozent auf 21,8 Millionen Euro zu.
Das Konzernergebnis gab leicht nach — von 18,2 auf 17,7 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie sank von 0,90 auf 0,85 Euro. Operativ läuft das Geschäft, strukturell baut das Unternehmen um: Statt elf Zukäufen pro Jahr plant der Vorstand nur noch fünf bis sechs. Der Fokus liegt auf Integration und Schuldenabbau. Den Verschuldungsgrad will TPG bis 2030 auf 1,0x bis 1,4x senken — Ende 2025 lag er noch bei 2,1x.
Die Aktie schloss am Freitag bei 1,52 Euro — ein Tagesverlust von fast 33 Prozent. Damit notiert das Papier rund 73 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 5,60 Euro.
Hauptversammlung am 1. Juli: Anmeldefrist läuft
Die Anmeldefrist zur Hauptversammlung endet am 24. Juni 2026 um Mitternacht. Auf der Veranstaltung in Düsseldorf will das Management die „Vision 2030″ vorstellen und die neue Segmentstruktur „Pharma & Service Goods“ erläutern.
Die entscheidenden Weichen fallen früher. Bis Ende Juni muss das AEP-Closing stehen — oder die Prognose bricht weg. Das Ergebnis des Eilverfahrens gegen das manager magazin und eine mögliche Stellungnahme der BaFin könnten die Stimmung zusätzlich drehen, in beide Richtungen.
The Platform Group-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue The Platform Group-Analyse vom 14. Juni liefert die Antwort:
Die neusten The Platform Group-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für The Platform Group-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
The Platform Group: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...